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„Meiler in Glut“: Bürgermeisterin Manuela Vanni  beim Anzünden  des Meilers  auf der Bergehalde, dem Auftakt der  5. „Peißenberger Köhlertage“. 

5. „Peißenberger Köhlertage“

Weißer Rauch „wie bei der Papstwahl“

Bürgermeisterin Manuela Vanni eröffnete die 5. „Peißenberger Köhlertage“ auf der Bergehalde. Gefeiert wird bis kommenden Samstag.

Peißenberg – Ja, als Pressevertreter hatte man es am Freitagabend auf dem Moosleiten-Volksfestplatz nicht leicht. Kurz vor dem offiziellen Beginn der „Peißenberger Köhlertage“ waren die Mitglieder des veranstaltenden Vereins „Bier & Tradition“ voll im Einsatz. Da wurde unter anderem noch schnell das Restmaterial der Holzkohlenstaub-Ummantelung weggekarrt und am Meiler mit Tannenzweigen die aktuelle Jahreszahl eingraviert. Und im Festzelt nahm Vereinschef Franz Fischer die Küche und die Schankanlage in Betrieb. Reporterfragen kamen da eher ungelegen.

Etwas auskunftsfreudiger war hingegen Ludwig Hutter. Der Bad Kohlgruber hat wieder einmal die fachliche Regie bei den Köhlertagen übernommen. Unter seiner Anleitung schichteten die Helfer 15 Ster Buchen- und drei Ster Fichtenholz auf – so eine große Menge gab es bei den bisherigen vier Auflagen der „Peißenberger Köhlertage“ nicht. Der Meiler wird voraussichtlich einen Ertrag von rund 1400 Kilo Holzkohle produzieren: „Man sagt, dass ein Ster Buchenholz etwa 90 Kilo Kohle ergeben“, rechnete Hutter vor. Seine Prognose: „Vermutlich werden wir den Meiler am kommenden Donnerstag oder Freitag öffnen. Ganz genau kann man das aber erst einen Tag vorher sagen.“

Wie schnell der Meiler abglimmt, ist von der Witterung und vor allem vom Wind abhängig. „Meistens haben wir hier oben auf dem Volksfestplatz Westwind. Da muss man aufpassen, dass der Meiler nicht einseitig abbrennt“, erklärte Hutter: „Das ist eine Gefühlssache.“ Für den gebürtigen Peißenberger ist die Köhlerei zugleich eine Passion: „Ich bin mit dem ,Meilervirus‘ infiziert. So um die 35 hab’ ich in den letzten 17 Jahren aufgebaut“, erzählte er schmunzelnd.

Der offizielle Startschuss für die „Köhlertage“ fiel dann kurz nach 18 Uhr: Bürgermeisterin Manuela Vanni trat vor einer stattlichen Anzahl an Besuchern vor den Meiler und führte die mit Benzin getränkte Lunte in die Kanalöffnung ein. „Ich wünsche Euch eine nette Woche und nicht zu viel Wind, damit der Meiler nicht zu früh geöffnet werden muss. Ihr macht das Fest nicht zu groß und haltet es im gemütlichen Rahmen. Das finde ich schön“, lobte Vanni die 39 Mitglieder des 2007 gegründeten Bier- und Traditionsvereins.

Danach marschierten die Böllerschützen Pfaffenwinkel auf, „um den Meiler wach zu schießen“, wie es ein Besucher formulierte. Und tatsächlich: Nach den donnernden Böllersalven qualmte es aus dem Meilerkamin: „Das ist wie bei der Papstwahl“, stellte Andrea Fischer, die Gattin des Vereinsvorsitzenden, fest: „Wenn weißer Rauch aufsteigt, dann brennt der Meiler.“

Doch damit war der offizielle Teil noch nicht erledigt: „Ich zünde an, und Herr Fischer zapft an“, scherzte die Rathauschefin. Der frühere „Plötzbräu“-Inhaber, der inzwischen eine kleine Hausbrauerei betreibt, hat zum Fest natürlich wieder den traditionellen Knappentrunk kredenzt: „Und dazu gibt es noch ein uriges Weißbier“, kündigte Franz Fischer für die Festwoche an. Fazit des Auftakt-Abends der „Köhlertage“: Es raucht wieder in Peißenberg – und das nicht nur in der örtlichen Kommunalpolitik.

Die „5. Köhlertage“

dauern bis kommenden Samstag, 22. Juli. Am heutigen Montag werden ab 17 Uhr Getränke und kleine Speisen verkauft.

Bernhard Jepsen

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