Diese Mehlbeere am „Kirnbergl“ in Peißenberg wurde verstümmelt. 

Wer verstümmelt Bäume in Peißenberg?

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Wer hat im vergangenen Jahr am „Kirnbergl“ in Peißenberg Bäume der Marktgemeinde so stark und unsachgemäß zurückgeschnitten, dass sie massiv beschädigt wurden? Die Zuständigen im Peißenberger Rathaus haben Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

Peißenberg – Andreas Fischer vom Peißenberger Ordnungsamt und Sonja Mayer, die bei der Marktgemeinde für Landschaftspflege und öffentliche Grünflächen zuständig ist, sind ratlos und empört. „Schon zwei Jahre hintereinander wurden unsere Bäume verstümmelt“, sagt Mayer. Betroffen waren in beiden Fällen Bäume am „Kirnbergl“ in Peißenberg.

„Im November wurden an der Straße ,Kirnbergl’ auf öffentlichem Grund zwei Mehlbeeren und eine Säulen-Hainbuche vor den Hausnummern 3,5 und 17 durch starken Schnitt von einer unbekannten Person beschädigt“, schreibt Fischer an die Heimatzeitung, der von „mutwilliger Beschädigung“ schreibt

Die drei Bäume seien im Jahr 2007 gepflanzt worden. Vor dem radikalen ausgeführten Schnitt seien die Bäume zwischen fünf und sechs Metern hoch gewesen, so Fischer. Inzwischen seien die Spitzen um etwa einen Meter kürzer gemacht und auch Seitenäste abgeschnitten worden. „Alle drei Bäume haben durch den unsachgemäßen Schnitt einer unbefugten Person starken Schaden genommen“, schreibt Fischer.

Insbesondere das Entfernen des Leittriebes erzeuge einen untypischen Wuchs, der zu Schäden und problematischen Stellen in der Baumkrone führen könne. Ganz abgesehen davon, dass diese verstümmelten Bäume keine Augenweide sind – der Marktgemeinde ist auch ein wirtschaftlicher Schaden entstanden: Der Wiederbeschaffungswert der Mehlbeeren in vergleichbarer Größe betrage rund 1690 Euro, der der Hainbuche rund 820 Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bäume dort am „Kirnbergl“ verstümmelt wurden, wie Mayer berichtet: „Das war im Jahr 2018 auch schon so und auch damals haben wir das angezeigt.“ Auch damals sei ein Baum regelrecht verstümmelt worden. „Dabei sind große Wunden entstanden, die zur Fäulnis führen.“ Der Baum könne seine natürliche Krone dann nicht ausbilden und gerate komplett aus dem Gleichgewicht.

Auch für die beiden Mehlbeeren und die Hainbuche, die im November beschädigt wurden, sieht Mayer schwarz: „Die Bäume werden wahrscheinlich Fäulnis ausbilden und müssen dann ersetzt werden.“ Die für gemeindliche Grünflächen-Zuständige ist verärgert: Die Bäume seien Eigentum der Kommune und könnten nicht einfach beschädigt werden. „Wir gehen ja auch nicht in irgendwelche Gärten und schneiden Bäume zusammen.“ Wenn es nötig sei, dass Äste und Zweige der Bäume und Sträucher auf kommunalem Grund zurückzuschneiden, „wollen wir das gerne selber machen“, stellt sie klar.

Die Marktgemeinde hat bei der Polizei Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Mayer ist davon überzeugt, dass der oder die Täter nicht unbemerkt blieben, als sie zur Säge griffen: „Derjenige hat mindestens eine Leiter gebraucht.“ Sie hofft nun, dass sich vielleicht im Rahmen der Ermittlungen Zeugen melden, die etwas über die radikalen Schnitte sagen können. Diese könnten sich auch sie selber wenden (Telefon: 08803/690/146) Grundsätzlich sieht die für Grünflächen Zuständige auch hier das Problem, das  öfter auftaucht: „Die Kommune wird nie als Eigentümerin gesehen.“

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