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Ein Herbst wie im Bilderbuch: Die Aufnahme entstand bei Eberfing; allerdings war der September keineswegs ein Monat, wie man sich ihn wünschen würde.

Wetterrückblick

Der Herbst kam heuer pünktlich

Der Übergang in den Herbst vollzog sich in diesem Jahr pünktlich und sehr markant. Das ergaben die Aufzeichnen des Observatoriums am Hohen Peißenberg.

Hohenpeißenberg – Eine Kaltfront aus Nordwesten überquerte uns am letzten Augusttag. Mit Alpenstau und Höhentief über Mitteleuropa fielen vom 31. August bis zum 2. September – also innerhalb von drei Tagen – 95 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. In Lindau am Bodensee waren es sogar 191 Liter – Das Tagesmaximum, welches vor der Kaltfrontpassage am 30. August noch hochsommerliche 28,5 Grad Celsius erreichte, verharrte drei Tage später bei 9,1 Grad.

Wie nachhaltig dieser Wetterwechsel war, zeigt, dass die 20 Grad Celsius-Marke im gesamten Monat September dann nur noch einmal überschritten wurde. Im viel zu warmen September 2016 gab es dagegen 14 Tage, an denen das Quecksilber die 20-Grad- Celsius-Marke überschritt. Im ersten Herbstmonat prägten Tiefdruckgebiete unser Wetter, es war sehr wechselhaft und zu kühl, Zwischenhochs waren nur von äußerst kurzer Dauer.

Es herrschte eine Westwetterlage vor. Sie resultierte aus einem Azorenhoch bzw. hohem Luftdruck über dem Mittelmeer und Tiefdruckgebieten im Norden. So fielen bis zum 20. September fast täglich Niederschläge, auch ein Gewitter am 17. war darunter, sowie ein Graupelschauer am 20. Nur am 8. September blieb es trocken. Eingebettet in die Westwetterlage war auch ein Sturmtief zur Monatsmitte. Es zog über die Nordsee. Vom 12. bis 15. September erlebte der Hohe Peißenberg stürmische Tage. Verbreitet trat Windstärke 6 im Mittel auf. Die höchste Windspitze des Monats erreichte am 13. September 25 m/s bzw. 90 km/h.

In der 3. Dekade stellte sich leichter Hochdruckeinfluss ein, jedoch reichte es nicht für einen „Altweibersommer“. Es blieb relativ kühl und wolkenreich unter 20 Grad Celsius. Eine Ausnahme stellte der 30. dar. Das Thermometer überstieg für zwei Stunden die 20 Grad. Daher wurde es auch der wärmste Tag des Monats mit einem Maximum von 20,9 Grad. Allerdings überquerte uns dann in den Abendstunden eine Kaltfront mit einem Hagelgewitter und kräftigen Niederschlägen. In kurzer Zeit fielen 24 Liter pro Quadratmeter Niederschlag.

Der September war der zweite Monat des Jahres mit einer negativen Temperaturabweichung. Bei einer Mitteltemperatur von 10,5 Grad Celsius war er um 1,5 Grad. zu kalt. Zuletzt gab es vor zehn Jahren einen so kalten September. Der kälteste Tag war der 20. mit dem Monatsminimum von 4,1 Grad. Bayern war das kühlste Bundesland im September. Niederschläge fielen reichlich. Nur fünf Tage blieben trocken. Mit 129 Litern pro Quadratmeter wurden 120 Prozent des Solls erreicht.

Gemessen an der astronomisch möglichen Sonnenscheindauer war der Vormonat der bisher sonnenscheinärmste dieses Jahres. Die Sonne schien 135 Stunden, das sind 76 Prozent der langjährig zu erwartenden Summe. An vier Tagen kam sie gar nicht zum Vorschein, an 18 Tagen weniger als fünf Stunden. Nebel trat an acht Tagen auf, Gewitter gab es an drei Tagen.

Was bringt der Oktober? Gesichert sind einige schöne und milde Tage. Ein Blick zurück auf die vergangenen zehn Jahre zeigt: Außer 2016 bildete sich stets eine erste Schneedecke auf dem Hohen Peißenberg, welche im Durchschnitt drei Tage blieb. Die ersten Schneeflocken wirbelten bereits in jedem Oktober. 

Siegmar Lorenz (Wetterbeobachter)

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