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Nun ist er offiziell gewählt: SPD-Bürgermeisterkandidat Robert Halbritter (3.v.li.) mit Peter Blome (li.), Markus Bader (2.v.li.) und Uschi Einberger (re.)

Peißenberg

„Wir brauchen den Wechsel in Peißenberg“

Die Peißenberger SPD steht geschlossen hinter ihrem Bürgermeister-Anwärter Robert Halbritter: Der 54-Jährige durfte sich bei der offiziellen Kandidatenkür des Ortsvereins über ein einhelliges Votum der Mitgliederversammlung freuen. Entsprechend selbstbewusst formulierte Halbritter seinen Gestaltungswillen.

Peißenberg– „So, nun kommen wir zum spannenden Teil des Abends“, verkündete SPD-Ortsvereinschef Peter Blome, als bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus „Sonne“ die Wahl des SPD-Bürgermeisterkandidaten auf der Agenda stand. Doch „spannend“ war die Kür freilich nicht mehr. Robert Halbritter wurde bereits im Januar beim SPD-Neujahrsempfang als Spitzenkandidat ausgerufen. Die einstimmige Bestätigung der 22 anwesenden Ortsvereinsmitglieder war also Formsache. Gespannt war man darauf, ob sich Halbritter bereits inhaltlich positionieren würde. Doch der gelernte Kommunikationselektroniker hielt sich bedeckt. „Man weiß noch nicht mal, wer außer Frau Vanni der politische Gegner sein wird und welche Gruppierungen antreten werden. Da wäre es unklug, jetzt schon ein Wahlprogramm vorzustellen.“ Doch eines ist klar: Die amtierende Rathauschefin, Manuela Vanni, ist für Halbritter und die Genossen die Hauptkonkurrentin: „Es gibt keine klaren Entscheidungen der Rathausführung. Wenn etwas nicht populär ist, dann versteckt man sich hinter der Verwaltung und dem Gemeinderat. Das wurmt mich“, kritisierte der Spitzenkandidat. Seit vielen Jahren, so Halbritter, fehle es in Peißenberg an einer „gründlichen und vorausschauenden Ortsplanung“. Es werde nur verwaltet statt gestaltet. Natürlich habe Vannis Vorgänger Hermann Schnitzer viele „Altlasten“ hinterlassen, aber es fehle der aktuellen Rathausspitze an der notwendigen Konsequenz. Halbritter bezog diesbezüglich seine Kritik nicht nur auf Vanni: „Man muss mit Herzblut dabei sein und sich mit dem Ort identifizieren“, betonte er, „aber das vermisse ich sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Bürgermeisterin (gemeint ist Sandra Rößle; Anm. d. Red.).“ Halbritter möchte dafür sorgen, „dass sich in Peißenberg etwas verändert“: „Man muss den Ort voranbringen und entwickeln, das heißt, ein Umfeld schaffen, in dem man sich wohlfühlt und arbeiten kann.“ „Wir brauchen den Wechsel in Peißenberg“, gab Peter Blome als Parole aus. Halbritter sei der absolute „Wunschkandidat“ der SPD – auch die Marktratsfraktion stehe voll hinter ihm. Alle amtierenden Gemeinderatsmitglieder würden bei den Kommunalwahlen 2020 wieder antreten. „Wir bekommen eine schlagkräftige Liste mit richtig guten Leuten zusammen“, kündigte Blome an. Und Halbritter formulierte ein ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen mindestens zehn Gemeinderatssitze holen.“ Derzeit verfügen die Genossen über sechs Mandate. Halbritters Kandidatenwahl leitete mit Markus Bader jemand, der bereits Bürgermeister ist. Der Rottenbucher Rathauschef kritisierte in der Versammlung die überbordende Bürokratie, die immer schärfere Regularien erlassen und den Kommunen das Leben schwer machen würde. Das erzeuge bei vielen Bürgern ein Gefühl des Kontrollverlusts, das sich dann in „Shitstorms“ oder in der Unterstützung populistischer Gruppierungen entlade. „Das ist eine indirekte Antwort darauf, dass man bei Dingen, bei denen es wirklich um etwas geht, nicht mehr mitreden kann“, so Bader. In puncto ,Regularien’ sprach Ex-Gemeinderat Georg Niedermayer die – zunächst – am Denkmalschutz gescheiterte Nachverdichtung des Barbarahofs an. Doch das Projekt steht intern neuerdings wieder auf der Agenda: „In Bezug auf den Barbarahof hat sich einiges geändert. Mehr darf ich dazu aber noch nicht sagen“, verriet Blome. Ähnliche Andeutungen machte Gemeinderat Dr. Klaus Geldsetzer: „Es war die Initiative eines Bürgers, der den Denkmalschutz alarmiert hat (gemeint ist Alt-Bürgermeister Hermann Schnitzer; Anm. d. Red.) – und die Behörde ist dem gefolgt. Aber jetzt geht es zum Glück in eine andere Richtung.“

Bernhard Jepsen

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