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Dass viele Wohnmobil-Urlauber die Region schätzen, ist regelmäßig auf dem Hohen Peißenberg zu beobachten.

Antrag auf mehr Wohnmobilstellplätze in Peißenberg

„Wir wohnen, wo andere Urlaub machen“

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Peißenberg soll mehr Augenmerk auf seine touristischen Potenziale legen: Das fordert die Fraktion der Peißenberger Liste. Sie stellte im Marktrat den Antrag, weitere Wohnmobilstellplätze im Ort zu schaffen und ein umfassendes Marketingkonzept für touristische Angebote zu entwickeln.

Peißenberg – Zentral im Pfaffenwinkel gelegen, gute Verkehrsanbindung und kurze Fahrzeiten zu Sehenswürdigkeiten wie die Königsschlösser: Peißenberg hätte eigentlich gute Voraussetzungen, um auf touristischem Sektor stärker in den Fokus zu rücken. „Wir wohnen dort, wo andere Urlaub machen“, konstatierte Robert Pickert von der Peißenberger Liste (PL) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nur gebe es ein Problem: „Wir verstecken uns viel zu sehr hinter unseren Angeboten und bewerben sie leider nicht aktiv.“ Pickert und seine Fraktion haben sich intensiv mit der Thematik „Tourismusbelebung“ beschäftigt. „Denkanstoß“, so Pickert, sei die Haushaltsdebatte vor einem Monat gewesen, als wieder einmal von der chronisch niedrigen Steuerkraft die Rede gewesen sei. Aufgefallen sei dabei, dass die Gemeinde sehr viel Geld für Freizeitangebote ausgeben würde. Unter anderem werde in die Alte Bergehalde investiert, in die „Rigi-Rutsch´n“ und in das Bergbaumuseum. Laut Pickert sollte man allerdings auch Überlegungen anstellen, wie man mit den Einrichtungen und Freizeitangeboten Geld einnehmen könne. Es gehe darum, Wirtschaftskraft in den Ort zu holen. „Wir sind davon überzeugt, dass eine aktive Tourismusentwicklung eine zusätzliche Belebung des Einzelhandels und der Gastronomie schafft und somit die Wertschöpfung in Peißenberg erhöht“, argumentierte Pickert: „Der Ort wird sich dann von selber beleben.“ Und damit auch die Steuerkraft anheben.

Die PL stellte in ihrem Antrag mehrere konkrete Forderungen: So soll ein Arbeitskreis installiert werden, der Tourismusangebote wie zum Beispiel Kombikarten oder naturtouristische Aktivitäten aufzeigt sowie Marketingmaßnahmen entwickelt, um insbesondere Tagestouristen und Wohnmobilreisende anzusprechen. Nach Vorstellung der PL soll das Gremium unter anderem mit Markträten, Vertretern des Tourismusverbands, der Gastwirtschaft, des Bergbaumuseums, des TSV Peißenberg, des Alpenvereins und mit Anbietern von Ferienwohnungen besetzt werden.

Des Weiteren wünscht sich die PL von der Rathausverwaltung, dass kurzfristig die Errichtung von mindestens 20 Wohnmobilstellplätzen auf dem Moosleitenparkplatz respektive auf dem Volksfestplatz geprüft wird. Die Stellplätze sollen mit Wasser- und Stromversorgung ausgestattet sein und bis spätestens 2022 eine Toilettenanlage vorhalten. Gerade im Bereich des Wohnmobiltourismus sieht die PL großes Potenzial. Im Zuge der Corona-Krise, so glaubt die PL, werde sich das Reiseverhalten der Bundesbürger nachhaltig verändern. „Künftig wird vermutlich mehr Urlaub in Deutschland gemacht werden“, heißt es in der Antragsformulierung. Seit Februar 2020 sei der Verkauf von Freizeitmobilen mit Übernachtungsmöglichkeit um 13 Prozent gestiegen.

Auch terminlich hat die PL einen konkreten Plan: So soll das Arbeitsgremium bis spätestens November ein Vorschlagskonzept präsentieren. Der Marktrat soll dann erste Maßnahmen beschließen und eruieren, ob für Tourismusangelegenheiten künftig eine eigene Stelle im Rathaus geschaffen wird. Der PL-Antrag wird vermutlich in der April-Sitzung des Marktrats auf der Tagesordnung stehen.

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