Volle Kleiderstangen, fleißige Verkäuferinnen: Im vergangenen Sommer liefen die Geschäfte gut im „Schick“.
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Volle Kleiderstangen, fleißige Verkäuferinnen: Im vergangenen Sommer liefen die Geschäfte gut im „Schick“.

In Peißenberg

Wird Kleidermarkt zu Wohnraum?

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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  • Kathrin Hauser
    Kathrin Hauser
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Mit einer Bauvoranfrage zur Nutzungsänderung von Gewerbe- in Wohneinheiten musste sich der Peißenberger Bauausschuss beschäftigen. Konkret ging es dabei um den BRK-Kleidermarkt „Schick“. Beim Roten Kreuz weiß man allerdings gar nichts über die Voranfrage.

Peißenberg – „Davon wissen wir nichts“, sagte Hans Eberl, der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) auf die Frage, ob die Gerüchte wahr sind, dass der BRK-Kleidermarkt „Schick“ am Marie-Juchacz-Weg in Peißenberg schließen würde. Natürlich sei das Bekleidungsgeschäft, in dem vor allem gut erhaltene gebrauchte Kleidungsstücke und Acessoirs zu sozial verträglichen Preisen verkauft werden, im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen derzeit geschlossen. Und für den „Schick“ eigne sich auch das bis zu einem Inzidenzwert von 100 noch erlaubte Einkaufsmodell „Klick & Meet“ nicht. Es sei aber zu keinem Zeitpunkt daran gedacht worden, den „Schick“ dauerhaft zu schließen, so Eberl. Aber das BRK sei nicht Eigentümer der Gewerbeflächen am Marie-Juchacz-Weg. Ihm sei bislang jedoch noch nichts mitgeteilt worden darüber, dass dem „Schick“, der im Jahr 2015 in Peißenberg eröffnet worden war, gekündigt werden sollte.

Und darum ging es konkret im Bauausschuss: Bauamtsleiter Bernhard Schregle beschrieb den Standort der Gewerbeeinheiten im Wörth-Zentrum als Ladenflächen, in denen „noch“ der BRK-Kleidermarkt untergebracht ist. Die Betonung lag dabei auf „noch“. Nach einem möglichen Auszug des „Schick“, so hieß es, sollen die bestehenden, knapp 160 Quadratmeter großen Gewerbeflächen am Marie-Juchacz-Weg 7 in zwei Wohneinheiten umgewandelt werden. Von der baurechtlichen Bewertung her wären diesbezüglich keine großen Hürden zu erwarten.

Der Peißenberger Bauausschuss stimmte jedenfalls einer entsprechenden Bauvoranfrage zur Nutzungsänderung einhellig zu. Die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens, so lautet der Beschluss, könne im Rahmen eines späteren Antrags auf Baugenehmigung in Aussicht gestellt werden. „Es ist eine relativ einfache Anfrage“, berichtete Schregle: „Die beiden Wohneinheiten sollen nicht allzu groß werden.“ Das Plazet des Ausschusses bezog sich auch auf eine Befreiung von den Festsetzungen des 1976 erstellten Bebauungsplans bezüglich der Stellplätze. Weil im Zuge der bisherigen Gewerbenutzung mindestens drei Parkplätze auf den öffentlichen Gemeinschaftsflächen nachgewiesen werden, könnte sich der Ausschuss einen Verzicht auf die eigentlich laut Bebauungsplan notwendigen weiteren Tiefgaragenstellflächen vorstellen.

Auch das im Flächennutzungsplan ausgewiesene Mischgebiet würde durch die beabsichtigte Umwandlung von Gewerbe- in Wohneinheiten wohl nicht zum Kippen gebracht werden. „Die gewerbliche Nutzung ist dort schon noch sichtbar“, konstatierte Bauamtsleiter Schregle im Ausschuss vorbehaltlich einer abschließenden Prüfung, die das Landratsamt vornimmt.

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