Feier der Sparkasse zum 100-Jährigen
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Feierten 100 Jahre Sparkasse Peißenberg: (v.v.l.) Markus Loth, Michael Lautenbacher, Markus Lanz, Professor Paul Erker, (h.v.l.) Eugen Trautmann, Frank Zellner und Thomas Orbig.

Unter schwierigen Umständen

„Zeitlose Sparkasse“ feiert 100-Jähriges

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Ein verlorener Weltkrieg, Hyperinflation und später die Weltwirtschaftskrise: Die Rahmenbedingungen hätten kaum schlechter sein können, als am 1. Juni 1920 die Sparkasse Peißenberg gegründet wurde. Das 100-jährige Bestehen wurde nun gebührend gefeiert – allerdings wieder unter schwierigen Begleitumständen.

Peißenberg – Ein Partyzelt im Freien, aufgestellt auf dem Gehweg vor dem Hauptgebäude an der Hauptstraße: Mehr ließ die Corona-Pandemie an Festlichkeiten zum 100-jährigen Gründungsjubiläum der Sparkassenniederlassung „Peißenberg“ nicht zu. Doch ganz auf die Feier zu verzichten, das kam für die Verantwortlichen bei der Sparkasse Oberland nicht in Frage. Zusammen mit Verwaltungsräten, Bürgermeistern (unter anderem Markus Loth, Thomas Feistl, Thomas Dorsch, Peter Ostenrieder), Markträten, der Geistlichkeit (Pfarrer Georg Fetsch und Pfarrer Rainer Mogk), Altbürgermeistern (Manuela Vanni und Hermann Schnitzer), führenden Rathausmitarbeitern (Johannes Pfleger und Michael Lidl) sowie Sparkassen-Ruheständlern wie dem ehemaligen Direktor, Konrad März, wurde auf das runde Jubiläum angestoßen.

Natürlich gab es auch Festreden und warme Worte für das öffentlich-rechtliche Geldinstitut. Vorstandsvorsitzender Thomas Orbig stellte die rhetorische Frage, ob die Sparkasse ein betagtes und verwelktes Unternehmen sei oder eine Bank, die mit der Zeit Schritt halten würde. Die Antwort war klar: „Wir sind auf der Höhe der Zeit und in gewisser Weise zeitlos“, betonte Orbig. Ähnlich drückte es der Peißenberger „Sparkassen-Statthalter“ Eugen Trautmann aus. Demnach sei bei der Sparkasse nichts beständiger als der Wandel. Strukturell könne man dabei jedoch auf ein solides Fundament vertrauen – und ganz wichtig: „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt.“

Zum Jubiläum der Peißenberger hatte der Garmischer Geschichtsprofessor Paul Erker eine 71 Seiten lange Chronik verfasst. Darin wird auch auf die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung an die 1400 Bergarbeiter im Jahr 1957 zurückgeblickt. Die Peißenberger Sparkasse war diesbezüglich in Deutschland innovativer Vorreiter: „Das war ein historisches Ereignis und die Wiegestunde der bargeldlosen Arbeitslöhne“, erklärte Orbig.

Damals galt die Sparkasse noch als „Kleine-Leute-Bank“, doch laut Orbig ist der Ruf schon lange nicht mehr gerechtfertigt. Inzwischen sei man ein „All-Finanzdienstleister“, der auf allen Bankgeschäftskanälen aktiv sei. Besonders als Kreditgeber für den Mittelstand nimmt die Sparkasse eine wichtige Rolle ein. Im Marktbereich „Peißenberg“, zu dem unter anderem auch die Gemeinden Huglfing und Hohenpeißenberg gehören, registriert die Sparkasse aktuell rund 530 Firmen- und Gewerbekunden. Hinzu kommen 9600 Privatkunden.

„Die Sparkasse Peißenberg kommt ihrer Geschäftsidee, den Bürgern Sicherheit bei Bankgeschäften zu geben und ein verlässlicher Partner der Wirtschaft und der Menschen im Ort und in der Region zu sein, ganz hervorragend nach“, attestierte Peißenbergs Bürgermeister Frank Zellner in seinem Grußwort. Die Sparkasse habe „nicht nur pures Gewinnstreben“, sondern „finanzielles Verantwortungsbewusstsein“ im Blick.

Die Rahmenbedingungen sind schwierig – nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Wie Orbig in seiner Festrede ausführte, sind die Erträge bei der Sparkasse Oberland trotz „reger Geschäftsentwicklung“ aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase rückläufig. Die Folge daraus: „Der Druck auf die Kostenseite wächst.“ Der digitale Ausbau der Bankgeschäfte, so prognostizierte Orbig, werde zunehmen, und er sei für die Sparkasse auch alternativlos - schon allein im Hinblick auf die Anwerbung junger Kunden. Dennoch müsse man die eigenen Stärken wie den direkten Kundenkontakt und den Beratungsservice weiterhin in den Vordergrund stellen – wenn auch über andere Wege und größere Einheiten.

Mit letzterem meinte Orbig die Zusammenschlüsse von Sparkassen: „Die wird es geben, da bin ich kein Prophet. Der Trend wird weiter gehen.“ Die Sparkasse sehe sich aber „in der Verantwortung für die Region“. Das Geschäftsmodell werde weiter auf den traditionellen Grundpfeilern basieren – „aber in neuer Ausprägung: Das wird auch die nächsten zehn bis 30 Jahre noch so sein“, versicherte Orbig: „Wir sind eben Sparkasse.“

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