Heuballen für die Tiere brachten Peißenbergs Bürgermeister Frank Zellner und Gemeinderats-Mitglied Georg Hutter (samt Kindern) dem „Circus William“ vorbei. Denn Alfons William-Köllner ist mit seinem Familienbetrieb auf dem Volksfestplatz gestrandet.
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Heuballen für die Tiere brachten Peißenbergs Bürgermeister Frank Zellner und Gemeinderats-Mitglied Georg Hutter (samt Kindern) dem „Circus William“ vorbei. Denn Alfons William-Köllner ist mit seinem Familienbetrieb auf dem Volksfestplatz gestrandet.

Auf dem Volksfestplatz

Zirkus strandet in Peißenberg

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Es herrscht Leben auf dem Peißenberger Volksfestplatz. Nein, da steht kein Festzelt. Freilich nicht. Aber der „Circus Alfons William“ ist zu Besuch. Sein Aufenthalt läuft allerdings anders als geplant: Ohne Vorführungen, ohne Einnahmen.

Peißenberg – Er wollte Groß und Klein Freude bringen, erstaunen und unterhalten. Dafür schlug der „Circus Alfons William“ am Dienstag seine Zelte auf dem Peißenberger Volksfestplatz auf. Doch der Familienbetrieb bekam nicht mehr die Gelegenheit, Besucher zu empfangen – denn pünktlich zu seiner Anreise traten im Landkreis Weilheim-Schongau die verschärften Regelungen für Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 ein. Aufführungen sind damit tabu – völlig egal, wie das Hygienekonzept aussieht. „Wir sind jetzt hier gestrandet“, sagt Alfons Köllner.

„Wir“ – das sind Köllner und seine Familie, insgesamt 14 Erwachsene und elf Kinder. Zudem gehören rund 50 Tiere dem Zirkus an: darunter Kamele, Lamas, Dromedare, Ziegen und Ponys, aber keine Tiere, die im Käfig leben müssen – also keine Tiger oder Löwen. Sie alle sind nun sozusagen arbeitslos. Mal wieder. Seit Beginn der Pandemie hat es die Zirkusfamilie, von der die meisten Mitglieder ganzjährig im Wohnwagen leben, enorm schwer. Mal strandet sie hier, mal da. Kaum sind Vorstellungen möglich.

Köllner hatte so gehofft, dass es in Peißenberg klappt, dass die Sieben-Tage-Inzidenz niedrig bleibt. Wieder nichts. „Es ist eine Katastrophe“, sagt er. „Wir haben null Einnahmen.“ An eine Weiterfahrt ist auch nicht zu denken – allerorts herrscht das gleiche Problem. In Peißenberg wollte der Zirkus bis Sonntag, 11. April, bleiben. Wie’s danach weitergeht – noch ist das unklar.

In all’ dieser Ungewissheit tat es der Familie gut, dass am Mittwochmorgen Peißenbergs Bürgermeister Frank Zellner mit Georg Hutter – Gemeinderats-Mitglied und Landwirt – vorbeikam. Sie brachten vier Heuballen für die Tiere vorbei. „Das war sehr freundlich“, sagt Köllner. „Wir sind zumindest darüber froh, dass wir hier gestrandet sind.“ Denn der Zirkus stammt zwar aus Esslingen bei Stuttgart, doch die meiste Zeit verbringt er in Oberbayern. „Wir sind in der Region mittlerweile zu Hause“, sagt Köllner, der schon oft in Peißenberg, Schongau und Weilheim auftrat. „Hier kennen wir uns aus, hier haben wir Freunde und Bekannte.“ Das ist nützlich in einer Zeit, in der für die Familie eigentlich nichts ohne Unterstützung geht.

Köllner hofft auf weitere Hilfe für die Zeit in Peißenberg. „Wer Karotten, Obst oder andere Futterspenden hat, kann gern vorbeikommen“, sagt er. „Unsere Tiere essen fast alles.“ Auch die Familie selbst kann den ein oder anderen Euro gut gebrauchen. Von Tür zu Tür geht sie dafür aber nicht, betont Köllner. „Es kommt immer wieder vor, dass andere in unserem Namen sammeln“, warnt er. „Wir sind das aber nicht, bekommen das Geld auch nicht.“ Stattdessen hat die Familie ein Spendenkonto eingerichtet (IBAN DE53 1001 0010 0939 2821 23).

Viel lieber aber wäre es Köllner, wenn er sich sein Geld einfach wieder verdienen könnte. Mit Akrobatik und Tier-Vorstellungen. Bis es soweit ist, gilt Abwarten. Im Wohnwagen auf Peißenbergs Volksfestplatz. Und hoffen. Hoffen, dass die Zahlen bald wieder sinken.

Kontakt zum Zirkus

Wer helfen möchte oder Fragen hat, kann sich auch direkt an den Zirkus wenden. Alfons Köllner ist unter der Nummer 0170/9512996 erreichbar.

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