Freuten sich über die Einweihung der Sonnenwiese am Dornbichlweg: (stehend v.l.) Alexander Rossner, Vize-Bürgermeister Robert Halbritter (SPD), Frank Zellner, Werner Schilcher (Aufsichtsrat Energiegenossenschaft), Andrea Jochner-Weiß und Hans Arpke (Vorstand Energiegenossenschaft). Vordere Reihe (v.l.) Judith Scheuring (Kinder helfen Bienen), Andreas Krahl, Florian Schönberger und Stefan Sendl.
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Freuten sich über die Einweihung der Sonnenwiese am Dornbichlweg: (stehend v.l.) Alexander Rossner, Vize-Bürgermeister Robert Halbritter (SPD), Frank Zellner, Werner Schilcher (Aufsichtsrat Energiegenossenschaft), Andrea Jochner-Weiß und Hans Arpke (Vorstand Energiegenossenschaft). Vordere Reihe (v.l.) Judith Scheuring (Kinder helfen Bienen), Andreas Krahl, Florian Schönberger und Stefan Sendl.

Sonnenwiese in Peißenberg

Zum Start gab’s einen Wolkenbruch

  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Eine neue Ära der Energieerzeugung in Peißenberg hat begonnen: Die örtliche Energiegenossenschaft hatte jetzt rund 100 Gäste zur feierlichen Einweihung der „Sonnenwiese Dornbichl“ eingeladen. Die mit 6378 Modulen bestückte Photovoltaik-Freiflächenanlage, so lautete der Tenor, sei ein regionales Vorzeigeprojekt.

Peißenberg – Ein bisschen angespannt waren die Verantwortlichen der Peißenberger Energiegenossenschaft und des Anlagenbauers „Vispiron EPC“ schon, als sie die Einweihungsfeier vorbereiteten. Die Photovoltaikanlage zwischen Bahnlinie und Dornbichlweg war schon zwei Tage zuvor in Betrieb genommen worden – bei Regenwetter. „Es hat einen richtigen Wolkenbruch gegeben“, berichtete Stefan Sendl, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft: „Die Sonneneinstrahlung war minimalistisch.“ Aber bei der Feier sollte die Anlage doch bitteschön richtig brummen.

Aufsichtsratsvorsitzender Alexander Rossner, der die Einweihungsfeier moderierte, meinte scherzhaft, dass man sich schon überlegt habe, „den Sound der Wechselrichter bei der offiziellen Feier zu simulieren“. Doch die Gäste bekamen schlussendlich das „echte Brummen“ zu hören. Rossner konnte neben Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU), Landtagsabgeordneten Andreas Krahl (Grüne), Genossenschaftsmitgliedern, Gemeinderäten und Anliegern auch „die liebe Sonne“ begrüßen – und zwar in ihrer ganzen Pracht. Unter weiß-blauem Himmel herrschte jedenfalls das perfekte PV-Anlagenwetter.

Während die Wechselrichter fleißig vor sich hin summten (Rossner: „So wird Geld gedruckt!“), lobten die Festredner die Sonnenwiese als „regionales Vorzeigeprojekt“. Bürgermeister Frank Zellner (CSU) sprach von einem „Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz“. Nachdem Peißenbergs Historie mit dem fossilen Energieträger „Kohle“ verbunden sei, würde nun das Kapitel der Energieerzeugung fortgeschrieben – allerdings in regenerativer Form.

Jochner-Weiß konstatierte, dass man in puncto „Energiewende“ nicht mit dem Finger auf andere zeigen dürfe, sondern selbst etwas tun müsse. Die Photovoltaik habe dabei „höchste Bedeutung“, weil sie „am einfachsten umzusetzen“ wäre. Den Genossenschaftsgedanken empfindet Jochner-Weiß im Zusammenhang mit der Energiewende „am allercoolsten“, weil er Leute zu einem gemeinsamen Investment zusammenführen würde.

Mit „großer Freude“, aber auch ein „bisschen mit Wehmut“ begutachtete Andreas Krahl die Sonnenwiese. Die große Politik beziehungsweise der Staat dürfe beim Aufbau von regenerativen Energien nicht alles den Bürgern auflasten. „Das ist schade. Da braucht es eine andere Politik.“ Der Staat solle sich nicht nur darauf beschränken, die Planungskriterien für Bürgerprojekte zu erleichtern. Er müsse stattdessen selbst eine Vorreiterrolle einnehmen. „Aber auf dem Dach des bayerischen Landtags gibt es zum Beispiel keine PV-Anlage“, kritisierte Krahl.

Die Sonnenwiese war letztlich das Produkt einer breit angelegten Kooperation aus Grundeigentümern, Anliegern, Kommunalpolitik, dem gemeindlichen Bauamt und nicht zuletzt der Sparkasse Oberland als Kreditgeber. „Projektideen entstehen immer nur dann, wenn die richtigen Leute zusammenkommen“, betonte Stefan Sendl.

Auch mit der Firma „Vispiron“ bewies die Genossenschaft ein gutes Händchen. Der Anlagenbau ging reibungslos über die Bühne. Geschäftsführer Florian Schönberger bezeichnete die Energiewende als „Wirtschaftsmotor“, wobei es durchaus zu neuen Rollenverteilungen kommen würde: „Die Bürger sind nicht mehr nur Konsumenten, sondern sie sind nun auch Produzenten.“

Demnächst wird das Vispiron-Team noch einen netzgebundenen PV-Speicher am Dornbichlweg installieren: „Das ist dann die nächste Phase der Energiewende“, so Schönberger. Vispiron sei stolz darauf, beim Bau der PV-Freiflächenanlage „Part of the Game“ gewesen zu sein: „Wir waren die vergangenen Tage zwar ziemlich nervös – aber sie läuft!“

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