Abi 2016 – und ab nach Südafrika: Florian Weinmann möchte Straßenkindern helfen. Foto: Gronau

Peißenberger bei Freiwilligendienst "weltwärts" 

18-Jähriger kümmert sich ein Jahr um Kinder in Afrika

Peißenberg – Der Peißenberger Florian Weinmann hat in den nächsten 12 Monaten eine ehrenvolle Aufgabe: Er kümmert sich um Kinder in Südafrika.

Heute ist sein großer Tag. Heute steigt Florian Weinmann in den Flieger. Freilich, das tun viele in der Ferienzeit – aber der 18-jährige Peißenberger ist dann nicht nur ein paar Tage weg. Sondern gleich ein ganzes Jahr. Weinmann nimmt am Freiwilligendienst „weltwärts“ teil. Zwölf Monate lang wird er sich in Südafrika um Waisenkinder kümmern.

Gefunden hatte er das Projekt über das Internet. Das Bistum Augsburg entsendet jedes Jahr zwei junge Menschen nach Bloemfontein. Als Weinmann darauf stieß, war er gleich angetan: „Das Projekt passt gut zu mir“, sagt er im Gespräch mit der Heimatzeitung. Mit Kindern und Jugendlichen kann er gut umgehen – er half bereits unter anderem beim Training der 7- bis 18-jährigen Kartfahrer des MSC Peißenberg. Weinmann bewarb sich im Oktober für den Freiwilligendienst – mit Erfolg.

Nun stehen ihm spannende Monate bevor. Leben wird der 18-Jährige gemeinsam mit einer weiteren Freiwilligen in einer kleinen Hütte, in der jeder sein eigenes Zimmer hat. Gleich nebenan ist das Waisenhaus, in dem Platz für bis zu 30 Kinder und Jugendliche ist, die ihre Eltern verloren haben und die sonst auf der Straße leben müssten. „Meine Aufgabe ist es, mit ihnen die Freizeit zu gestalten, Ausflüge zu organisieren und sie bei den Hausaufgaben zu betreuen“, beschreibt er. Daneben übernimmt er handwerkliche Aufgaben, fährt die Kinder zum Arzt und besorgt Essen, da das Kinderhaus außerhalb der Stadt liegt.

Da der Peißenberger Schlagzeug spielt, möchte er zudem mit den Kindern auf einer Cajon, einer Kistentrommel, musizieren. Mit seiner Leidenschaft für Musik hat er auch Geld für die Reise gesammelt – denn einen Teil davon finanziert er selbst. Dafür trat er mehrmals als Straßenmusiker auf.

Weinmann hat sich auf seinen Freiwilligendienst gut vorbereitet, Infos zum Projekt kann er längst aus dem Effeff wiedergeben. Er berichtet von Pfarrer Alois Ganserer, der als Missionar in Bloemfontein unter anderem die Pfarrei, einen Kindergarten und das Kinderhaus aufgebaut hat. Unterstützung bekommt er vom Verein „Dumelang“ (zu deutsch „seid gegrüßt“) aus Dinkelsbühl. Mit dem hat auch Weinmann Kontakt.

Der Peißenberger hat schon eine Vorstellung davon, was ihn in Südafrika erwartet. Es gab Seminare im Vorfeld, außerdem traf er ehemalige Freiwillige und hat mit der Managerin vor Ort geskypt. Er kennt schon von einigen Kindern die Namen, ihre Stärken und Schwächen. Auch, wenn es Überraschungen geben wird – Weinmann fliegt mit einem guten Gefühl.

Und mit Gastgeschenken. Cremés, Hundespielzeug, Stifte, Wasserbomben hat er besorgt. Das alles muss mit seinen Sachen in zwei Gepäckstücke passen. Mit denen will er auch eine Backpackingreise durch Südafrika unternehmen, sobald er ein paar Wochen Urlaub hat – ein Heimatbesuch ist in den zwölf Monaten nicht geplant.

„Es ist schon ein komisches Gefühl, alles hinter sich zu lassen“, sagt er. Trotzdem sei genau jetzt der richtige Zeitpunkt für solch ein Vorhaben – denn der 18-Jährige hat heuer sein Abitur am Gymnasium Weilheim gemacht. „Ich wollte schon immer einen neuen Kontinent entdecken“, sagt er. Dafür hat er nun die Zeit. „Wenn ich dabei was Sinnvolles machen kann, umso besser.“

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