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Erinnerung an Peißenbergs Bergbau-Vergangenheit: Im gut besuchten Festzelt wurde der Knappentanz aufgeführt.

Festwoche „100 Jahre Markterhebung“

Tausende Besucher bei Bergmannstag in Peißenberg

Der Titel lautet zwar „13. Bayerische Bergmannstag“, die Gäste kamen jedoch auch von weiter her – aus acht Bundesländern und aus Österreich. Über 1000 Besucher waren am Samstag beim Festabend des Knappenvereins Peißenberg dabei, am Sonntag zog die Bergparade etwa doppelt so viele Gäste an.

Peißenberg– Nach dem Marsch durchs Dorf und der Totenehrung am Kriegerdenkmal wartete am Samstag der erst Höhepunkt des Abends auf die Besucher: der Knappentanz. Der Tanz, dessen Figuren von dem Peißenberger Bergmann Sepp Pfleger stammen und dessen Musik der Hohenpeißenberger Simon Fröller geschrieben hat, zeigt die Arbeit der Bergleute unter Tage. Dabei ließen es die Akteure – wörtlich genommen – richtig krachen. Sie führten auf der Bühne auch eine Sprengung vor.

„Und alles kommt vom Bergbau her“, so der Vorsitzende des Peißenberger Knappenvereins, Rudi Hochenauer, in seiner Festrede, dies müsse man „den Leuten immer wieder sagen“. Auch wenn der Abbau von Kohle in Peißenberg wie in ganz Oberbayern eingestellt worden ist, Bergbau liefere nach wie vor wichtige Rohstoffe.

In Bayern wird weiter Grafit, Kaolin, Gips, Schiefer und Salz abgebaut, so die Vertreter des Bayerischen Dachverbands Armin Kraus und Hans Wiedemann in ihrem Grußwort. Ihren Peißenberger Kollegen überreichten sie als Gastgeschenk eine Uhr aus Schiefer mit goldenen Ziffern, „in unseren Farben“, so Kraus, der betonte, dass die 7000 in bayerischen Vereinen organisierten Knappen nicht „die Vergangenheit verwalten“, sondern „die Zukunft gestalten“ würden. Bergbau habe Zukunft. Dies meint auch Paul Beyer, der aus Seiffen im Erzgebirge gekommen ist. Er hat Bergbau gelernt und arbeitet jetzt in der Sanierung von alten Stollen.

„100 Jahre Markt Peißenberg“: So feiert der Ort sein Jubiläum - Fotos

Bürgermeisterin Manuela Vanni bedauerte in ihrem Grußwort, dass in Peißenberg viele Zeugnisse des Bergbaus, darunter der Förderturm, zerstört wurden. Dank gebühre daher dem Knappenverein Peißenberg, der die Tradition pflege.

Bundesvorsitzender Kurt Wardenga wies auf die Integrationswirkung des Bergbaus hin. Hier hätten schon immer Menschen aus vielen Ländern nicht nur unter Tage gut zusammengearbeitet, sondern auch über Tage gut zusammen gelebt.

Zum Abschluss des Abends spielte die Peitinger Knappenkapelle den „Bergmännischen Zapfenstreich“, der ebenfalls aus der Feder von Fröller stammt.

Mehr über die Festwoche in Peißenberg lesen Sie hier: „Festtage der Superlative“: So gut gelaunt startet Peißenberg in die Festwoche

Am Sonntag legte der Bergmannstag noch nach: 1100 Knappen und Mitglieder von Peißenberger Vereinen stellten sich am Nachmittag in der Schongauer Straße zur Bergparade auf. Die Knappen waren aus acht Bundesländern und Österreich gekommen, von der Ruhr im Norden bis zur Steiermark im Süden reichte die geografische Spanne. Somit waren alle wichtigen Reviere Deutschlands und eine der bedeutendsten Bergbauregionen Österreichs vertreten.

Bei herrlichem Wetter marschierten die Teilnehmer mit ihren Fahnen, begleitet von den Klängen zahlreicher Spielmannszüge und Trommler, auf der Hauptstraße ins Dorf. Kaum waren die letzten in der Rathauskurve verschwunden, konnte man schon wieder die ersten Trommler bei ihrer Rückkehr zum Festplatz hören. Dort blieben die einheimischen Knappen stehen, um ihren Gästen beim Einzug ins Zeit Spalier zu stehen. Nachdem ihnen noch weit über 1000 Zuschauer folgten, waren das Zelt, die Bar „Zum Kohlenhunt“ und der Festplatz zum Ende des Bergmannstags sehr gut gefüllt.

Alfred Schubert

Auf dem Hohen Peißenberg wurde auch kräftig gefeiert:  „Grüne Sonne“ auf dem Hohen Peißenberg: Die besten Bilder vom Festival

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