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Zwar keinen Bienentanz, dafür aber den Peißenberger Knappentanz führte der Knappenverein beim Jubiläumsabend auf. 

100-Jahrfeier des Bienenzuchtvereins

Nicht alles ist ein Honigschlecken

Peißenberg - Bei der 100-Jahrfeier des Bienenzuchtvereins gab es  Tanzeinlage und lobende Worten. Es wurde aber auch nicht mit Kritik an der Landwirtschaft gespart.

Ach, wären doch alle Landkreisbürger Bienen. So in etwa könnte man Andrea Jochner-Weiß’ launiges Grußwort bei der Feier zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Peißenberger Bienenzuchtvereins interpretieren. In Anspielung auf die fleißigen Brummtierchen meinte die Landrätin, dass man als Politiker nur träumen könne von einem (Bienen-)Volk, „das uneigennützig, gemeinwohlorientiert, bestens organisiert und bereit ist, zum Schutze seiner Königin das eigene Leben zu lassen.“ Aber Jochner-Weiß ruderte gleich zurück: „Nein, natürlich muss niemand für das Oberhaupt sterben – ich wäre schon mit weniger zufrieden“, scherzte die Schirmherrin der Jubiläumszeremonie am Samstagabend in der Tiefstollenhalle.

Um ihr Leib und Leben musste die Landrätin bei der entspannt ablaufenden Feier mit rund 80 Gästen ohnehin nicht bangen. Vorsitzender Wolfgang Dörfler führte souverän und unaufgeregt durchs Festprogramm, das musikalisch von der Knappschaftskapelle und mit Tanzeinlagen der Sonnengarde sowie des Knappenvereins aufgelockert wurde.

Und natürlich gab es für die Bienenzüchter jede Menge warmer Worte. Der Verein, so hieß es unter anderem, stehe für „Kameradschaft, Naturschutz sowie Artenvielfalt“ und sei „aus dem gemeindlichen Leben nicht wegzudenken“. „Das, was euer Verein auf die Beine stellt, ist super“, konstatierte Bürgermeister Manuela Vanni in ihrem Grußwort. Hervorgehoben wurde beim Festabend zudem die enge Freundschaft zum Obst- und Gartenbauverein: „Unsere beiden Vereine gehören zusammen. Wir sind eine große Gemeinschaft gleichgesinnter Freunde“, schwärmte Gartenbauvereinsvorstand Matthias Hett. Zum Jubiläum gab’s aber auch nachdenkliche Töne. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft sorgt dafür, dass die Bienenzucht bisweilen kein Honigschlecken mehr ist. Vorstandsmitglied

und Chronist Gerhard Rischbeck, der den Festgästen einen interessanten Einblick in die Epochen der Vereinsgeschichte präsentierte, bezeichnete es als „irrational und paradox“, wenn in den Städten inzwischen mehr Bienen leben würden als auf dem Land. Statt saftiger Blumenwiesen wachse vielerorts auf den Feldern nur noch „Einheitsgrün Marke BayWa“: „Die Landwirtschaft muss abrüsten“, forderte Rischbeck: „Wir brauchen ein anderes System, wenn die Bienen und wir überleben wollen.“ Ziel des Bienenzuchtvereins sei es, vor allem Schulkindern die Imkerei näher zu bringen: „Sie sollen den Wert der Bienen mit allen Sinnen erlernen und begreifen“, so Rischbeck.

Mit seinem fachlichen Know-how sei der Peißenberger Bienenzuchtverein anderen Vereinen „immer eine Nasenlänge voraus“. Die Mitgliederzahlen – derzeit 127 – würden trotz anderer ImkerZusammenschlüsse im Ort stetig steigen. Vor allem bei der jüngeren Generation erfahre man „guten Zulauf“: „Die Zeiten, in denen die Bienenzucht als Alt-Herren-Hobby verschrien war, sind vorbei. Bei uns sind alle Alters- und Berufsgruppen vertreten“, erklärte Rischbeck, der zum Abschluss seines Vortrags selbstbewusst verkündete: „Unser Verein ist der führende in der Region.“

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