Preis für bairisches Deutsch: Stefanie Bauer hält in ihrem Restaurant „Mundart“ nicht nur in der Küche die Regionalität hoch, sondern auch auf der Speisekarte. Das finden die Dialektbewahrer gut. foto: baar

Dialekt nicht nur in der Küche

Peißenberg - Stefanie Bauer aus Peißenberg betreibt in Oberammergau ihr Restaurant „Mundart“. Die Speisekarte ist auf Bairisch. Für ihr Konzept wurde sie ausgezeichnet.

Dass ein Restaurant einen Preis für seine Küche bekommt, ist durchaus üblich. Aber eine Auszeichnung für die konsequente Verwendung der heimischen Sprache? Das ist schon etwas Besonderes, und klar, dass sich die Peißenberger Köchin und Gastronomin Stefanie Bauer über ihre nun verliehene Urkunde richtig freut. Diese gab es für die 30-jährige ausgebildete Köchin und Konditorin vom Förderverein „Bairische Sprache und Dialekte“. Bauer wurde mit dem Förderpreis „Bairisches Deutsch“ geehrt. Die Peißenbergerin betreibt in Oberammergau ein Restaurant - passenderweise mit dem Namen „Mundart“.

Niklas Hilber, Vorsitzender Landschaftsverbands Werdenfels-Ammergau-Staffelsee im Förderverein, begründet die Auszeichnung mit begeisternden Worten: In Bauers Restaurant gebe es eine „junge bayerische Küche, die frech unerwartet modern“ und „saumäßig guat“ schmecke, wie die hauseigene Speisekarte verrate. Und außerdem schwöre die nun Dialekt-Preis-gekrönte Köchin auf regionale Produkte. Hilber, der sich selbst als leidenschaftlichen Sprachschützer und Gourmet bezeichnet, hatte dazu nach eigner Aussage vor Ort recherchiert.

Für die 30-Jährige ist die Auszeichnung natürlich eine willkommene Werbung, aber auch Bestätigung ihrer Arbeit. Bauer stammt aus einer „alteingesessenen Familie“ im Peißenberger Weiler Schweiber. Hier, im elterlichen Bauernhof unterm Hohen Peißenberg, kam sie dank Mutter Anneliese schnell in Kontakt mit Küche und Lebensmitteln. „Zu Hause ist immer frisch gekocht worden. Als Kinder haben wir mitgeholfen.“ Im Alter von zehn Jahren fing Stefanie Bauer selbst an, die Familie zu versorgen. „Nur das Zeitmanagement hat noch nicht hingehauen“, schmunzelt sie. Die Leidenschaft war geweckt. Köchin wollte die Peißenbergerin fortan werden. Erst lernte sie in Weilheim Konditorin, dann in in einem Grainauer Hotel die Kochkunst. 2005 war die Ausbildung abgeschlossen. Die vergangenen zehn Jahre war sie unterwegs, „auf Saison“. Von der Ostsee bis Tirol („Deshalb hat die Karte einen österreichischen Einschlag“), auch als Küchenchefin in großen Betrieben. Doch Bauer zog es wieder in die Heimat, vor allem aber wollte sie sich etwas Eigenes aufbauen. „Da kann man sich selbst verwirklichen.“ Als sie ein Lokal in Oberammergau fand, griff die Peißenbergerin zu. Nach dem Umbau war es im Juli 2014 so weit, das „Mundart“ öffnete.

Seitdem bietet sie ihren Gästen schmackhafte Regionalität. Der Kontakt zu den Lieferanten und deren Produkten sei ihr wichtig, sagt die 30-Jährige. Das Ergebnis ist weitab von traditionellem Schweinsbraten mit Knödeln: „Wir kochen junge bayerische Küche.“ Bauer will ihre Gerichte in neues Licht setzen. Und so steht auch mal ein Maracuja-Blaukraut mit Zartbitter-Mousse auf der Speisekarte. Aber ganz hat die Köchin ihre elterlichen Küchenwurzeln nicht vergessen, sie schwört auch auf „bodenständiges Bauernessen“.

Für Bauer ist es ein Traumberuf. Die Verbindung aus eigenem Spaß an der Arbeit und der Begeisterung des Gastes ist es, dass sie vorantreibt. Und natürlich die Möglichkeit, „aus einfachen Produkten tolle Sachen machen zu können“. Der Erfolg scheint ihr Recht zu geben. Zu ihren Gästen zählen rund 80 Prozent Einheimische. Natürlich schauen Peißenberger bei ihr in Oberammergau vorbei. Man kennt sich. Im „Mundart“ werden auch die familiären Bande hochgehalten: Mutter Anneliese Bauer ist in der Küche mit dabei.

-Andreas Baar-

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