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So funktioniert’s: Beim Discgolf gilt es, die Frisbee-ähnliche Wurfscheibe auf jeder Bahn mit möglichst wenig Würfen in die jeweiligen Körbe fliegen zu lassen.

Discgolf-Parcours

Das „Ding“ kostet knapp 7600 Euro

Peissenberg - Der Bau eines Discgolf-Parcours ist nun offiziell beantragt. Die Finanzierung soll komplett über Sponsoren laufen.

„Ihr seid ja schon richtig fleißig gewesen. Das heißt, Ihr wollt’ das Ding unbedingt haben“, konstatierte Bürgermeisterin Manuela Vanni, als Benedikt Heiß und Matthias Türmer in der jüngsten Marktratssitzung ihre Power-Point-Präsentation beendet hatten. Mit dem „Ding“ meinte die Rathauschefin den geplanten Discgolf-Parcours, der im südwestlichen Bereich der Neuen Bergehalde entstehen soll.

Gemeinderat Ernst Frohnheiser (CSU/Parteilose) hatte das Projekt Anfang 2015 initiiert. Seitdem wurde viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet. Frohnheiser holte sich mit Discgolf-Worldtour-Spieler Benedikt Heiß einen Fachmann und mit Matthias Türmer einen potenziellen Hauptsponsor mit ins Boot. Man versuchte, die Bedenken der Anlieger und Pächter von landwirtschaftlichen Flächen zu zerstreuen. Der Parcours wurde im Konzept aus Naturschutzgründen von 18 auf neun Spielbahnen reduziert. In der jüngsten Sitzung war die Zeit nun reif, in die Offensive zu gehen: Heiß sowie Türmer referierten über die Projektfinanzierung, und Frohnheiser beantragte offiziell, dass die Verwaltung mit der Planung einer Freizeitsportanlage für Discgolf beginnen möge. Entschieden wurde in der letzten Ratssitzung des Jahres aber noch nichts. Über den Discgolf-Parcours soll in der Januar-Sitzung des Bauausschusses debattiert werden. Dennoch: Die Art und Weise, wie der Antrag präsentiert wurde, machte Eindruck. Das Projektteam um Frohnheiser trat im Marktrat nämlich nicht als Bittsteller auf. Der Parcours soll über Sponsoren finanziert, also kostenneutral für die Gemeinde verwirklicht werden. Für Planung und „Hardware“ (Fangkörbe, Abwurfmatten, Infoboards) kalkuliert Heiß mit knapp 7600 Euro: „Wir wollen aber 8000 Euro auftreiben, um einen Puffer zu haben.“ Das dürfte nach derzeitigem Stand kein Problem sein: „7000 Euro sind schon fix“, berichtete Frohnheiser, der mehrere Kleinsponsoren und einen Hauptgeldgeber an der Angel hat. Das Gerüstbauunternehmen „Schleipfer“, deren Juniorchef Türmer ist, steigt mit 3500 Euro ein. Im Gegenzug darf die Weilheimer Firma mit ihrem Logo an den Abwurfschildern werben. Den Parcours-Aufbau will das Discgolf-Team mit Unterstützung des Bauhofs selbst stemmen. Betonbauten oder Bodenverdichtungen soll es nicht geben. Also alles in Ordnung? Für Jutta Geldsetzer nicht ganz. Die SPD-Rätin will bis zur Entscheidung wissen, wer die Unterhalts- und Folgekosten für die Anlage tragen soll: „Der Parcours in Weilheim gammelt ja vor sich hin“, gab Geldsetzer zu bedenken. Und dann meldete sich auch Bergehalden-Referent Georg Karl (SPD) zu Wort: „Ich betreue Kindergartengruppen auf Exkursionen über die Bergehalde. Ich sage ihnen immer, ‘Ihr dürft die Wiesen nicht betreten‘. Da ist das Discgolf für mich ein Widerspruch.“ Und außerdem: „Es gehören uns ja gar nicht alle Grundstücke da oben.“

Frohnheiser verwies darauf, dass der Standort der Spielbahnen noch nicht fix sei und auf die Besitzverhältnisse der Flächen abgestimmt werde. Hinsichtlich der Folgekosten sei kein hoher Pflegeaufwand zu erwarten. Zunächst solle die Gemeinde Eigentümer der Anlage werden. „Einen Träger-Verein gibt es noch nicht. Aber auch das ist irgendwann angedacht“, so Frohnheiser. Zwischenfazit: Trotz der kritischen Stimmen zeichnet sich – zumindest dem Vernehmen nach – eine Mehrheit für den Bau des Parcours ab. Viele Räte wollen die Neue Bergehalde nicht länger unter Artenschutz stellen, sondern sie für Freizeit- und Kulturaktivitäten öffnen.

Bernhard Jepsen

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