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In der Tiefstollenhalle liest Patricia Christner aus ihrem Krimi vor.

Lesung in der Tiefstollenhalle

Patricia Christner (15) stellt ersten Krimi vor

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Peißenberg - Viele träumen davon, "irgendwann mal" ein Buch zu schreiben. Patricia Christner hat's einfach gemacht. Mit 15.

Es war keine leichte Zeit für Patricia Christner. Vier Monate lang hat sie der Versuchung widerstanden. Bei keinem noch so verlockend klingenden Titel wurde sie schwach. Keine noch so spannende Story brachte sie dazu, zu einem Buch zu greifen. Christner war abstinent. Lese-abstinent. Weil sie schreiben wollte. Ein Jahr lang arbeitete die Gymnasiastin an ihrem eigenen Krimi. In den letzten vier Monaten der Fertigstellung verzichtete sie auf die Lektüre anderer Werke, um nicht in ihrem Schreibstil beeinflusst zu werden. „Barbara Wensch: Grimmiger Tod“ heißt das mittlerweile fertige und 176 Seiten umfassende Buch – Christner hat es mit 15 Jahren geschrieben und selbst verlegt. Und wenn sie am Donnerstag, 27. Oktober, auf der Bühne der Tiefstollenhalle steht und aus ihrem Buch liest, dann ist ihr 16. Geburtstag gerade eine Woche her.

Die Leidenschaft fürs Schreiben hatte Christner schon als Kind. Sie brachte Fantasy- und Kurzgeschichten zu Papier. Zum Krimi kam sie erst im vergangenen Jahr. Da reichte sie gemeinsam mit einer Freundin einen Text mit dem Titel „Klebrig & Rosa“ beim Kinder-Krimifest der Stadtbibliothek München ein. „Aus Spaß“, sagt Christner. Und aus dem Spaß wurde der erste Platz.

Das nun veröffentlichte Buch hat mit diesem Krimi nichts mehr zu tun. Es entstammt ganz allein Christners Fantasie – und Fingern. Am Nachmittag, wenn sie vom Gymnasium Weilheim heim kam, tippte sie ihre Gedanken in den Laptop. Und als sie im Sommerurlaub in Kroatien keinen Computer in in der Nähe, aber eine Idee hatte, schrieb sie zehn Din-A4-Seiten einfach mit der Hand.

Zwischendurch machte sie sich über Mordfälle schlau. „Schreiben ist Recherche“, sagt Christner. Zwei Doktorarbeiten zu Pathologie hat sie gelesen. Die Schülerin wollte genau wissen, wie es abläuft, wenn jemand erdrosselt wird. „Ich habe keinen Rechtsmediziner in der Verwandtschaft“, sagt sie achselzuckend. Also musste sie sich selbst informieren. Christner ist akribisch, es muss realistisch sein, was sie da schreibt. Und detailliert. Die Peißenbergerin nutzt viele Adjektive, will Bilder im Kopf erzeugen und den Leser so tief wie möglich in die Geschichte ziehen.

Und manch einer, der den Kopf hineinsteckt, wird etwas von sich wiedererkennen. „Das Buch ist von hinten bis vorn voll mit Anspielungen“, sagt sie und grinst. Da sind Kleidungsstücke, die sie bei Fremden auf der Straße gesehen hat. Da sind Sätze, die Freunde gern sagen. Da sind Charakterzüge von Bekannten. Alles zusammengesetzt zu neuen Personen. „Ich erschaffe eigene Charaktere.“

Allen voran Kommissarin Barbara Wensch, die im Buch kurz vor der Rente steht und eine Mordserie an jungen Mädchen aufklären muss. Und dann ist da noch Christian Stein, der ihr Nachfolger werden soll – und anfangs keinen leichten Stand hat. Beide sind Christner in all den Monaten ganz schön ans Herz gewachsen. Deshalb war es ein komischer Moment, als das Buch fertig war. Irgendwie vermisste sie ihre Akteure. „Das hätte ich niemals gedacht“, gibt sie zu.

Es ist vermutlich auch nur ein kurzer Abschied. Denn der erste Krimi soll nicht Christners letzter sein – sondern der Auftakt einer Reihe. „In meinem Kopf bin ich bei Band vier“, sagt Christner mit einem verschmitzten Lächeln. „Aber meine Hände sind nicht so schnell.“

Die Lesung

findet am kommenden Donnerstag, 27. Oktober, ab 19 Uhr in der Tiefstollenhalle Peißenberg statt. Der Eintritt ist frei. Das Buch „Barbara Wensch: Grimmiger Tod“ gibt es im Anschluss an die Lesung für 9,95 Euro zu kaufen. Außerdem ist es ab Freitag, 28. September, bei „PeissenBuch“ und im Internet erhältlich.

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