Rund 80 Besucher konnte Bürgermeister Helmut Dinter bei der Versammlung begrüßen. Foto: Halmel

Bei der Ortsteilversammlung in Forst

Viele Wünsche, wenige Lösungen

Forst/Peißenberg - Rege Diskussionen gab es bei der Ortsteilversammlung in Forst – es ging vor allem um Baugrund, Wirtschaft, Feuerwehrhaus und Flurbereinigung.

In mehrfacher Hinsicht speziell war die Ortsteilversammlung in Forst. Quasi als Vorprogramm gab es ein Public-Viewing des EM-Spiels der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft – danach folgte im Mehrzweckraum der Grundschule mehr ein „großer Workshop“ als eine klassische Bürgerversammlung, bei der nach der Faktenpräsentation am Ende eine Diskussion folgt.

„Wir wollen einen offenen Dialog hinbekommen“, leitete Bürgermeister Helmut Dinter die Versammlung mit rund 80 Anwesenden ein. Zunächst ging es darum zu klären, was in Forst fehlt und wo die Bürger Defizite sehen. Zur Sprache kamen dabei Themen, die auch schon in der Vergangenheit zum Teil regelmäßig diskutiert wurden, wie die geschlossene Gaststätte sowie fehlende Bauplätze und Einkaufsmöglichkeiten. Auf der Wunschliste stand auch die Sanierung des Feuerwehrhauses, die Erweiterung des Schützenheims, ein Platz für die Landjugend, ein öffentliches Bücherregal, ein Senioren-Cafe und ein „Haus der Vereine“.

Etwas verhaltener fielen die Aussagen im Anschluss zur Frage nach der Lösung der angesprochenen Probleme aus. Michael Kirchbichler brachte einen Neubau des Feuerwehrhauses ins Spiel. „Beim alten könnten dann Bauplätze entstehen und im neuen könnte auch Platz für die Vereine sein“, lautete sein Vorschlag. Dinter zeigte sich vom Vorschlag überrascht, aber nicht abgeneigt. „Nur wo soll es hin und wie soll es finanziert werden?“, fragte er in die Runde. Gerade die Frage nach möglichen Baugrundstücken beschäftige die Forster, wobei Dinter bei einem Projekt gute Kunde parat hatte. „In der kommenden Gemeinderatssitzung erfolgt die Vergabe der sechs Grundstücke in Guggenberg“, erklärte der Rathauschef, der auch das Thema „Kleine Flurbereinigung“ ansprach. Hier kam die Idee aus der Runde, eine Arbeitsgruppe zu bilden, um die Skeptiker mit ins Boot zu holen. „Es gibt hier anscheinend Info-Defizite, die wir aufarbeiten müssen“, räumte der Bürgermeister ein. Gleichzeitig warb er vehement für das Projekt, mit dem viel Geld gespart werden könnte, das die Gemeinde an anderer Stelle sinnvoller verwenden kann.

Großen Raum bei der rund zweistündigen Versammlung nahm auch das Thema „Mögliche neue Gaststätte“ und die derzeit geschlossene Wirtschaft „Bayerischer Hiasl“ ein. Debattiert wurde unter anderem über die Konkurrenzklausel, die eventuelle Pächter abschrecken könnte, aber auch über die Verhandlungen mit der Wirtsfamilie. „Nur, weil sich da nichts tut, dürfen wir nicht sagen, wir tun dann auch nichts“, erklärte Dinter. Einig waren sich am Ende alle mit Lorenz Barfüßer, der sagte: „Uns wäre am liebsten, wenn morgen der ,Hiasl‘ wieder aufmacht.“

Von Roland Halmel

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