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Freude am „Peißenberger Frauenfrühstück“: Sabine Dietl (hinten, 3.v.l., schwarz-weiß gekleidet) mit Organisationsteam und Besucherinnen.

Frauenfrühstück in Peißenberg

"Es wird immer besser"

Paterzell – Das "Peißenberger Frauenfrühstück" fand am Wochenende zum 25. Mal statt – 125 Teilnehmerinnen kamen.

Wenn sich das weibliche Geschlecht zu einem „Frauenfrühstück“ trifft, dann klingt das erst einmal niedlich. Speziell die Männerwelt dürfte da eher an ein Kaffeekränzchen sowie an Klatsch und Tratsch denken. Doch mit solchen Klischees hat das „Peißenberger Frauenfrühstück“ nichts zu tun. Die ökumenische Veranstaltung will ihren Teilnehmerinnen vielmehr „Nahrung für Körper und Geist“ bieten – und das Konzept kommt richtig gut an: Bei der 25. Jubiläumsauflage versammelten sich am Samstagvormittag sage und schreibe 125 Frauen im Gasthaus „Zum Eibenwald“ in Paterzell. Zum Teil kamen die Damen bis aus Bichl und Marktoberdorf angereist.

Organisiert wird das Frauenfrühstück, das jeweils im Frühjahr und Herbst stattfindet, von einem sechsköpfigen Veranstaltungsteam – rein ehrenamtlich. Der Aufwand ist beachtlich. Bis zu 1000 Einladungen müssen jedes Mal verschickt oder ausgelegt werden. Neben terminlichen Abstimmungen gilt es zudem, die Fachreferentinnen zu buchen – das ist nämlich mit die Hauptsache beim „Frauenfrühstück“, wie Sabine Dietl vom Organisationsteam betont. Es geht darum, den Frauen eine Wohlfühlathmosphäre zu vermitteln, sie aber auch inhaltlich zu unterhalten – „mit Themen, die das Leben beschreiben“, wie es Dietl formuliert. Beim Jubiläumsfrühstück erklärte eine Diplompsychologin, warum Lachen glücklich macht. Mitunter stehen aber auch ernstere Themen auf dem Programm, zum Beispiel über den Umgang mit Schuldgefühlen oder über Eltern-Kind-Beziehungen: „Da geht es dann schon ans Eingemachte“, erklärt Dietl.

Auch wenn es ihr „zu Hause keineswegs langweilig“ ist, die Mitarbeit im Organisationsteam empfindet die dreifache Mutter aus Peiting nicht als Last: „Es ist erstaunlich, was die Frauen mitnehmen“, erzählt Dietl. „Viele kommen müde und abgekämpft zum Frühstück und gehen mit einem strahlenden Gesicht wieder raus. Das ist für mich ein Ansporn, weil man sieht, dass man mit seinem Engagement etwas bewirkt.“

Zielgruppe sind übrigens nicht nur christlich orientierte Frauen. Auch Muslima oder Bekenntnislose können an dem Frauenfrühstück teilnehmen. „Wenn man mit dem Bezug zum christlichen Glauben keine Probleme hat, dann ist jede Frau herzlich eingeladen“, sagt Dietl. Und wie sieht es mit Männern aus? Dürfen die auch mitfrühstücken? „Jein“, antwortet Dietl schmunzelnd. Die Tischdekoration und das allgemeine Ambiente seien wohl eher auf die Vorlieben von Frauen ausgerichtet, drückt sie es diplomatisch aus: „Aber wenn es ein Mann mit über 100 Frauen aushält, dann darf er natürlich mitkommen.“ Ein Mann ist übrigens immer unter der Damenschar – Dietls Gatte Andreas, der sich als Hahn im Korb durchaus wohlfühlt: „Das passt schon. Man wird gut umsorgt“, erzählt er grinsend, wobei sein Wohlbefinden bei den Frauen nicht unbedingt Priorität hat: „Wir brauchen ihn als Techniker für die Mikroanlage“, klärt die Ehefrau auf.

Aber warum heißt die Veranstaltung eigentlich „Peißenberger Frauenfrühstück“, wenn sie doch regelmäßig in Paterzell stattfindet? Nun, seine Wurzeln hat das Frühstück in der Marktgemeinde. Die evangelische Kirche in Peißenberg unterstützt das Format, und vor 13 Jahren ging die erste Auflage im Café „Fischer“ über die Bühne. Doch bereits beim dritten Mal wurde es zu eng, man wechselte ins Gasthaus „Zur Post“ und später nach Paterzell in den „Eibenwald“.

Die Resonanz ist ungebrochen gut: „Man hat nicht das Gefühl, dass die Luft raus ist. Das Frühstück wird gebraucht“, sagt Dietl – ihr Gesamtresümee zum 25. Jubiläum des „Peißenberger Frauenfrühstück“ fällt entsprechend positiv aus: „Es hat gut angefangen und wird immer besser.“

Bernhard Jepsen

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