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Übergabe der Liste: Bürgermeisterin Manuela Vanni mit (v.l.) den Gemeinderäten Werner Hoyer und Jürgen Forstner sowie Wolfhard Schmid und Georg Karl. 

Heute im Marktrat

870 Unterschriften gegen Discgolf-Parcours

Peißenberg - Am Dienstag wurden die Unterschriften gegen den Discgolf-Parcours übergeben. Die Bürgermeisterin kritisierte „plakative Aussagen“.

 Heute Abend wird im Marktrat darüber entschieden, ob der Discgolf-Parcours gebaut wird oder nicht. Über kein kommunalpolitisches Thema wird derzeit in Peißenberg mehr gezankt als über die von Gemeinderat Ernst Frohnheiser (CSU/Parteilose) vorgeschlagenen Spielbahnen am südwestlichen Ausläufer der Neuen Bergehalde. Auch im Büro von Bürgermeisterin Manuela Vanni kochten am Montag die Emotionen hoch: Wolfhard Schmid und Bergehalde-Referent Georg Karl (SPD) übergaben dort im Namen der Interessengemeinschaft „Neue Bergehalde“ eine Liste mit 870 Unterschriften – 775 davon von Peißenbergern – gegen den Bau der Freizeitsportanlage.

Nachdem der vorberatende Bauausschuss in der vergangenen Woche bereits eine mehrheitliche Präferenz für die Errichtung des Parcours abgegeben hatte, war klar, dass der Termin im Rathaus keine gemütliche Plauderrunde werden würde – und Schmid ging auch gleich in die Vollen: „Frau Bürgermeisterin, ich finde es traurig. Man hat den Eindruck, dass die Meinung der Bevölkerung nicht beachtet wird“, echauffierte sich der Koordinator der Interessengemeinschaft. Ein Großteil der Peißenberger, so Schmid, sei gegen den Parcours, weil er in ein Natur- und Naherholungsgebiet eingreifen würde. Alternative Standorte gebe es sehr wohl – zum Beispiel auf der Neuen Bergehalde. Und überhaupt: Die Discgolfer seien letztlich „nur eine kleine Minderheit“, die am Weilheimer Gögerl bereits eine Spielmöglichkeit vorfinden würden. Ein Bürgerbegehren gegen die Discgolf-Anlage wird die Interessengemeinschaft laut Schmid zwar nicht initiieren – allerdings: „Wenn unsere Meinung ignoriert wird, dann kommt es zu einer Spaltung der Bürgerschaft.“

Schmid und Karl hatten im Bürgermeisterbüro argumentativ keinen leichten Stand. Vanni und die ebenfalls anwesenden Markträte Jürgen Forstner (Bürgervereinigung) und Werner Hoyer (Peißenberger Liste) hielten inhaltlich dagegen. Die Rathauschefin kritisierte, dass die Interessengemeinschaft in der Erläuterung zur Unterschriftenliste den Sachverhalt nicht richtig dargestellt habe. Die Behauptungen, dass Bäume gefällt und die Natur zerstört werden sollen, bezeichnete sie als „plakative Aussagen, die nicht stimmen“. Vanni verwies auf die Stellungnahmen der Fachbehörden und der zuständigen Försterin: „Wenn der Parcours gebaut wird, dann werden wir die Bahnen so legen, dass sie im Einklang mit der Natur stehen.“ Ferner sieht die Rathauschefin den Discgolf-Parcours „nicht nur als Beschäftigungsmöglichkeit für zehn Leute, sondern als Angebot für die Peißenberger Familien.“ Die Neue Bergehalde könne die beiden räumlich voneinander getrennten Ortsteile verbinden, „aber nur, wenn ich den Leuten dort in Sachen ,Freizeitgestaltung‘ auch etwas biete.“ Im April oder Mai, so kündigte Vanni an, werde sich der Gemeinderat in einer Sondersitzung mit der Gestaltung der Neuen Bergehalde und der generellen Frage beschäftigen, ob und wie man sich an den Vorschlägen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts orientiert. Darin wurde zum Beispiel auch eine kulturelle Aktivierung der Neuen Bergehalde mit Veranstaltungen in einem Amphitheater angeregt.

Und wie wird die Entscheidung heute Abend ausfallen? Nach der Abstimmung im Bauausschuss (5:3) zeichnet sich eine Mehrheit für den Parcours-Bau ab. Lediglich die SPD-Fraktion und Thomas Bader (CSU/Parteilose), der auf der Neuen Bergehalde landwirtschaftliche Flächen gepachtet hat, werden voraussichtlich gegen die Discgolf-Anlage stimmen.

Die Sitzung des Marktrats

beginnt am heutigen Mittwoch, 16. März, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Peißenberg.

Bernhard Jepsen

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