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Stets in Kontakt mit dem Publikum: Maxi Schafroth am Samstagabend in Peißenbergs Tiefstollenhalle. 

Kabarettist Maxi Schafroth in der Tiefstollenhalle

Allgäuer Angebote für Ausgebrannte

Peißenberg -  Kabarettist Maxi Schafroth trat mit „Faszination Bayern“ in Peißenberg auf.  Damit traf er den Nerv der 480 Besucher.

Es sprudelt nur so aus ihm heraus: Maxi Schafroth, der 30-Jährige aus dem Unterallgäu, der noch zu den jungen Wilden der bayerischen Kabarettszene zählt, ist ein Schnellsprecher. Mit Tempo und Spannung zieht er das ebenso witzige wie irrwitzige Programm „Faszination Bayern“ durch. Beim Auftritt in Peißenbergs Tiefstollenhalle kamen am Samstag 480 Besucher – darunter viele aus dem Schongauer Land – voll auf ihre Kosten – und aus dem Lachen gar nicht mehr heraus.

Dass Schafroth bis vor drei Jahren Banker war, findet auch im aktuellen Programm seinen Niederschlag. Stark, wie er zusammen mit Gitarrist Markus Schalk das Charakterlied zu den Kollegen Silke und Jörg in einer Münchener Großbank zum Besten gibt. Oder wie er ein Resozialisierungszentrum für Aussteiger-Banker genauso anpreist wie das Seminar „Loslassen“ auf der Gletscherhütte. Die Therapie an der Güllegrube und am Spaltenboden seien geeignet, ausgebrannte Führungskräfte wieder fit zu machen.

Der Kabarettist, Filmemacher und Finanzexperte frotzelt weiter, dass er bei Investment-Fachleuten schon festgestellt habe: „Wenn der Bettler kommt, laufen sie weg“. Der drahtige Bauernbub („I war immer sehr schmal; was soll ma o macha, wenn ma im Allgäu mit einer Laktose-Intoleranz aufgwachse isch.“) befasst sich nicht nur mit Kühen und Rindern, sondern auch mit „Psychoanalytiker-Katzen“, für die mehr Geld ausgegeben werde als „bei uns dahoim für d’Oma“.

Schon zur Begrüßung und ein zweites Mal nach der Pause gibt Schafroth in brauner Trachtenjoppe den feinfühligen Referenten aus dem Heimatministerium, der den „bayerischen Regionalsinn und Feinsinn“ preist. Beim Streifzug von West nach Ost stellt er im Landkreis Weilheim-Schongau freilich fest: „Mir sind doch alle im Identitätsvakuum zwischen dem Allgäu und Oberbayern.“ Bayern sei nun mal geteilt. Durch Bayern fließe der Lech. Der habe sozialwissenschaftlich große Bedeutung: Westlich des Lechs gebe es bis ins Allgäu hinein nach wie vor Ortschaften ohne Breitband. Dort habe die Kirche „noch leichtes Spiel“, sagt der Schnellsprecher, der aus dem 78 Seelen zählenden Stephansried bei Ottobeuren stammt.

Lokalkolorit muss auch sein: Peißenbergs „Rigi-Center“ nahe der Tiefstollenhalle charakterisiert Schafroth als „architektonische Perle Oberbayerns“. Da hat der Allgäuer Wuschelkopf die Lacher auf seiner Seite. Wie so oft an diesem Abend: Schafroth trifft den Nerv des Publikums.

Nächster Termin

des Kulturvereins Peißenberg in der Tiefstollenhalle: „Die Bayerischen Löwen“ mit „Durchblechte Nächte“ am Samstag, 27. Februar, 20 Uhr.

Johannes Jais

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