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Voller Einsatz an der beschädigten Brücke: Josef Spath (am Schweißgerät) und Wolfgang Neumann setzen neue Teile für das Geländer und den Gitterrost ein. Der umgestürzte Baum hatte massive Spuren hinterlassen.

Knappenverein nachte den Weg frei 

Stollenweg ist wieder begehbar

Peißenberg -  Drei Männer des Knappenvereins sorgten dafür, dass der Stollenweg wieder zugänglich ist. Ein Baum hatte eine Brücke beschädigt.

Josef Spath, Wolfgang Neumann und Rudolf Hochenauer hatten sich einen richtig anstrengenden Job ausgesucht. Einen halben Tag lang mühte sich das Trio im Wald oberhalb von Peißenberg, kurz vor dem Weinbauer, ab. Doch der Einsatz hat sich gelohnt: Die drei Aktiven des Peißenberger Knappenvereins richteten mit vereinten Kräften auf dem Stollenweg eine kleine Stahlbrücke wieder her. Auf den Übergang war Ende August bei einem Gewitter eine Buche gestürzt. Nichts ging mehr, der beliebte Wanderweg musste über zwei Monate offiziell von der Marktgemeinde gesperrt werden.

Das Forstamt hatte zwar die Buche alsbald entfernt, doch die Brücke hatte eine Menge abbekommen. „Das Gelände war kaputt und die Gitter durchgebrochen“, sagt Knappenvereins-Vorsitzender Rudolf Hochenauer. Die Reparatur war alles andere als einfach. „Wir mussten alle Gerätschaften hinfahren und den Rest tragen.“ Vor allem beim Schweißgerät hatten die Männer ordentlich zu tragen. Die nötigen Gasflaschen zogen sie mühsam zur Baustelle herunter. „Das war richtig aufwändig. Allein geht das nicht.“ Angekommen ging es erst richtig los: Das beschädigte Geländerstück wurde abgeflext und ein neues Stück sorgfältig angeschweißt. Hochenauer lobt nicht nur seine Mitstreiter, sondern dankt auch den Bauhöfen in Peißenberg und Hohenpeißenberg. „Die unterstützen uns immer.“ Bei der Brücken-Reparatur halfen die gemeindlichen Einrichtungen mit Geräten aus.

Doch mit der Arbeit ist es nicht getan. 2016 steht am Stollenweg laut dem Knappenvereins-Chef „noch einiges an“. Auf der ganzen Weglänge müssen Treppen gerichtet werden, außerdem entdeckten die Mitglieder eine Menge Winterschäden. Für Frühjahr plant Hochenauer eine umfangreiche Begehung. „Wir wollen den Weg dann abschnittsweise in Stand setzen.“ Außerdem müssen sie die Beschilderung, die schon seit 1999 am Weg steht, auf Vordermann bringen. Einige Infotafeln hätten eine Auswechslung nötig, weil sie durch die Sonne ausgebleicht seien. Jetzt im Winter will Hochenauer die Aufträge vergeben. Er rechnet mit mindestens 300 Euro Kosten pro Schild. Wie viele es letztendlich sein werden, sei allerdings noch unklar. Doch die Investition lohnt sich, ist er überzeugt. „Der Stollenweg wird ja gut genutzt.“

Zuletzt hatte sich der Knappenverein beim neuen Infopavillon auf dem Hohen Peißenberg engagiert. Am 16. August war die Besucherattraktion eingeweiht worden. Das Interesse ist groß, stellt Hochenauer erfreut fest: Allein rund 2000 der eigens gestalteten Infobroschüre über Hohenpeißenberg, seinen „Bayerischen Rigi“ und den Bergbau wurden dort bislang mitgenommen. Hochenauer hatte 10 000 Exemplare drucken lassen.

Andreas Baar

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