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Das Filmplakat gibt es schon: "Strings of Hope" ist ein Kurzfilm über den Gründer der  der "Augsburger Puppenkiste", Walter Oehmichen.

Peissenbergerin in Hollywood

Filmemacherin Merz gibt nicht auf

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Peißenberg - Eva Merz will  einen Kurzfilm über die  Augsburger Puppenkiste machen. Sie gibt nicht auf, das  dafür notwendige Geld zu  sammeln.

„Selfie mit Kasperl“ hat Filmemacherin Eva Merz das Foto betitelt. Die Peißenbergerin will unter anderem im Marionettentheater von Bob Baker drehen. 

 Von Enttäuschung ist bei Eva Merz nichts zu spüren – im Gegenteil. Die 27-jährige Peißenbergerin, die in Los Angeles studiert, ist am Telefon positiv gestimmt und tatendurstig: „Wir ziehen das durch, alles ist in Schwung.“

Wie von der Heimatzeitung berichtet, möchte Merz einen Kurzfilm über die Anfänge der „Augsburger Puppenkiste“ respektive deren Gründer Walter Oehmichen auf die Leinwand bringen. „Strings of Hope“ (zu deutsch: „Fäden der Hoffnung“) soll das Werk heißen. Es soll der Abschluss für ein Regie-Zertifikat werden. Die Peißenbergerin, die seit 2007 als freischaffende Künstlerin in Deutschland Fotodesign-Arbeiten sowie Kurz- und Imagefilme drehte, war 2013 von der Filmhochschule „American Film Institute Conservatory“ angenommen. Von der University of California wurde sie zudem mit einem Stipendium bedacht.

Mit einer „Kickstarter-Kampagne“ (www.kickstarter.com) hat Merz nun versucht, Geld für ihren Kurzfilm zu sammeln. 26 000 US-Dollar (rund 23 400 Euro) hätten zusammenkommen müssen. Immerhin 74 Unterstützer hatten bis zum Stichtag ihre Bereitschaft zum Geldspenden bekundet, letztlich waren aber nur 4227 US-Dollar zusammengekommen. Die Finanzierung ist also „fehlgeschlagen“, wie auf der entsprechenden „Kickstarter“-Seite zu lesen ist. Das heißt auch, dass den potenziellen Spendern kein Geld vom Konto abgezogen wurde. Merz will nun versuchen, diejenigen, die gespendet hätten, direkt anzusprechen und zu einem freiwilligen Obolus zu bewegen. Etwa die Hälfte der Unterstützer kenne sie; darunter seien fast ausschließlich Deutsche und viele Fans der „Augsburger Puppenkiste“. Die Peißenbergerin hat nun ein Extra-Konto eingerichtet. „Ich stehe dafür ein, dass das Geld nur für den Film verwendet wird“, betont sie. Zur Not wird sie noch eigenes, privates Geld zuschießen. „Es bleibt mir nix anderes übrig“, sagt sie. Der Film „ist meine Visitenkarte für meinen weiteren Weg in Hollywood“.

Um „Strings of Hope“ doch zu realisieren, will sie das Budget von 20 000 Dollar auf rund 10 000 Dollar verkleinern. Das Drehbuch soll statt elf nur noch sieben Seiten umfassen, der Film nicht mehr eine Viertelstunde lang sein, sondern weniger als zehn Minuten dauern. Merz sieht darin kein Problem, sondern eine Chance, „die Geschichte prägnanter zu erzählen“. Allerdings heißt das für die jeweiligen Szenen auch: „Man muss kreativer sein, jedes einzelne Wort zählt.“ Das Drehbuch zu straffen und dennoch alles Wesentliche darin unterzubringen, „daran arbeite ich gerade. Es ist herausfordernd“, sagt Merz. Durch die Kürzung ergibt sich eine weitere Möglichkeit: Je kürzer ein Film ist, desto eher hat er die Chance, bei Festivals gezeigt zu werden. Und das ist das Ziel von Merz. Denn „Strings of Hope“ sollen ja möglichst viele Menschen sehen und am besten auch Geld einspielen. Denn dann würden diejenigen Mitglieder der Filmcrew, die „auf Rückstellung“ bezahlt werden, wie es heißt, auch etwas bekommen.

Rund 20 Mitarbeiter sind an dem Projekt beteiligt, hinzu kommen noch fünf Darsteller und bis zu zehn Komparsen. „Das Casting läuft schon. Es haben tolle Leute vorgesprochen“, berichtet Merz. Sie selbst ist für die Regie, das Drehbuch und die Produktion verantwortlich. Zum Kern-Team, wie es die Peißenbergerin nennt, gehören noch Kameramann, Cutter und Szenenbildner sowie ein Komponist. Er sei ein Filmmusikstudent aus Deutschland und ein Fan der Puppenkiste, so die Peißenbergerin. Das Kern-Team ist, da es von der Idee des Films begeistert ist, „kostenlos dabei“, sagt Merz.

Gesucht werden noch Kostüm- und Maskenbildner sowie Beleuchter und Regie-Assistenten. Aufgrund des gekürzten Budgets „müssen wir da noch verhandeln“, sagt die Peißenbergerin. Und dann sind auch noch Praktikanten und so genannte Produktionsassistenten nötig, „die das Set am Laufen halten“. Geplant sind zwei Drehtage. Das Treiben am Set „ist harte körperliche Arbeit“, weiß Merz. Nach jeweils sechs Stunden ist eine längere Pause samt warmes Essen vorgeschrieben. Und Essen bedeutet: „Keine Pizza, sondern Catering“, so Merz. Nicht verwunderlich also, dass die Verköstigung einen großen Teil des Budgets ausmacht. Hinzu kommen noch etwaige Mieten für die Drehorte.

Als eine mögliche „Location“ hat Merz das Marionettentheater und die Werkstatt des mittlerweile verstorbenen Bob Baker entdeckt. Er war ein Freund von Walt Disney und hat zur etwa gleichen zwei wie Oehmichen mit seinen Marionetten begonnen. Im März soll der Kurzfilm „String of Hopes“ schließlich gedreht werden. Eva Merz ist optimistisch: „Es geht immer weiter.“

Extra-Konto

Wer die Realisierung des Films „Strings of Hope“ (www.strings-of-hope.com) von Eva Merz unterstützen will, kann dies mit einer Spende tun. Die Peißenbergerin hat dafür ein eigenes Konto eingerichtet.

Kennwort: Strings of Hope; IBAN: DE39120300001050370236; BIC: BYLADEM1001.

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