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Das ehemalige Autohaus „Gwehenberger“ wird bald zum Standort eines Mercedes-Klassikcenters. 

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Peißenberg bekommt ein „Klassikcenter“

Peißenberg - Das  Autohaus „Medele“ plant ein "Klassikcenter für Mercedes-Old- und -Youngtimer samt TÜV-Prüfstelle. Bis Sommer soll es eröffnen.

Momentan steht er noch ganz alleine in der Ausstellungshalle des ehemaligen Autohauses „Gwehenberger“ an der Schongauer Straße. Doch der französische Darracq-Oldtimer, den man seit ein paar Monaten durch die Glasscheibe bewundern kann, wird bald Gesellschaft bekommen. Das Autohaus „Medele“ will den früheren Renault- und Daciastandort in Kooperation mit dem TÜV zum Klassikcenter für Old- und Youngtimer ausbauen – und zwar als Zweigstelle der Weilheimer Hauptniederlassung und ausschließlich für Mercedes-Modelle.

Im Sommer 2016 soll bereits alles fertig sein – inklusive sanierter Fassade, neuen Bremsprüfstands und eines Mercedes-Ersatzteillagers: „Wir wollen das Ganze professionell aufziehen“, betont Hans Medele auf Nachfrage der Heimatzeitung. Die Idee für das Klassikcenter hatte der Autohauschef „schon länger im Kopf“ – „und Peißenberg hat sich angeboten, weil eben dort das Autohaus ,Gwehenberger‘ aufgehört hat“.

Bereits vor einem Jahr wurde der Mietvertrag für das ehemalige Werkstatt- und Verkaufsgelände geschlossen. Inzwischen sind die Architekten und Planer am Werkeln, um das baurechtliche Verfahren anzukurbeln – und die Peißenberger Rathausverwaltung zieht mit: „Die Gemeinde ist da wahnsinnig kooperativ. Das ist wirklich toll“, lobt Medele. Bald soll der Bauantrag eingereicht werden: „So wie es jetzt ist, kann man es nicht lassen. Das ist kein Bild“, sagt er. Allerdings wird es keine riesigen Umbauten geben. „Das Gelände ist nostalgisch – und es soll auch altersmäßig bleiben, aber eben neu hergerichtet.“

Der Fokus im Klassikcenter mit der integrierten TÜV-Prüfstelle wird nach der Konzeptplanung auf den Mercedes-Epochen zwischen 1945 und 1990 liegen – also „keine Fremdfahrzeuge anderer Marken“ und „Automobile mit wenig Elektronik“, wie es Medele formuliert: „Da braucht man noch richtige Mechaniker und keine Mechatroniker.“ Die gravierenden Technikunterschiede waren der Hauptgrund, warum sich Medele für die Eröffnung einer Zweigstelle entschieden hat: „Man muss solche Werkstätten einfach getrennt voneinander führen.“ Ab Sommer 2016 gilt also für Medele: Old- und Youngtimer in Peißenberg, moderne Fahrzeuge in Weilheim oder den weiteren Niederlassungen.

Das Klassikcenter soll laut Medele keine Konkurrenz zur Firma HK-Engineering von Hans Kleissl in Polling sein, der sich auf die Restaurierung von Mercedes-300- SL-Fahrzeugen spezialisiert hat. „Die Flügeltürer rühre ich nicht an“, verspricht Medele. In Peißenberg sollen stattdessen „die etwas niedrigpreisigeren Fahrzeuge“ betreut werden – vor allem der Mercedes W 111 sowie die Baureihen W 107 und W 113 („Pagode“). Das Klassikcenter und HK-Engineering besetzen unterschiedliche Marktsegmente: „Wir sind Kollegen und werden uns ergänzen“, sagt Medele. Für den Standort Peißenberg ist der Autohaus-Chef optimistisch: „Die Kundschaft ist absolut vorhanden, vor allem aus dem Starnberger- und Ammerseeraum.“

Bernhard Jepsen

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