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Filmemacherin Eva Merz aus Peißenberg möchte über die Anfänge der Augsburger Puppenkiste erst einen Kurzfilm und später einen Spielfilm drehen. 

peißenbergerin in hollywood

Mit der Puppenkiste zum Uni-Abschluss

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Peißenberg - Die Filmemacherin Eva Merz möchte die Anfänge der Augsburger Puppenkiste auf die Leinwand bringen. Dafür sucht sie Förderer.

Die einen denken an Urmel aus dem Eis, andere an den kleinen König Kalle Wirsch – oder auch an die Blechbüchsenarmee. Die Figuren der Augsburger Puppenkiste haben viele Deutsche durch ihre Kindheit begleitet. Auch Eva Merz kann sich noch an die Marionetten erinnern, am besten an „Lilalu im Schepperland“. Und während die Puppenkiste für viele mit einem Rückblick auf die eigene Kindheit verbunden ist, ist sie für die Peißenbergerin auch ein Zukunftsprojekt. Denn Merz möchte die Marionetten zurück auf die Leinwand bringen – besser gesagt: deren Anfänge. Die 27-Jährige, die in Los Angeles studiert, arbeitet an einem Kurzfilm über den Gründer Walter Oehmichen, der den Arbeitstitel „Strings of Hope“ – zu deutsch „Fäden der Hoffnung“ – trägt. Damit das Projekt umsetzbar ist, braucht Merz allerdings finanzielle Unterstützung.

Über die Internetseite kickstarter.com hat sie eine Kampagne gestartet, um die nötigen 26 000 Dollar – knapp 24 000 Euro – zusammenzubekommen. Denn es fallen hohe Kosten an – unter anderem dadurch, dass Maske und Bühnenbild bei historischen Filmen aufwändiger sind. Die Förderer des Projekts können sich auch über Gegenleistungen freuen. Für 15 Dollar Spende ist einem unter anderem die Nennung im Abspann gewiss. Wer möchte, dass eine Rolle seinen Namen trägt, müsste 1000 Dollar aufbringen – und für 6000 Dollar gibt’s neben anderen Zusagen auch noch eine handgeschnitzte Marionette von einem der Puppenkiste-Charaktere obendrauf. Merz ist die Realisierung des Kurzfilms, dem später auch ein Spielfilm folgen soll, wichtig. Und ohne die 26 000 Dollar kann sie das ganze Vorhaben „leider nicht realisieren“.

Das wäre für die 27-Jährige auch deshalb ärgerlich, weil der Kurzfilm als Abschlussprojekt ihres Studiums in Los Angeles gedacht ist. Seit 2013 lebt sie in Hollywood. Merz war damals von einer der besten Filmhochschulen Amerikas, dem „American Film Institute Conservatory“, angenommen worden. Von der University of California in Los Angeles wurde sie zudem mit einem Stipendium ausgezeichnet. „Strings of Hope“ soll dort ihr Abschlussfilm für ein Regie-Zertifikat werden.

Für ihr  Projekt sucht Eva Merz  noch Förderer, die sie finanziell unterstützen. 

Auf die Geschichte über Walter Oehmichen stieß sie, während sie für einen Film über Pinocchio recherchierte. „Die Geschichte von einem Künstler, der in einer Zeit von Armut und Hoffnungslosigkeit nicht aufgegeben hat, hat mich sehr inspiriert“, schreibt Merz in einer E-Mail an die Heimatzeitung. Oehmichen hatte die Puppenkiste in der Nachkriegszeit aufgebaut. Merz hat bereits recherchiert, steht in Kontakt mit der Familie des Gründers. „Ich habe sie über das Theater kontaktiert, und sie fanden die Idee, einen Film über Walter Oehmichen zu machen, klasse.“

Sie realisiert den Kurzfilm nicht allein, sondern bekommt Unterstützung von Produzentin Melissa Hoppe und Kameramann Edward Salerno Jr. „Das sind zwei unheimlich talentierte Freunde von mir“, schwärmt sie und hofft, noch weitere „talentierte Freunde“ mit ins Boot holen zu können – sofern der Kurzfilm gedreht werden kann. Merz denkt auch schon weiter und träumt vom Spielfilm über Oehmichen. „Das erste Spielfilm-Projekt, gerade für mich als so junge Regisseurin, ist immer am schwersten ins Rollen zu bringen.“

Aber die Peißenbergerin will es versuchen. Dass sie Ausdauer hat, hat sie bewiesen – immerhin bewährt sie sich seit drei Jahren in Hollywood. Dort hat sie sich gut eingelebt. „Los Angeles ist mit seinem milden, warmen Klima und den vielen Künstlern, die hier leben, der perfekte Nährboden für Filmemacher“, schreibt Merz. „Hier glaubt jeder an seinen Traum, was unheimlich inspirierend ist.“

Wenn die 27-Jährige im März ihr Regie-Zertifikat abgeschlossen hat, hat sie noch für ein Jahr ein Arbeitsvisum für Studenten in den USA, „in dem ich gerne mit Praktika Hollywood noch ein bisschen besser kennenlernen und natürlich Kontakte knüpfen möchte“. Und ihren ersten Spielfilm drehen.

Die Kickstarter-Kampagne,

mit der Eva Merz Geld für den Kurzfilm sammelt, läuft noch bis Montag, 15. Februar. Bis dahin müssen die 26 000 Dollar zusammengekommen sein. Bis gestrigen Montag hatten sich 32 Unterstützer gefunden, die gemeinsam 1600 Dollar aufbringen. Weitere Informationen und die Möglichkeit, Eva Merz zu unterstützen, gibt’s im Internet unter www.kickstarter.com/projects/stringsofhope/strings-of-hope.

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