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„Bitte macht die Rigi auf!! Wo sollen wir Kinder sonst zum Baden gehen?“, steht auf dem Schild, dass die Jugendlichen bei der Versammlung vor der „Rigi-Rutsch’n“ hoch hielten.

"Rigi-Rutsch'n"-Freibad bleibt heuer geschlossen

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Peißenberg - Das Freibad der Peißenberger „Rigi-Rutsch’n“ wird in diesem Jahr nicht öffnen. Das wurde am Freitag bekannt – auf ungewöhnliche Weise.

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Pressetermin werden. Peter Blome hatte zum Gespräch gebeten, um über das Konzert mit dem Namen „Rigi-Rutsch’n Aid“ zu informieren, das für den 3. Juni in der Tiefstollenhalle geplant ist (Bericht folgt). Doch es wurde kein normaler Pressetermin. Denn im Vorfeld hatten Unbekannte mobil gemacht und zu einer Demonstration für den Erhalt der „Rigi-Rutsch’n“ aufgerufen. Über „Facebook“, „WhatsApp“ und Aushänge in den örtlichen Kindergärten wurden die Peißenberger informiert – rund 150 Kinder und Erwachsene standen pünktlich um 15 Uhr vor der „Rigi-Rutsch’n“ parat. Keiner von ihnen gab sich als Organisator zu erkennen. Auch Blome, SPD-Gemeinderat und Mitglied des Fördervereins „Freunde der Rigi-Rutsch’n“, hatte nach eigener Aussage mit dem Menschenauflauf nichts zu tun. „Aber ich find’s geil“, sagte er. „Das ist gelebte Demokratie.“

Denn vor dem Gebäude, in dem es am 11. Februar gebrannt hatte, kam es zu einer Diskussion zwischen Gemeindewerksleiter Günther Forster, Bürgermeisterin Manuela Vanni und den Peißenbergern. Die Gerüchteküche brodelte bereits. Manch einer glaubte, dass die „Rigi-Rutsch’n“ nie wieder aufmacht. Forster widersprach dem vehement: „Das Freibad wird definitiv nicht geschlossen, es wird Bestand haben“, sagte er den Anwesenden. Eine schlechte Nachricht überbrachte er ihnen dann aber doch: Im Jahr 2016 „öffnet das Freibad nicht – auch nicht provisorisch“.

Wie Forster mitteilte, hatte das der Verwaltungsrat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen und am Mittwochabend dem Gemeinderat – ebenfalls nichtöffentlich – mitgeteilt. Die Öffentlichkeit wollte Forster am Montag, 18. April, informieren – für diesen Tag hatte er eine Pressekonferenz angesetzt, bei der er mit Zahlen die schwierige Situation der „Rigi-Rutsch’n“ aufzeigen und die Entscheidung des Verwaltungsrats ausführlich begründen will. Wie Forster den Peißenbergern sagte, hatte dieser Termin schon vor der Spontanversammlung festgestanden. Und das Pressegespräch findet tatsächlich statt – denn auf dem kleinen Platz vor der „Rigi-Rutsch’n“ war es für den Gemeindewerksleiter schwierig, alle Anwesenden ausführlich zu informieren. Es stand kein Mikrofon zur Verfügung – die Diskussion mit rund 150 Menschen war so nur schwer zu bewältigen.

Eine Zahl aber, die hat Forster mit kräftiger Stimme noch einmal betont: 1,1 Millionen Euro. So viel Minus hätten die Gemeindewerke in diesem Jahr bei normalem Verlauf mit der „Rigi-Rutsch’n“ gemacht. „Man macht mit dem Freibad so Riesen-Verluste, dass es die Gemeindewerke nicht tragen können“, sagte Forster, dem daraufhin vorgeworfen wurde, dass ihm der Brand gerade recht käme. Bürgermeisterin Manuela Vanni sprang ihm zur Seite: „Es wäre auch so der Punkt gekommen, an dem man so nicht mehr hätte weitermachen können.“

Laut Forster arbeitet nun eine Arbeitsgruppe der Gemeindewerke an einem Konzept – damit die Peißenberger ihr Freibad schnellstmöglich wieder bekommen.

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