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Wie die "Rigi-Rutsch'n" in Zukunft aussehen wird, ist noch unklar.

"Rigi-Rutsch'n" wird kein Naturbad

Peißenberg - "Naturbad": Bei diesem Wort zucken derzeit viele in Peißenberg zusammen. Grundlos, wie Gemeindewerksleiter Günther Forster nun betonte.

Günther Forster durchlebt momentan schwere Zeiten. In der Marktratssitzung am Mittwoch-Abend bekam er für seinen Kurs, die Freibadsaison in der „Rigi-Rutsch’n“ abzusagen, kaum Rückendeckung. Das war ein Schlag ins Gesicht. Einen Tag später stand der Gemeindewerksleiter schon wieder im Mittelpunkt. Diesmal bei der Jahresversammlung des Fördervereins „Freunde der ,Rigi-Rutsch’n‘“. Forster referierte über den Planungsprozess für das neue Bäderkonzept – und dabei hatte er Interessantes zu berichten.

Die Sorge bei vielen Peißenbergern ist ja groß, dass aus der „Rigi-Rutsch’n“ ein Naturbad werden könnte. Die internen Planungen, so heißt es Gerüchten zufolge, würden genau in diese Richtung laufen. Doch Forster gab in der Fördervereinsversammlung Entwarnung: „Das war eigentlich nie ein Thema.“ Naturbäder seien aufgrund des hohen Pflegeaufwands „sehr personalintensiv“. Unterm Strich würde es damit keine Kostenersparnis geben. Wie Forster berichtete, hat die von Schwimmmeister Hans Fischer geleitete interne Projektgruppe bereits mehrere Bäder in der Region besichtigt. Eine wesentliche Erkenntnis der Exkursionen: Die „Rigi-Rutsch’n“ hat bislang viel zu unflexible Öffnungszeiten. „Es ist ein Wahnsinn“, so Forster, „was wir im Mai bei schlechtem Wetter an Energieaufwand investieren müssen, damit der Freibadbesuch für den Badegast auch Sinn macht.“ Der KU-Chef sprach von kürzeren Saisonzeiten (auch im Saunabereich) und generellen Schließungstagen bei schlechtem Wetter. „Ganz dringend notwendig“ sei zudem eine energetische Gebäudesanierung. Auch die Dimension des gastronomischen Angebots müsse auf den Prüfstand gestellt werden: „Ganz auf die Bewirtung zu verzichten, wäre aber nicht sinnvoll“, so Forster. Fester Bestandteil im neuen Konzept müsse zudem ein Becken für Schwimmkurse sein – allein schon, um sich für die Zukunft die Kundschaft zu sichern: „Wenn die Leute nicht schwimmen können, dann gehen sie auch nicht ins Freibad.“

Und wie sieht es mit den externen Projektgruppen aus? Bis Ende Juli sollen die Planungsergebnisse auf dem Tisch liegen. Koordiniert werden die einzelnen Sparten von Helmut Guggenmos. Der ehemalige Chef des Weilheimer Jobcenters ist gelernter Bauingenieur und hat laut Forster „eine riesige Erfahrung“ – und: „Er ist begeisterter ,Rigi-Rutsch’n‘-Fan.“ Die internen und externen Planungsvorschläge sollen schließlich zusammengeführt und vom KU-Vorstand bewertet werden. Das letzte Wort hat dann der Verwaltungsrat. Kurzfristig muss der Werkleiter auf Geheiß des Marktrats aber erst einmal Zahlen liefern, wie viel ein „Sommer-Notbetrieb“ kosten würde: „Wir werden eine Berechnung vorlegen. Ich hoffe, wir können das Thema damit entschärfen“, sagte Forster dazu. Von einigen Versammlungsteilnehmern gab es schließlich noch ganz konkrete Nachfragen: unter anderem, ob es in der Vergangenheit überhaupt ordnungsgemäße Kosten-Leistungs-Verrechnungen, Plausibilitätsprüfungen und ein Controlling für die „Rigi-Rutsch’n“ gegeben habe. Forster, der erst seit sieben Monaten im Amt ist, musste betriebswirtschaftliche Versäumnisse einräumen – aber: „Ich will nicht mit dem Finger in die Vergangenheit zeigen. Ich blicke in die Zukunft.“ Kritik gab es auch an den hohen Personalkosten: „Man hat eine riesige Menge an Teilzeitkräften eingestellt. Das war ein Fehler“, monierte Willi Blome: „Aber das ist natürlich jetzt schwierig. Man kann die Leute nicht einfach entlassen.“

Bernhard Jepsen

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