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Das rote Kreuz markiert die Stelle, an dem sich die Mülldeponie befand, also zwischen Weilheimer Straße und Ammer, südlich von Oderding.

Was schlummert da im Oderdinger Boden?

Peißenberg/Oderding - Die ehemalige Mülldeponie "Oderding" macht der Gemeinde Peißenberg Sorgen. Sie muss sie eventuell sanieren lassen.

Peißenberg – Müllkippen mitten in der Landschaft – was nach heutigen Umwelt- und Naturschutzstandards undenkbar wäre, war früher gang und gäbe. Fast jede Kommune hatte irgendwo ihre eigenen kleinen Hausmülldeponien, oft in alten Kiesgruben oder auf abseits gelegenen Flurstücken. Auch in Peißenberg gab es mehrere solcher Kippen, unter anderem im Bereich des heutigen Wohnbaugebiets an Südendstraße und Ludwig-Thoma-Straße sowie nordöstlich der Quellfassung an der Böbinger Straße. „Als es noch keine geregelte Müllabfuhr gab, hat man irgendwelche offenen Löcher genommen. Da hat sich kein Mensch etwas dabei gedacht“, sagt Gerold Grimm von der Peißenberger Bauverwaltung. Einige der alten Deponien wurden von den Fachbehörden längst als unbedenklich eingestuft und aus dem Altlastenkataster gestrichen. Nicht so jedoch eine ehemalige Ablagerungsfläche auf Höhe der Untermühle nahe der Staatsstraße nach Weilheim und die frühere Mülldeponie „Oderding“, die ein paar hundert Meter weiter zwischen Wörtersbach und Ammer östlich des Parkplatzes ihren Standort hatte. Hier muss die Gemeinde auf Geheiß der Behörden Bodenuntersuchungen und eventuell Sanierungsmaßnahmen vornehmen lassen.

Vor allem mit der Deponie „Oderding“ wird sich das Marktbauamt in nächster Zeit intensiver beschäftigen müssen. Wie der Name schon verrät, liegt die zugeschüttete Kippe größtenteils bereits auf Oderdinger respektive Pollinger Flur. Auch der Landkreis hat dort einst Müll verfüllt. Betreiber der Deponie, die bis 1977 und noch in Zeiten einer bereits geregelten Abfallwirtschaft geöffnet hatte, war jedoch die Gemeinde Peißenberg. Als „Handlungsstörer“, wie es im Amtsdeutsch heißt, muss sich der Markt nun um die Begutachtung und eine möglicherweise folgende Sanierung kümmern. Mit dem Landkreis will die Rathausverwaltung dazu einen Kostenbeteiligungsvertrag abschließen – analog dem Volumenverhältnis der Müllkippe (80 Prozent Peißenberg/ 20 Prozent Landkreis). Konkrete Verhandlungen hat es laut Bauamtsmitarbeiterin Sonja Mayer mit der Kreisbehörde aber noch nicht gegeben: „Das befindet sich alles noch in einem frühen Stadium“, erklärt die Landschaftspflegerin: „Vielleicht können die Untersuchungen Ende des Jahres beginnen.“ Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Erst einmal hat man bei der Gesellschaft für Altlastensanierung in Bayern (GAB) Unterstützung beantragt. Bei der Erkundung der ehemaligen Deponieflächen soll unter anderem festgestellt werden, ob beispielsweise Schadstoffe ins Grundwasser austreten.

Was dort im Boden schlummert und welcher Gefahrenklasse etwaige Substanzen zuzuordnen sind, darüber gibt es im Bauamt derzeit genauso wenig Erkenntnisse wie zur Frage, ob und wie gut die Kippe abgedichtet wurde: „Man sollte deshalb mit Mutmaßungen vorsichtig sein“, sagt Grimm. Ob die Deponie „Oderding“ tatsächlich saniert werden muss, steht also noch in den Sternen. In der gemeindlichen Finanzplanung hat man für die Jahre 2017 bis 2019 einen „Vorsorgeansatz“ von 150 000 Euro eingestellt. Ein Drittel davon, so schätzt man, wird vermutlich für die Begutachtung aufgewendet werden müssen. Bezüglich einer möglichen Sanierung gibt es momentan weder finanziell noch zeitlich eine Größenordnung: „Das kann alles noch Jahre dauern“, so Mayer.

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