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Das Bühnenbild sorgte für Atmosphäre, doch Magie hat sich nicht entfaltet beim Kindermusical in der Tiefstollenhalle.

"Die kleine Meerjungfrau" in Peissenberg

Wo blieb der Zauber?

Peißenberg - Das Theater "Liberi" zeigte „Die kleine Meerjungfrau – das Musical“ in der Tiefstollenhalle. Magie entfaltete sich kaum.

„Das Märchen des berühmten dänischen Erzählers Hans Christian Andersen wird kindgerecht und charmant interpretiert. Gepaart mit der Leichtigkeit der Disney-Vorlage ,Arielle’ verspricht der magisch-märchenhafte Stoff zu einem gelungenen Musical-Erlebnis für die ganze Familie zu werden.“ Soweit die Presseankündigung des Theaters „Liberi“ aus Bochum, das derzeit mit „Die kleine Meerjungfrau – das Musical“ auf großer Weihnachtstournee durch Deutschland und Österreich ist.

Beim Gastspiel in Peißenberg ist die Tiefstollenhalle bis auf den letzten Platz besetzt; überall wuseln erwartungsfrohe Kinder herum. Der immer wieder magische Moment des Theaters entfaltet auch hier seine Wirkung: Wenn sich der Vorhang hebt, kurz bevor es endlich losgeht, wenn noch alles möglich scheint...

Leider ist die Magie in diesem Falle recht schnell verflogen. Zwar hat sich „Liberi“ ein wandlungsfähiges Bühnenbild einfallen lassen, das mit wenigen Mitteln eine stimmungsvolle Atmosphäre zaubern kann, aber viel mehr Zauber entfaltet sich nicht: Die Texte, insbesondere die der Gesangsnummern, sind platt („Unsre Herzen pochen laut, ich bekomm’ ne Gänsehaut“), die vom Band eingespielte Musik ist ein nichtssagend-weichgespülter Sound, die Aktion der jungen Darsteller meist arg überzogen.

Wer nun meint, das müsse so sein, um das Zielpublikum „Familie“ zu erreichen, der mag sich umschauen, was es an gut gemachtem, engagiertem Kindertheater mittlerweile alles gibt: Da wird zum Beispiel auf Interaktion gesetzt, die Kinder werden eingebunden. Doch bei dieser „kleinen Meerjungfrau“ reagieren die Akteure überhaupt nicht auf die spontanen Zwischenrufe aus dem Publikum. Auch wären ein paar live spielende Musiker, die den Vorgang, wie die Musik entsteht, anschaulich machen, gerade für heutige „Medien-Kids“ eine wunderbare Erfahrung. Und wie sollen Kinder an die Schönheiten und Qualität der Sprache herangeführt werden, wenn man ihnen sogar im Theater so einen zusammengeschusterten Text vorsetzt?

Im Übrigen wurde nicht recht klar, wieso es hier um Andersens „Meerjungfrau“ gehen sollte: Diese Songs und auch die meisten der Interaktionen zwischen den Darstellern sind so austauschbar, dass sie ebenso in jedem der anderen, derzeit auf dem Spielpan von „Liberi“ stehenden Stücke eingesetzt werden könnten.

-Sabine Näher-

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