Kontrollfahrten des Sicherheitsdienstes

Hat Vanni zu viel verraten?

Peißenberg - Bürgermeisterin  Manuela Vanni informierte über die Kontrollfahrten des Sicherheitsdienstes.  Bei Marktrat Hoyer sorgte das für Unmut.

Nachtschwärmer werden ihn vielleicht schon einmal gesehen haben, den privaten Sicherheitsdienst, der zur Schlafenszeit täglich von April bis Oktober mit dem Auto durch die Marktgemeinde patrouilliert. Die Kontrollfahrten finden seit etwa zehn Jahren statt. Im Fokus stehen öffentliche Einrichtungen wie zum Beispiel die Tiefstollenhalle oder der Festplatz an der Moosleite. Die Gemeinde möchte mit dem Sicherheitsdienst Vandalismusschäden vorbeugen – und das scheint auch halbwegs gut zu funktionieren: „Die Sicherheitsleute müssen ab und zu mal aus dem Auto aussteigen, aber sonst gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Wir hatten eigentlich noch nie größere Probleme“, versichert Bürgermeisterin Manuela Vanni gegenüber der Heimatzeitung.

Die Rathauschefin hatte das Thema auf Bitte des Marktrats im Gremium aufgegriffen. Vanni sollte einen Lagebericht zu den Kontrollfahrten vorlegen – das tat sie recht detailliert. Sie berichtete unter anderem, dass die Tiefstollenhalle sogar ganzjährig und in der Regel zweimal pro Nacht vom Sicherheitsdienst angefahren werde.

Genau auf diese Information hätte aber wiederum ein Marktrat gerne verzichtet – zumindest in öffentlicher Sitzung. Werner Hoyer, von Beruf Polizist, meldete sich zu Wort und monierte kopfschüttelnd, dass Vanni die konkrete Anzahl der Kontrollfahrten preisgab. Auch mit dem Abstand von ein paar Tagen kann Hoyer die Auskunftsfreudigkeit der Rathauschefin nicht nachvollziehen: „Das war mehr als unglücklich, weil man dadurch berechenbar wird“, begründet Hoyer im Gespräch mit der Heimatzeitung seine Kritik: „Damit spiele ich einem möglichen Täter doch in die Karten.“ Der müsse nur zweimal den Sicherheitsdienst abpassen und könne sich dann ans Werk machen. Präventivtaktisch sei das „ungeschickt“: „Als Polizist kommt da bei mir der Sicherheitsgedanke durch. Wenn man generell gesagt hätte, der Sicherheitsdienst kommt mehrmals vorbei, dann wäre es in Ordnung gewesen.“

Auch vonseiten der Rathausverwaltung hält man sich mit Auskünften rund um den Sicherheitsdienst zurück: „Man sollte sich da bedeckt halten“, betont Ordnungsamtsleiter Ludwig Hanakam auf Nachfrage. Engagiert habe man die private Überwachungsfirma, weil es vor zehn Jahren insbesondere auf dem Volksfestplatz immer wieder zu Vandalismusschäden und wilden Trinkgelagen gekommen sei. „Aber jetzt haben wir schon lange nichts mehr gehabt“, bestätigt Hanakam Vannis Aussagen. Doch wie gesagt: In der Angelegenheit setzt der Ordnungsamtschef auf Diskretion. Auf die Frage, um welchen Sicherheitsdienst es sich handelt, fällt Hanakams Antwort wenig informativ aus: „Es ist ein Dienst aus einem Nachbarlandkreis.“

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