So wie in dieser Fotomontage hätte es vielleicht einmal in Peißenberg aussehen können. Zahlreiche Vertikalrotoren produzieren Strom.

Windkraft geht die Luft aus

Peißenberg - Eigentlich hätten sich in Peißenberg schon längst die Windräder drehen sollen. Aber daraus wird wohl nichts. Laut Gemeindewerksleiter Uwe Horn sind keine zu bekommen.

Im Dezember 2012 wurden vom Planungsverband Oberland nur wenige Gebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen. Die Gemeindewerke Peißenberg wendeten sich darum „der kleinen Windkraft“, so Horn, zu. Ziel war es, kleinere, vertikal angeordnete Rotoren verschiedener Leistungsklassen zu beschaffen und zu erproben. Die gesammelten Daten sollten Hausbesitzern zur Verfügung gestellt werden und zeigen, ob sich ein flächendeckender Einsatz dieser Anlagen rechnet.

Wie berichtet, waren drei Windräder mit 1,5, fünf und 15 Kilowatt geplant. Ein Rotor hätte auf dem Kreisel im Osten der Marktgemeinde aufgestellt werden sollen, die zwei anderen auf dem Gelände der Kläranlage. Laut Werkleiter wäre dies ein weiterer Baustein zur dezentralen Erzeugung von regenerativer Energie nach Photovoltaik und Solarthermie gewesen.

„Mit diesem Plan betraten die Gemeindewerke Neuland im Landkreis“, so Horn. Dementsprechend lang und hürdenreich habe sich auch die Genehmigungsphase gestaltet, da es sich um Referenzanlagen jenseits der Genehmigungsfreiheit gehandelt habe. Hinzu kamen „tierische Probleme“. Im Bereich der Kläranlage leben nämlich Fledermäuse, und es musste zunächst untersucht werden, inwieweit die Windräder deren Lebensraum beeinflussen würden.

Im Mai vergangenen Jahres zeichnete sich aber das Aus für die Windkraftpläne ab. Laut Werkleiter ergab sich „ein erstes größeres Hindernis“ durch die überraschende Insolvenz des deutschen Vertriebspartners der schottischen Herstellerfirma. Der Vertrag konnte aufgehoben und ein neuer mit dem Hersteller direkt geschlossen werden. Kurze Zeit habe sich sich der Zulieferer der Wechselrichter aus dem Markt zurückgezogen, sodass neue Wechselrichter gesucht und für den deutschen Markt geprüft und zugelassen werden mussten. Horn: „Aus diesen Gründen und Krankheitsausfällen im kleinen Herstellerunternehmen wurden die den Gemeindewerken mehrfach in Aussicht gestellten Liefertermine vom Hersteller nicht eingehalten.“ Ende 2013 stornierten die Gemeindewerke ihre Bestellung.

Momentan werden Alternativen gesucht, aber auch hier gibt es Probleme. „Auf dem Markt der vertikalen Windkraftanlagen gibt es nur wenige Typen, die für die Einsatzbedingungen in Peißenberg geeignet sind“, so Horn.

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