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Immer gut besucht - hier ein Foto von 2014 - war das Oldtimertreffen der Gasoline Gang am Tiefstollen.

Anwohner droht mit Unterlassungsklage

Wird Oldtimertreffen Fall fürs Gericht?

Peißenberg - Das Oldtimertreffen am Tiefstollen ist eines der schönsten Feste Peißenbergs.  Doch ein Anwohner will es nicht und droht mit einer Unterlassungsklage.

Das Oldtimertreffen der Gasoline-Gang ist längst zum Highlight im Peißenberger Veranstaltungskalender geworden. Das Event lockt jedes Jahr mehrere Tausend Besucher an und ist in der Szene längst auch überregional ein Begriff. Doch einigen Anliegern gefällt die Automobil- und Musiksaue an der Tiefstollenhalle überhaupt nicht – vor allem nicht Dr. Josef Anzenberger, der in direkter Nachbarschaft im ehemaligen Grubenverwaltungshaus wohnt. Anzenberger beschwerte sich in den vergangenen Jahren wegen der hohen Lärmbelastung regelmäßig bei den Organisatoren und der Gemeinde. Nun droht der Streit zu eskalieren: Anzenberger droht über eine Münchener Rechtsanwaltskanzlei mit einer Unterlassungsklage, falls die Gemeinde erneut eine Genehmigung für das Oldtimertreffen ausspricht. Sehr wahrscheinlich werden sich die Parteien vor Gericht wiedertreffen: Denn von Seiten des Marktrats wird man an der für Peißenberg zugkräftigen und imagebildenden Veranstaltung kaum rütteln wollen. Im vorberatenden Haupt- und Finanzausschuss war der Tenor jedenfalls eindeutig: „Ich bin der Ansicht, es drauf ankommen zu lassen“, bezog Bürgermeisterin Manuela Vanni klar Stellung. Vorab einen Klageantrag gegen das Stattfinden einer Veranstaltung einzureichen, bezeichnete die Rathauschefin als formaljuristisch „eher schwierig“. „Sie wollen eine Erklärung von mir haben, dass ich den Genehmigungsbescheid nicht erlasse“, erklärte Vanni. Auf dem Klageweg könne man sich aber eigentlich erst gegen einen erlassenen Verwaltungsakt zur Wehr setzen. Auch bei den anderen Ausschussmitgliedern herrschte nur Kopfschütteln: „Das Oldtimertreffen ist eine der schönsten Veranstaltungen, die wir im Landkreis haben. Da sollten wir auf gar keinen Fall klein beigeben“, sagte Uli Mach (Peißenberger Liste). Fraktionskollege Werner Hoyer blies ins gleiche Horn: „Was die Gasoline-Gang da organisiert, ist einmalig. Das sollten wir uns nicht von einem Einzelnen versauen lassen.“

Im Ausschuss wurde auch die Gefahr einer Präzedenzwirkung diskutiert. Wenn das Oldtimertreffen nicht mehr stattfinden dürfe, so hieß es, wäre der Weihnachtsmarkt der nächste Streichkandidat. „Das kann ja wohl nicht sein“, echauffierte sich Peter Blome (SPD), „Die Gasoline-Gang ist dem Anlieger ziemlich entgegengekommen. Aber das ist eine ganz persönliche Geschichte von Herrn Anzenberger.“ Die Verabschiedung des Beschlussvorschlags für den Gemeinderat war nach den Wortmeldungen nur noch Formsache. Das Oldtimertreffen, so heißt es in der Formulierung, sei immer „hervorragend organisiert und die behördlichen Auflagen“ seien stets eingehalten worden. Von der Peißenberger Bevölkerung werde die Veranstaltung ebenso wie von auswärtigen Besuchern „bestens angenommen“.

Das Oldtimertreffen, so die klare Meinung im Hauptausschuss, soll auch 2017 und in den Folgejahren genehmigt werden. Dr. Anzenberger war für eine Stellungnahme gegenüber der Heimatzeitung nicht zu erreichen.

Bernhard Jepsen

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