Sprache, Forschen - und Integration

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Peißenberg - Im "Kinderhaus an der Ammer" wird gespielt und getobt. Und bald auch gefeiert.

Es herrscht reges Treiben am Freitagmorgen im „Kinderhaus an der Ammer“ in Peißenberg. In einem Raum basteln Kinder für Ostern, einige Türen weiter toben sich andere auf weichen Matten aus. Und zwei Buben haben sich in ein Zimmer zurückgezogen, um in Ruhe spielen zu können. Ein ganz normaler Tag in einer KiTa. Bald aber steht ein besonderer vor der Tür: Am 1. Juli feiert das Kinderhaus der „FortSchritt gemeinnützige GmbH“ sein zehnjähriges Bestehen. Das Datum steht – das Programm noch nicht.

Genau genommen sind es dann allerdings elf Jahre. Denn die ersten Buben und Mädchen kamen 2005 in die Räume in Wörth. Schon da war keine Eile mit dem Feiern angesagt: 2007 erst wurde das Gebäude eingeweiht.

Viel wichtiger ist ohnehin, was sich im Haus tut. Das war in den Jahren einiges. „Unser Haus hat sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert“, sagt Kinderhaus-Leiterin und Heilpädagogin Christine Volland. Was 2005 mit einer Kindergarten-Gruppe begann, hat sich zu einem Kinderhaus mit vielen gemeinschaftlichen und individuellen Angeboten entwickelt. Immer wurde ein integratives Betreuungskonzept verfolgt. Neben 70 regulären Plätzen gibt es 15 für Kinder mit besonderem Förderbedarf. „Wir sehen nicht die Probleme der Kinder, sondern ihr Potenzial“ – das sei das Motto.

Derzeit spielen im Kinderhaus eine Gruppe mit Krippenkindern im Alter von zehn Monaten bis drei Jahren. Außerdem gibt es drei Kindergarten-Gruppen. Jede wird von drei bis vier pädagogisch ausgebildeten Mitarbeitern betreut. Das Team arbeitet zudem mit externen Kollegen zusammen. Für Kinder, die eine individuelle Förderung brauchen, stehen Heilpädagogen, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Sprachheilpädagogen bereit, die bei Bedarf ins Kinderhaus kommen.

Gefördert werden aber nicht nur einzelne Kinder, sondern auch Gruppen. Besonderer Wert wird unter anderem auf die Sprache gelegt – das Haus nimmt an einem Förderprogramm des „Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend“ teil. „Das ist ein Rundum-Programm, um die Freude an der Sprache zu vermitteln“, sagt die stellvertretende Kinderhausleiterin, Kerstin Schwarzer. Sie setzt zum Beispiel Reime, Fingerspiele und Mundmotorik-Übungen ein, um die Buben und Mädchen sprachlich weiterzubringen.

Kinder, die lieber naturwissenschaftlichen Gesetzen auf der Spur sind, kommen im Kinderhaus ebenfalls auf ihre Kosten. Mithilfe des bundesweit aufgelegten Programms „Haus der kleinen Forscher“ entdecken und erforschen die sie den Alltag. „Sie lernen zum Beispiel, warum der heiße Kakao dampft und was sie tun können, um sich beim Trinken weder die Zunge noch den Mund zu verbrennen“, heißt es in einer Pressemitteilung von „FortSchritt“.

Darin werden auch die „örtlichen Gegebenheiten“ hervorgehoben. Von denen schwärmt auch Schwarzer. Strahlend zeigt sie die einzelnen Räume, die liebevoll eingerichtet sind. Von jedem aus ist der Garten zu sehen – ein Bereich ist von einem niedrigen Zaun umgeben. Das sieht Schwarzer als „großen Vorteil“. So haben die Krippenkinder die Wahl – gehen wir zu den „Großen“, oder ziehen wir uns zurück? Es wird Wert darauf gelegt, dass der Austausch zwischen den Gruppen möglich ist. „Das ist schön“, sagt Schwarzer. „So funktioniert der Übergang von Krippe zu Kindergarten problemlos.“

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