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Von ursprünglich sechs Mitgliedern sind mittlerweile zwei ausgetreten: Werner Hoyer (2.v.r.) und Johann Fischer (3.v.l.). Ebenfalls der Liste gehört Bürgermeisterin Manuela Vanni an.

Zwei Austritte in zwei Sitzungen

Peißenberger Liste: „Wir lösen uns nicht auf“

Und wieder hat sich im Peißenberger Gemeinderat was getan. Ein Mitglied der „Peißenberger Liste“ verließ die Fraktion.

Rudi Mach

Peißenberg – Im Peißenberger Marktgemeinderat kehrt einfach keine Ruhe ein. Noch vor der Sommerpause hatte Werner Hoyer ohne Angabe von Gründen seinen Rückzug von der „Peißenberger Liste“ erklärt und sitzt nun parteilos im Gremium. Am Mittwoch wurde bekannt gegeben, wer seine Ausschusssitze übernimmt. Als alles geregelt schien, ergriff Johann Fischer das Wort. „Ich möchte meinen Austritt aus der Fraktion bekannt geben“, sagte er. Gründe nannte auch er nicht. Damit schrumpft die „Peißenberger Liste“ (PL) von sechs auf vier Plätze – außerdem gehört ihr Bürgermeisterin Manuela Vanni an.

Während von der Fraktion im Gremium keine Reaktion auf den Austritt kam, schien er für die SPD ein gefundenes Fressen zu sein. „Jetzt scheint sich die ,Peißenberger Liste‘ ja aufzulösen“, sagte Dr. Klaus Geldsetzer – und wollte gleich die künftige Sitzordnung geregelt haben. Bisher nehmen die Mitglieder von CSU/Parteilose (acht Sitze) und der „Peißenberger Liste“ auf den vorderen Plätzen nahe der Bürgermeisterin Platz. Nun will die SPD vorrücken – immerhin sei sie mit ihren sechs Sitzen nun größer als die geschrumpfte Liste, argumentierte Geldsetzer.

Johann Fischer

Rudi Mach kann über solche Gedanken nur den Kopf schütteln. „Mir ist das so wurscht, wo ich am Tisch sitze“, sagte der Mitbegründer der PL am Donnerstag im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Mir ist wichtig, dass wir ein Ohr für die Bevölkerung haben und Peißenberg voranbringen.“ Vor zwei Jahren noch hatte er den Fraktionssprecher-Posten an Werner Hoyer übergaben. Nach dessen Rücktritt ist Mach nun wieder der Kopf der Fraktion. Und der glaubt weiter an die Liste: „Wir lösen uns nicht auf!“, sagt er energisch. Auch wenn er zugibt, dass Austritte „wehtun“ – beide Ausgetretenen „sind ja über uns in den Marktgemeinderat gekommen“. Wie Hoyer und Fischer will auch Mach nicht so recht damit rausrücken, weshalb es zum Bruch kam. Zentrale Themen seien aber die „Rigi-Rutsch’n“ und die „Gemeindewerke Peißenberg“ gewesen. Mach hatte sich hinter den zurückgetretenen Vorstand Günther Forster und dessen Entscheidungen gestellt – anscheinend nicht im Sinne aller Mitglieder. Mach sieht aber trotz der Austritte keinen Konflikt: „Wir haben keinen Streit, wir können miteinander reden. Aber als Fraktion passt es halt nicht.“

Er will nun nach vorn blicken. „Ich bin optimistisch, dass wir unseren Weg weiter gehen.“ Auch für die nächste Kommunalwahl 2020 werde man sich gut aufstellen, ist er sicher – und dafür will er auch mit anpacken.

Genau wegen dieser Einstellung sei er genau der richtige Fraktionssprecher, ist Bürgermeisterin Manuela Vanni überzeugt. „Die Liste liegt ihm am Herzen“, sagt sie. Besorgt sei sie angesichts der schrumpfenden PL, der sie auch angehört, nicht. Es könne ja ohnehin jeder abstimmen, wie er möchte. Sie habe „Verständnis“, dass Fischer „frei und unabhängig sein möchte“. Allerdings habe man es als Einzelkämpfer im Gremium „schon schwerer“.

Auch Ausschusssitze gibt es für Hoyer und Fischer künftig nicht. Wie sich die Sitzverteilung in den Gremien durch die verschobenen Mehrheiten ändern wird, ist noch unklar. Die Verwaltung prüft das derzeit.

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