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Noch gesperrt, aber bald wieder offen: Die Badestege am Kirnbergsee auf Gut Hub (Bild) und am Eitzenberger Weiher sollen am Freitag freigegeben werden.

Badestege in Penzberg sollen ab Freitag offen sein

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Die Stege an den beiden Penzberger Badeseen sollen am Freitag wieder geöffnet werden – rechtzeitig vor den Sommerferien. Außerdem soll es neue Badeinseln geben, aber wohl erst im August. Die Stadt hat nun die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen und hofft, somit bei Unfällen nicht haftbar gemacht werden zu können.

Penzberg– Anfang Juni hatte die Stadt Penzberg die Badestege am Kirnbergsee auf Gut Hub und am Eitzenberger Weiher gesperrt. Zugleich nahm sie die noch am Ufer verankerten Badeinseln aus dem Wasser. Hintergrund war ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, wonach Flöße und Badestege in öffentlichen Freibädern eine durchgehende Aufsicht erfordern – ansonsten könnte der Betreiber, in diesem Fall die Stadt, bei Unfällen haftbar gemacht werden. Wie berichtet, ließ sich die Stadt deshalb von der Münchner Kanzlei „Tacke Krafft“ beraten, die auf kommunales Haftpflichtrecht spezialisiert ist. Jurist Georg Krafft zeigte tatsächlich einen Weg aus der Bredouille auf und schätzte, dass Mitte Juli – wenn ein vorläufiges Sicherheitskonzept vorliegt – die Stege wieder freigegeben werden können.

Dies kann nun mit zweiwöchiger Verzögerung geschehen, wie es am Dienstagabend in der Stadtratssitzung hieß. Am Freitag soll der Bauhof demnach die Absperrungen bei den Stegen entfernen. Bis die neuen Badeinseln ins Wasser gelassen werden, dauert es noch. Sie müssen erst geliefert werden.

Infos zur Vorgeschichte gibt es hier:  

Rathaus holt sich Fachanwalt - Stadt Penzberg kann Badestege wieder öffnen, aber erst im Juli

Um die rechtlichen Voraussetzungen für Stege und Flöße zu schaffen, hatte der Rechtsanwalt der Stadt „einige Hausaufgaben aufgegeben“, erklärte Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann am Dienstag. Eine Hausaufgabe betraf eine alte Badeordnung aus dem Jahr 1978 für den Eitzenberger Weiher (für den Kirnbergsee gibt es keine). Der Stadtrat hob sie am Dienstag ersatzlos auf – quasi, um das Freibad rechtlich zu einem Naturbad herunterzustufen, bei dem die Verkehrssicherungspflicht weniger streng ist. Unabhängig davon mutet die alte Badeordnung aus heutiger Sicht ohnehin etwas skurril an – weil darin unter anderem die „Benutzung von Rundfunk- und Tonbandgeräten sowie Plattenspielern“ am Badeplatz geregelt wurde.

An Penzberger Badeseen werden Warnschilder aufgestellt

Die Streichung der Badeordnung war nicht die einzige Aufgabe. Wie Rechtsanwalt Krafft vor einem Monat erklärt hatte, benötigen die Badeseen auch neue Warnschilder mit rechtlich wasserdichten Texten. Darauf wird zum Beispiel explizit darauf hingewiesen, dass es keine Badeaufsicht gibt. Die Schilder, die auch vor Untiefen und Verletzungsgefahr warnen, seien bestellt und könnten am Freitag aufgestellt werden, sagte Holzmann. Anfang nächster Woche kommen ihm zufolge auch noch Stationen mit Rettungsringen hinzu.

Etwas länger wird es mit den neuen Badeinseln dauern. „Es wird wohl August werden“, sagte Stadtkämmerer Hans Blank in der Sitzung. Ein vom Rechtsanwalt vorgeschlagenes Modell sei zwar schon ausgesucht. Mit der Bestellung musste das Rathaus jedoch bis zum Stadtratsbeschluss am Dienstag warten. Bei dem Modell wird es sich laut Stadt um kein Holzfloß mehr handeln. Die sogenannte Schwimminsel sei etwas kleiner und die gerippte, weniger rutschige Oberfläche aus Kunststoff. Die Flöße, hieß es, müssen kippsicher verankert sein und vom TÜV abgenommen werden.

In der Sitzung regte Jack Eberl (FLP) an, die Stege noch mit einer Treppe auszurüsten. „Sonst ist es nur ein Liegesteg.“ Gisela Geiger (CSU) wünschte sich zudem „eine kleine Dusche“ am Badeplatz. Wenig Begeisterung rief das bei Bürgermeisterin Elke Zehetner angesichts des vom Anwalt geschnürten Pakets hervor: „Wir nackeln da jetzt nicht mehr rum.“

Mehr über Penzberg lesen Sie hier: Nicht nur eine „graue Bergwerksstadt“

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