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Material für die Brandschutz-Erziehung  stellten (v.l.) Adrian Leinweber (Öffentlichkeitsarbeit Feuerwehr), Monika Leinweber, Nicole Keller, Bürgermeist erin Elke Zehetner und Thomas Müller vor.

Angebot in Penzberg

Brandschutz fängt bei Kindern an

Penzberg - Zwei Frauen bieten in Penzberg ein besonderes Angebot an: In den Kindergärten gibt es für die Kleinen Brandschutz-Tipps. Die Feuerwehr macht auch mit.

Tausende Menschen bergen die Feuerwehrmänner in Deutschland jährlich aus Feuer, Rauch und Flammen. Doch nicht immer enden die Einsätze positiv. Für manche kommt jede Hilfe zu spät: 367 Todesopfer bei Brandunfällen zählt das Statistische Bundesamt allein im Jahr 2015. Unter ihnen elf Kinder. Zu viele, finden Nicole Keller und Monika Leinweber. Deshalb bieten sie mit der Feuerwehr Kurse zur Brandschutz-Erziehung an Penzberger Kindergärten an.

2011 erweckt Keller das Projekt, das es früher bereits unter der Leitung von Klaus Edenhofer in Penzberg gab, zu neuem Leben. Drei Jahre lang betreute sie es eigenverantwortlich. Kindergarten um Kindergarten klapperte sie ab. Doch der Aufwand wurde zu groß. Unterstützung fand sie in der Kinderpflegerin Leinweber. Seither befinden sich die beiden Frauen auf gemeinsamer Aufklärungs-Mission. „Wir wollen den Kindern die Feuerwehrarbeit spielerisch näher bringen“, sagt Keller.

Dafür lassen sich die zwei Brandschutzerzieher – beide haben einen entsprechenden Lehrgang absolviert – einiges einfallen: Im Rahmen ihres kostenfreien Angebotes erleben die Kinder den Ablauf im Penzberger Feuerwehrgerätehaus hautnah. Fahrzeuge, Drehleiter und vieles mehr können sie bestaunen und anfassen. Besonders beliebt, laut Leinweber: die Atemschutzübungsstrecke. „Da würden sie am liebsten den ganzen Tag durchkrabbeln.“

Bei all dem Spaß stehen zwei Dinge jedoch stets im Vordergrund: den Kindern das richtige Verhalten im Brandfall beizubringen und ihnen die Angst vor Feuer und Helfern zu nehmen. Für Letzteres begleitet Keller und Leinweber stets ein Mann von der Penzberger Feuerwehr. Dieser stellt sich den Kleinen zunächst in Zivilkleidung vor und unterhält sich mit ihnen. Erst später legt er vor ihren Augen seine Uniform mit Schutzmaske an. „So sehen die Kinder, dass hinter der furchteinflößenden Montur ein netter Feuerwehrmann steckt, der ihnen helfen will“, betont Keller.

Wie wichtig diese Arbeit ist, betont stellvertretender Kommandant Thomas Müller: „Brandschutzerziehung rettet Menschenleben.“ Viele Kinder würden sich im Brandfall intuitiv falsch verhalten. „Anstatt sich bemerkbar zu machen, verstecken sie sich.“ Durch das Projekt, das Keller und Leinweber künftig auch an Grundschulen anbieten wollen, werde in Zukunft „deutlich weniger passieren.“ Auch Bürgermeisterin Elke Zehetner, zugleich Vorsitzende der Feuerwehr, würdigt das Engagement. „Präventionsarbeit beginnt schließlich bei den Kleinsten.“

Simon Nutzinger

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