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„Ich nehme die Wahl gerne an“: Nach diesen Worten bekam Elke Zehetner vo m SPD-Ortsvorsitzenden Bayram Yerli einen Strauss Rosen überreicht.

Wiederholung der Aufstellungsversammlung

Elke Zehetner im zweiten Anlauf nominiert

Penzberg hat eine SPD-Bürgermeisterin. Bei der Wiederholung der Aufstellungskonferenz am Donnerstagabend bekam Elke Zehetner ihr rotes Parteibuch überreicht. In geheimer Wahl wählten die Genossen Zehetner dann mit 82 Prozent zu ihrer Kandidatin für die bevorstehende Bürgermeisterwahl.

PenzbergEs war der Paukenschlag in der mit einer Stunde recht kurzen Versammlung in der Stadthalle: Der Moment, als SPD-Ortsvorsitzender Bayram Yerli ans Podium trat und nach einleitenden Grußworten verkündete, dass es die eigentlich notwendige Satzungsänderung für diese Konferenz nun gar nicht brauche, denn: „Elke Zehetner ist in die Partei eingetreten.“ Ein Satz, den die 64 stimmberechtigten Mitglieder und anwesende Gäste mit tosendem Applaus quittierten.

Unterlegener Bewerber hatte Zweifel geäußert

Wie berichtet, war die damals noch parteifreie Zehetner in der ersten Aufstellungskonferenz am 6. Mai von der Penzberger SPD mit 77 Prozent zur Bürgermeisterkandidatin gewählt worden. Der an diesem Abend – zu dem damals 72 SPD-Mitglieder erschienen waren – unterlegene Bewerber Andreas Vetter hatte kurz darauf öffentlich angezweifelt, dass die Penzberger SPD eine Parteifreie zur Bürgermeisterkandidatin küren darf. Die Bundes-SPD schließe eine Kandidatur von Nicht-Mitgliedern zwar nicht aus. In der Satzung des Penzberger SPD-Ortsvereins sei das aber nicht verankert.

Daraufhin reagierte die Partei: Sie erklärte das Wahlergebnis für nichtig und kündigte eine Satzungsänderung sowie eine Wiederholung der Aufstellungskonferenz an. Bei dieser Wiederholung überreichte SPD-Kreisvorsitzender Dominik Streit Elke Zehetner und ihrem Mann Michael nun ihre Parteibücher. Als Eintrittsdatum ist in Elke Zehetners Büchlein der 9. Mai eingetragen – eine Zeit, in der die Debatte um die Bürgermeisterkandidatur der parteifreien Zehetner für die SPD bereits angelaufen war.

Parteibuch eine „Formalie“

Am Donnerstagabend betonte Zehetner, sie habe sowieso vor gehabt, in die Partei einzutreten – und zwar gleich nach der ersten Aufstellungskonferenz. „ Ich habe inhaltlich keine Probleme mit der SPD“, sagte Zehetner. Allerdings sei es ihr wichtig gewesen, dass ihre Arbeit für die Stadt anerkannt wird. Streit bezeichnete Zehetners Parteibuch als „Formalie“, damit die Diskussionen beendet werden können und eine parteikonforme Aufstellungskonferenz garantiert sei.

Der unterlegene Herausforderer aus der ersten Aufstellungskonferenz, SPD-Mitglied Andreas Vetter, verzichtete an diesem Abend auf eine erneute Kandidatur, überreichte Zehetner zwischendurch aber schnell eine rote Schachtel Pralinen, bevor er sich wieder auf seinem Platz im hinteren Bereich des großen Saales niederließ.

Auf Wiederholung der Grundsatzrede verzichtet 

Zehetner verzichtete nach ihrer Wahl auf die Wiederholung ihrer Grundsatzrede und zitierte statt dessen frei nach Goethe: „Der Worte sind genug gewechselt. Lasst uns nun endlich Taten sehen.“ Zehetner betonte jedoch, ihre Arbeit als Bürgermeisterin könne auch in Zukunft nicht am Parteibuch orientiert sein. Vielmehr wolle sie zum Wohle der Stadt und aller Bürger handeln.

Übrigens: Wie der SPD-Ortsvorsitzender Yerli sagte, werde die Satzung der Penzberger SPD trotzdem „umfassend“ überarbeitet. Dazu sei für 17. Juli eine Mitgliederversammlung geplant.

FRANZISKA SELIGER

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