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Die Layritzhalle im Gewerbegebiet Grube.

Diskussion um Blaulichtzentrum in Penzberg

Neuer Vorschlag: Soll ein Biomassekraftwerk in die Layritzhalle einziehen?

  • vonWolfgang Schörner
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Die Fraktion von „Penzberg miteinander“ will mit einer neuen Idee Schwung in die Diskussion um die Layritzhalle bringen. Sie schlägt vor, in dem Gebäude das Biomassekraftwerk unterzubringen, das eigentlich im Müllerholz geplant ist. Die Feuerwehr, so die Idee, könnte aufs angrenzende Lidl-Areal ziehen, falls der restliche Platz in der Halle nicht ausreicht.

Penzberg – „Wir treten bei der Layritzhalle auf der Stelle“, sagt Stadtratsmitglied Markus Bocksberger von „Penzberg miteinander“. Es heiße zwar, dass die Feuerwehr in die Halle einziehen soll. „Aber keiner will Geld für die Machbarkeitsstudie ausgeben.“ Rund eine Million Euro würde die Studie kosten. Bocksberger glaubt, dass sich deshalb auch in den nächsten Jahren nichts tun wird. Zumal die Stadt nun zusätzlich mit sinkenden Einnahmen wegen der Corona-Krise rechnen muss. Tatsächlich hatte Stadtkämmerer Hans Blank kürzlich empfohlen, Projekte wie die Layritzhalle auf Eis zu legen.

Kraftwerk in die Layritzhalle: „Recht unkonventionelle Idee“

Bocksberger Fraktion versucht nun, der Diskussion um die Layritzhalle einen neuen Impuls zu geben. Es sei „eine recht unkonventionelle Idee“, gibt Bocksberger zu. Man könne damit aber mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, fügt er an. In dem Antrag, den „Penzberg miteinander“ ans Rathaus und die anderen Stadtratsfraktionen geschickt hat, wird vorgeschlagen, das geplante Biomassekraftwerk – ein Gebäude mit etwa 15 Metern Höhe – in der fast 20 Meter hohen und 3000 Quadratmeter großen Layritzhalle zu errichten. Diese Fernwärmezentrale, die 2023 in Betrieb gehen soll, wird von den Stadtwerken eigentlich ganz in der Nähe im Müllerholz geplant.

Layritzhallen-Vorschlag: Feuerwehr könnte auf das Lidl-Areal ziehen

Sollte das Kraftwerk etwa ein Drittel der Hallen-Länge einnehmen, wäre für Feuerwehrfahrzeuge noch genug Platz, schätzt Bocksberger. Sollte das aber nicht der Fall sein, würde für die Feuerwehr das benachbarte Lidl-Grundstück in Frage kommen, so seine Fraktion. Wie berichtet, plant der Discounter einen Umzug auf das Edeka-Areal. Und bei der Stadt gibt es die Absicht, das dann frei werdende Grundstück zu kaufen. In ihrem Antrag geht es „Penzberg miteinander“ zunächst um eine Prüfung: ob das Biomassekraftwerk in der Layritzhalle untergebracht werden kann und wie viel Platz dann noch für die Feuerwehr bleiben würde.

Das Biomassekraftwerk ist eigentlich im Müllerholz geplant

Die Fraktion begrüßt in dem Antrag, dass die „Energiewende im technologischen Bereich“ durch die Schaffung der Photovoltaikfreiflächen und die Pläne für das Biomassekraftwerk „immer sichtbarer“ werde. Sie kritisiert aber, dass für das Kraftwerk ein Teil des Waldes im Müllerholz geopfert würde. Durch eine Fernwärme-Zentrale in der Layritzhalle würde das Müllerholz zunächst nicht angetastet, wirbt „Penzberg miteinander“. Auch ein anderes Problem wäre nach deren Ansicht gelöst: das Zufahrtsproblem, „zu dem sich kürzlich die direkt benachbarte Firma Messtec kritisch geäußert hat“. Nach den aktuellen Plänen würde das Biomassekraftwerk gleich neben Messtec entstehen. Wäre das Kraftwerk in der Layritzhalle, so Bocksberger, müsste der Lastwagenverkehr nicht bei der Firma vorbeiführen.

Nicht berührt sind von dem Vorschlag laut Bocksberger die Pläne für das BRK und die Polizei. Für sie sollen, wie berichtet, auf dem Layritzareal neben der Halle eigene Gebäude entstehen.

Für ihre Idee wirbt die Fraktion auch mit einem kleinen historischen Ausflug. Würde das Biomassekraftwerk in der ehemaligen Maschinenhalle des alten Bahnkraftwerks Platz finden, „dann würde das alte Kraftwerk wie früher Energie liefern, heute Wärme aus Biomasse statt wie früher Strom aus Kohle“.

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