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Bürgerprotest in der Stadthalle im Juli 2009: Damals überreichte Förderverein-Leiterin Berta Senger über 11 000 Unterschriften an den damaligen Landrat Zeller.

25 Jahre Krankenhaus-Förderverein

Als den Landrat ein Pfeifkonzert empfing

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Seit 25 Jahren gibt es den Förderverein des Penzberger Krankenhauses. Die größten Kämpfe hatte er in den Jahren 2009 bis 2011 auszufechten. Damals stand das Krankenhaus auf der Kippe. Gegen die ungewisse Zukunft erhob sich in der Bevölkerung vehementer Protest – mit Erfolg.

Penzberg – Es ist der 8. Juli 2009. Rund tausend Menschen drängen sich an diesem Mittwochabend in der Penzberger Stadthalle. Sie empfangen Landrat Dr. Friedrich Zeller mit einem Pfeifkonzert. Auf der Bühne stehen Berta Senger, damals Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins, und Wilfried Lehmann als Vertreter der Penzberger Parteien. Senger übergibt Zeller – unter dem Jubel des Publikums – Listen mit 11 472 Unterschriften. Sie dokumentieren Penzbergs Widerstand gegen den Plan, das ein paar Jahre vorher runderneuerte, aber defizitäre Krankenhaus an die private „Klinikgruppe Enzensberg“ abzustoßen.

Daran wurde am Donnerstag bei der 25-Jahr-Feier des Fördervereins erinnert. Es sei ein beeindruckender Moment gewesen, erzählte ärztlicher Direktor Dr. Florian Brändle, der selbst Mitglied ist. „Das war für mich der Ausschlag, zu denken, dass Penzberg doch einen guten Weg nimmt.“ Eine Woche später demonstrierten nochmals rund 350 Menschen, als sich der Kreistag in der Stadthalle zu einer Sitzung traf. Er nahm damals, vom Protest beeindruckt, Abstand von der Privatisierung.

Ein weiterer entscheidender Tag war der 18. März 2011. Damals beriet der Kreistag in Iffeldorf hinter verschlossenen Türen, das Penzberger Haus an die Garmischer oder an die Starnberger Klinik abzugeben. Penzberger Ärzte warnten, dass dem Krankenhaus der schleichende Tod drohe, wenn es an Garmisch fällt. „Wenn das der Fall gewesen wäre, hätten wir heute kein Krankenhaus mehr“, sagte Altbürgermeister Hans Mummert am Donnerstag bei der 25-Jahr-Feier. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt, damals Kreisrat, habe stark für Garmisch geworben. „Gottseidank konnte er in die Schranken gewiesen werden“, so Mummert. Mit einer Stimme Mehrheit entschied der Kreistag für Starnberg. „Und Starnberg hat sein Versprechen gehalten und investiert“, sagte Mummert, Gründungsmitglied des Fördervereins.

Über 166 000 Euro gespendet

Auf die Geschichte von Krankenhaus und Förderverein blickte auch Festredner Ludwig Schmuck zurück. Der Verein sei 1993 gegründet worden, um die Akzeptanz des Krankenhauses zu erhöhen. „Wir haben uns gesagt, wir brauchen dafür Prominenz, wie Starnberg mit Heidi Brühl.“ Penzberg habe zwar keine Schauspielerin gehabt, so Schmuck, aber trotzdem Prominenz: Berta Senger, einst Turnkampfrichtern bei den Olympischen Spielen 1972. „Der Verein war immer meine Bestimmung“, sagte Ehrenvorsitzende Senger am Donnerstag. „Ich bedanke mich bei allen Menschen, die an meiner Seite standen.“

Ein Ziel des 188 Mitglieder starken Vereins ist es laut Vorsitzender Regina Bartusch, die Klinik zu unterstützen: In den 25 Jahren geschah das mit Sachspenden in Höhe von über 166 000 Euro, so Kassier Helmut Edenhofer. Die Palette reicht von Gehhilfen bis zum Ultraschall-Endoskop. Bartusch sagte, es sei wichtig, dass die Penzberger Klinik wettbewerbsfähig bleibe, und dass man stolz sein könne, „dass unser Haus in kommunaler Trägerschaft“ sei. Stolz sei sie auch, dass der Träger investiere, etwa in neue OP-Säle. Dies, so Bartusch, sei ein Ausdruck dafür, „dass es die Klinik Penzberg auch in Zukunft geben wird“.

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