Mit einem Forschungsinstitut kommt die Fraunhofer-Gesellschaft nach Penzberg, hier ein Bild eine Forscherin vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig.
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Mit einem Forschungsinstitut kommt die Fraunhofer-Gesellschaft nach Penzberg, hier ein Bild eine Forscherin vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig.

Im Gebäude von Roche

40 Millionen Euro für Pandemie-Institut in Penzberg

  • vonWolfgang Schörner
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Der Bund investiert 40 Millionen Euro in das Pandemie-Forschungsinstitut, das die Fraunhofer-Gesellschaft in Penzberg schaffen will. Das teilte der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt mit. Zugleich wurden weitere Einzelheiten über das geplante Institut bekannt: Es soll 50 Mitarbeiter haben und zunächst Räume des Roche-Werks nutzen.

Penzberg – Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am Donnerstagabend 40 Millionen Euro für die Gründung des neuen Fraunhofer-Standorts in Penzberg bewilligt. Dies sei eine „großartige Nachricht und ein richtiger Freudentag für die Stadt Penzberg und für die Gesundheitsforschung in der Region“, erklärte der Bundestagsabgeordnete und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. In seiner Mitteilung spricht er von einer Initialzündung für ein „Medical Valley in und um Penzberg“ – in Anlehnung an das „Silicon Valley“ in Kalifornien.

Die Initialzündung sei durch eine Zusammenarbeit von Stadt, Land und Bund mit Roche zustande gekommen. Die praktische medizinische Forschung schaffe „hier neue Märkte, neue Arbeitsplätze und neue wissenschaftliche Attraktivität im Landkreis Weilheim-Schongau und im südlichen Oberbayern“, so Dobrindt. Die Investition des Bundes sei auf seine Initiative hin bewilligt worden. Er habe den Penzberger Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) unmittelbar nach der Entscheidung über den erfolgreichen Antrag informiert.

Standort für mehrere Millionen Euro

Wie berichtet, war im September bekannt geworden, dass die Fraunhofer-Gesellschaft in Penzberg einen neuen Standort für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung ansiedeln will. Damals hatte Bayerns Kabinett für die Jahre 2021 und 2022 je fünf Millionen Euro Unterstützung zugesagt. Zusätzlich gab es eine Verpflichtungsermächtigung für die Jahre 2023 bis 2024 in Höhe von 30 Millionen Euro.

Bekannt wurden nun weitere Details zu dem neuen Forschungsstandort. Vorgesehen ist laut Fraunhofer-Gesellschaft ein schrittweiser Personalaufbau über fünf Jahre auf bis zu 50 Mitarbeiter. Das Ziel ist, in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Roche Diagnostics neue Diagnose- und Testverfahren für Infektionskrankheiten zu erforschen und zu entwickeln. Der neue Forschungsstandort wird zum Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP) gehören und soll dessen Geschäftsfelder um Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung erweitern.

Übergangsweise im Roche-Werk untergebracht

Übergangsweise wird das neue Institut voraussichtlich in bestehende Räume des Roche-Werks einziehen. Gegebenenfalls sollen auch „Infrastrukturen in München im unmittelbaren Umfeld der universitären Partner genutzt werden“. Geplant wird ebenso ein Neubau in Penzberg. Die Fraunhofer-Gesellschaft erklärte dazu, dass sie an der Neubau-Planung inhaltlich beteiligt werde, „damit eine optimale Ausstattung und Raumnutzung langfristig garantiert werden kann, mit den Möglichkeiten, weiter zu wachsen“.

Sowohl Dobrindt als auch die Fraunhofer-Gesellschaft sprechen von einem „bundesweit einmaligen Leuchtturmprojekt“. Durch die enge Verzahnung mit der Ludwig-Maximilians-Universität und Roche Diagnostics würden sich optimale Synergiepotenziale zwischen der universitären Forschung und dem Transfer in die Wirtschaft ergeben.

Erste Gespräche zur Ansiedlung und finanziellen Ausstattung eines Fraunhofer-Standorts in Penzberg hatte Dobrindt eigenen Worten nach schon im Mai mit Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident der Roche Holding AG, geführt. Anlass bot damals ihm zufolge die Zusage der Roche AG, in den nächsten vier Jahren 400 Millionen Euro in den Penzberger Roche-Standort zu investieren. Der Einsatz seither habe sich gelohnt, so Dobrindt. Das Konzept der Fraunhofer-Gesellschaft und der Kooperationspartner habe die Haushälter im Bundestag überzeugt.

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