+
Eines der fünf Roche-Großprojekte in Penzberg: der Büro- und Laborkomplex samt Ausbildungszentrum.

600 Millionen Euro: Roche feiert in Penzberg fünf Großprojekte

  • schließen

Knapp 600 Millionen Euro hat der Roche-Konzern in den vergangenen drei Jahren in sein Biotechnologie-Werk in Penzberg investiert. Am Mittwoch wurde die Einweihung der fünf Großprojekte gefeiert.

Penzberg - Zu den fünf Großprojekten für knapp 600 Millionen Euro in Penzberg gehören ein großes Ausbildungszentrum für 300 Lehrlinge und ein Pharma-Produktionsgebäude mit 160 neuen Arbeitsplätzen. Sie wurden am Mittwoch mit einem Festakt eingeweiht. Die Größenordnung dieser Investition sei selbst für Penzberger Verhältnisse außergewöhnlich, sagte Ursula Redeker, Geschäftsführerin der Roche Holding GmbH.

Seit der Schweizer Konzern das Penzberger Werk im Jahr 1998 übernommen hat, investierte er rund drei Milliarden Euro in den Standort. Dieser ist heute mit rund 5800 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Region. Und er sei eines der größten Biotechnologie-Zentren Europas, so das Unternehmen. In der Konzern-Welt ist Penzberg zudem der zweitgrößte Standort nach dem Werk der Roche-Tochter Genentech in San Francisco.

Aktuell investierte das Unternehmen allein 330 Millionen Euro, um in einem bestehenden Gebäude die Kapazität der Pharma-Produktion zu erweitern. 55 Millionen Euro flossen in den Neubau eines Produktionsgebäudes für Diagnostika. Ebenso entstand für 119 Millionen Euro ein Labor- und Büro-Komplex. Dessen Herzstück ist ein Biotech-Ausbildungszentrum für rund 300 Auszubildende. Dort werden im September 100 neue Lehrlinge einziehen, zusätzlich fünf junge Flüchtlinge, die das Unternehmen ausbilden will. Es ist laut Roche das größte Biotech-Ausbildungszentrum in Bayern.

Die Region könne stolz sein auf den Strukturwandel von einem kleinen Kohlerevier zu einem der größten Biotechnologie-Zentren Europas, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Als „Vertrauensbeweis für Penzberg“ bezeichnete die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Investition. 600 Millionen seien eine „gigantische Zahl“. Von einem „klaren Bekenntnis“ zum Standort Deutschland sprach der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium.

„Es geht hier nicht allein um Beton, Stahl und Glas, es geht vor allem darum, Zukunft zu gestalten“, sagte der ehemalige Lufthansa-Manager und heutige Verwaltungsratspräsident des Schweizer Konzerns, Christoph Franz. Für die Immundiagnostika mit ihrer 20-jährigen Erfolgsgeschichte seien zusätzliche Produktionskapazitäten notwendig, da Diagnostika weltweit eine wachsende Rolle spielten. Franz sprach ebenso die Zukunft der „personalisierten Medizin“ an, mit der Wirkstoffe beim Patienten zielgenauer eingesetzt werden können. „Penzberg ist dafür heute schon ein Exzellenzzentrum“, sagte Franz. Ebenso warb er für die Digitalisierung, um medizinische Daten besser auswerten zu können.

In der nahen Zukunft liegt dagegen ein anderes Projekt, von dem Verwaltungsratschef Franz sprach. Der Konzern hat sich ihm zufolge für Penzberg als Standort des „hochwertigsten Genanalyse-Labors Europas“ entschieden. Mit ihm können mutierte Gene bei Krebspatienten entdeckt werden, um besser mit Medikamenten anzusetzen. Im Laufe des Jahres soll das Labor eingerichtet werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Donnerwetter im Peißenberger Gemeinderat
Im Peißenberger Gemeinderat ging‘s am Mittwochabend rund. Vor allem gegen Bürgermeisterin Manuela Vanni wurde geschossen.
Donnerwetter im Peißenberger Gemeinderat
Gemeindewerke-Chef Günther Forster schmeißt hin
Die Gemeindewerke Peißenberg stehen wieder ohne Vorstand da. Günther Forster, der das Kommunalunternehmen seit November 2015 geleitet hatte, bat um Aufhebung seines …
Gemeindewerke-Chef Günther Forster schmeißt hin
Wechsel an der Spitze: SPD wählt Bayram Yerli
Wechsel an der Spitze der SPD Penzberg: Bayram Yerli führt nun die Sozialdemokraten an.
Wechsel an der Spitze: SPD wählt Bayram Yerli
Hallenbad-Pläne in Penzberg: Stadt bewilligt vier Millionen
Die Stadt Penzberg wird den Stadtwerken mindestens vier Millionen Euro für den Bau des geplanten neuen Hallenbads mit Spaßrutsche und Sauna überweisen.
Hallenbad-Pläne in Penzberg: Stadt bewilligt vier Millionen

Kommentare