Maßarbeit: Mit Hilfe eines Seils und von einem Kran gehoben, wird einer der Fertigteilträger aus Stahlbeton in die Lücke über der Verbindungsstraße zwischen Penzberg und Iffeldorf eingehoben. Zwei andere der tonnenschweren Träger liegen bereits als neuer Brücken-Überbau an Ort und Stelle (re.).
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Maßarbeit: Mit Hilfe eines Seils und von einem Kran gehoben, wird einer der Fertigteilträger aus Stahlbeton in die Lücke über der Verbindungsstraße zwischen Penzberg und Iffeldorf eingehoben. Zwei andere der tonnenschweren Träger liegen bereits als neuer Brücken-Überbau an Ort und Stelle (r.).

Großbaustelle direkt an der Autobahn

A 95: Hängepartie am Nylonseil

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Stundenlang war die Autobahnausfahrt Penzberg/Iffeldorf aus Richtung München am Donnerstag voll gesperrt. Für Autofahrer zwischen den beiden Ortschaften entstanden längere Wartezeiten. Grund für die Behinderungen war der Einhub tonnenschwerer Fertigteilträger. Die Bauarbeiten an der Autobahn sollen bis Jahresende andauern. 2022 werden sie auf der anderen Fahrbahnseite weiter gehen.

Penzberg/Iffeldorf – Altersbedingter Verschleiß. So lautete schon vor Monaten die Diagnose für die über 50 Jahre alte Autobahnbrücke, die sich zwischen Penzberg und Iffeldorf über die ST 2063 spannt. Mitte Juli wurde der Teil der Brücke, auf dem die Fahrspuren aus München Richtung Garmisch-Partenkirchen verlaufen, abgebrochen (wir berichteten). Am Donnerstag nun wurden insgesamt sieben Fertigteileträger aus Stahlbeton in die klaffende Lücke über der Staatsstraße eingehoben.

Bis zu 55 Tonnen sei ein solches Träger schwer, erläuterte Bauaufseher Karl Maier von der Autobahn GmbH, während einer dieser rund 17 Meter langen Kolosse über seinen Kopf hinweg schwebte. Gehalten wurde er dabei von vier speziellen Nylonseilen, die an einem rund 500 Tonnen schweren Kran befestigt waren. Während der Einhubvorgänge musste die Staatsstraße Penzberg-Iffeldorf immer wieder für den Verkehr ganz gesperrt werden. Dazu wurden die Rotphasen der Ampelanlage, die wegen der Arbeiten schon seit Wochen den Verkehr auf der Strecke regelt, immer wieder auf rund 15 Minuten verlängert. Der von München kommende Verkehr, der an der Anschlussstelle Penzberg/Iffeldorf ausfahren wollte, wurde bereits an der Ausfahrt Seeshaupt aus- und umgeleitet.

Dass die Autofahrer durch den Einhub der Träger behindert würden, bedauerte Maier. Aber anders als der Abbruch der Brückenhälfte, der nachts durchgeführt worden sei, könne man diese Arbeiten nur bei Tageslicht erledigen. Nachts sei es einfach zu dunkel, um den Einhub sicher und exakt durchzuführen, erklärt Maier.

Liegen die sieben Stahlbeton-Kolosse an Ort und Stelle, verfüge die Brückenhälfte damit wieder über einen ersten Überbau. Auf diesen käme dann noch eine „Stahlbewährung“ aus einzelnen Eisenstangen.

Im Gesamtkonstrukt der Brücke werden beide klare Aufgaben erfüllen: Die Fertigteilträger „halten den Druck aus, und die Stahlbewährung hält den Zug aus“, erläuterte Maier. Darauf werde dann noch eine Abdichtung aus Guss-Asphalt kommen, bevor die Asphaltschicht aufgebracht wird. Und zwar Flüsterasphalt, so Maier.

Zwischen fünf und zehn Personen arbeiteten derzeit auf der Baustelle, so Maier. Wenn das Wetter mitspiele – also kein strenger Frost und kein Schnee kommen – könne man die Fahrbahnseite Richtung Garmisch-Partenkirchen etwa Mitte Dezember wieder für den Verkehr freigeben, schätzte er. Zuvor – vermutlich im November – werde aber noch die Ausfahrt Penzberg/Iffeldorf auf dieser Seite der Autobahn neu asphaltiert.

Je nach Witterung soll dann im nächsten Jahr das Brückenteil auf der anderen Autobahnseite abgebrochen und erneuert werden. Maier rechnet mit einem Beginn der Arbeiten im April.

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