Die Besten in einem starken Abiturjahrgang am Penzberger Gymnasium.
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Die Besten in einem starken Abiturjahrgang am Penzberger Gymnasium: Theresa Bockholdt, Constantin Pfannschmidt, Johanna Heiss, Valentin Einberger, Sophia Zurmühl, Jonas Schramek, Amelie Hopfmüller, Ludwig Lenz, Anna Baumann, Felix Heumann, Lisa Böhm und Luca Kahlenberg.

Abitur im Corona-Jahr

Gymnasium: Penzberger Abi-Jahrgang knackt Rekord mit aktuellem Notenschnitt

  • VonWolfgang Schörner
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Das Penzberger Gymnasium hat am Freitag einen Rekord-Abiturjahrgang verabschiedet. Der Notenschnitt lag bei 1,99. Der Jahrgang toppte damit sogar das Ergebnis des vergangenen Jahres, das bei 2,09 lag. Alle 101 Jugendlichen haben die Abi-Prüfungen bestanden. 53 von ihnen sogar mit einer Eins vor dem Komma.

Penzberg – Dass der Festakt am Freitag stattfinden konnte, daran hatte Schulleiter Matthias Langensteiner vor einigen Wochen selbst nicht geglaubt. Doch es klappte: „Schön, dass ihr da seid“, leitete er die Feier ein. In der großen Turnhalle neben der Familienbad-Baustelle waren die Abiturienten, Lehrer und Eltern zusammengekommen – fast so wie früher, nur eben mit Maske und viel Abstand zwischen den Stühlen. Die Mühen des vergangenen Jahres, ein Abitur unter Corona-Bedingungen, zog sich denn auch durch fast alle Reden.

Verantwortungsvoll: Fluchtweg beim Abischerz

Es sei „kein Abiturjahrgang wie jeder andere“, sagte Langensteiner. Der Jahrgang habe auf unvergessliche Höhepunkte wie Studienfahrt und Kollegstufenpartys verzichten und sich mit Distanz- und Wechselunterricht plagen müssen. Er habe Herausforderungen gemeistert, von denen andere Jahrgänge verschont blieben. Zugleich, so der Schulleiter, sei es ein Spitzenjahrgang gewesen. Begeistert habe ihn ebenso, dass die Jugendlichen verantwortungsvoll und konstruktiv waren, auch Verantwortung für eigene Fehler übernommen hätten. Und, so Langensteiner, er habe noch nie erlebt, dass sich ein Jahrgang beim Abischerz Gedanken über das Offenhalten von Fluchtwegen macht.

Ex-Schulleiter: Seid Sand, nicht Öl im Getriebe dieser Welt

Ein Gag war, dass der Schulleiter während seiner Rede plötzlich seinen Vorgänger Bernhard Kerscher auf die Bühne holte. Kerscher („Ich war ein Jahr auf Entzug. Das ist keine Drohung: Ich komme nicht wieder“) sagte, er sei stolz auf seine Schule, dass sie trotz Corona und trotz der Politik erfolgreich war. Und er gab den Abiturienten „Hausaufgaben“ mit den auf Weg: „Seid Sand, nicht Öl im Getriebe dieser Welt.“ Denn die Pandemie, die Umweltpolitik und die gesellschaftliche Entwicklung hätten gezeigt, dass man nicht dasitzen und abnicken dürfe, sondern sich engagieren müsse. Respekt zollten die SMV-Vertreter ihren scheidenden Mitschülern: „Keiner hätte mit euch tauschen wollen. Hut ab, dass ihr die Zeit so gemeistert habt.“

Mathe-Wissen: Zwei Wochen Lockdown sind gleich sechs Monate

Mit trockenem Humor schilderten die Abiturienten-Vertreter Valentin Einberger, Felix Heumann und Sarah Wink die Oberstufenzeit. Sie erzählten augenzwinkernd von der stabilen Mebis-Lernplattform, von Fehlermeldungen und Lehrer-Mails im Spam-Ordner, vom Geruch der nackten Angst unter der Maske sowie von Mathe-Wissen: „Zwei Wochen Lockdown sind gleich sechs Monate“. Das Trio berichtete aber auch, das es trotzdem gelungen sei, „zu einer einzigartigen Oberstufengemeinschaft zusammenzuwachsen“.

Eine Schatzkiste für den festlichen Moment

Großes Lob zollten die Ehrengäste: Landrätin Andrea Jochner-Weiß sprach angesichts der Abiturnoten von einer „sensationellen Leistung“. Mit dieser Generation, die sich durchgebissen habe, brauche man sich für die Zukunft keine Sorgen machen. Bürgermeister Stefan Korpan sagte, dass die Redner einst bei seiner eigenen Zeugnisverleihung von Zäsur, Neuanfang und lebenslangem Lernen gesprochen haben. „Heute gestehe ich: Sie haben alle recht gehabt.“ Das Abitur, so Korpan, sei der Kompass, das Navi fürs Leben, „den ihr selbst programmiert“.

Elternvertreter Mark Hartmann riet den Abiturienten, sich den festlichen Moment einzuprägen, gedanklich in eine Schatzkiste zu legen, sie sicher zu verwahren und sie bei neuen Herausforderungen zu öffnen. „Es wird Euch stärken, auch diese Herausforderung zu meistern.“ Und: „Ich bin sicher, ihr könnt so die Welt verändern.“

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