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Es ist vollbracht: Die besten 13 unter den Penzberger Abiturienten.

Abi in Penzberg: Wie ein Computerspiel

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106 junge Frauen und Männer haben am Freitag in Penzberg ihre Abiturzeugenisse erhalten. Einmal gab es sogar eine glatte 1,0.

Penzberg - 106 Abiturienten des Penzberger Gymnasiums erhielten ihre Abschluss-Zeugnisse am Freitagnachmittag. Wie in den vergangenen Jahren fand die Feier in der alten Wellenbad-Turnhalle statt. Einen Notenschnitt von 1 bis 1,5 schafften 13 Abiturienten. 

Schule ist ein wenig wie ein Gewächshaus. Die Lehrer düngen, gießen und schneiden, um entwicklungsfähige Jungbäume heranzuziehen. Mit diesem Bild begann Schulleiter Bernhard Kerscher gestern seine Rede. Doch in welche Welt wachsen sie hinein? In eine Welt mit einem Twitter-Präsidenten, einem Europa, das brexit-dreist zerrissen wird, mit Wirtschaftskrise, Altersarmut und mit zunehmend autoritärer werdenden Regierungen, die Solidarität mit Schwächeren und Verantwortung für das Klima vermissen lassen. Kerscher wollte damit jedoch nicht schwarzmalen. Es seien Schlagzeilen einer alarmistischen Presse, sagte er.

Denn die Jugendlichen hier und heute würden in einem reichen Land aufwachsen, könnten die Freiheit des Rechtsstaats und die Reisefreiheit genießen. Das sei nicht überall auf der Welt selbstverständlich, so Kerscher. Die Abiturienten profitierten davon, dass der Wirtschaft immer mehr qualifizierter Nachwuchs fehle, und hätten 6330 Berufe zur Auswahl. Sie seien Kinder der Globalisierung, weltoffen und kommunikativ. Sie hätten „einen geistigen Fundus, den sie kurzfristig verdrängen können, der sich aber langfristig nicht ignorieren lässt“, sagte Kerscher schmunzelnd, um am Ende wieder zum Bild mit den Jungbäumen zurückzukehren. Der heutige Abschlussjahrgang sei die erste Generation, die auf dem Pausengelände einen Apfelbaum gepflanzt habe. „Falls das eine Tradition begründet“, sagte er, „wäre es nicht das schlechteste Vermächtnis.“

Ein anderes Bild wählten die Kollegstufensprecher Lucia Felix und Nathanael Ott in ihrer Rede. Die Schullaufbahn sei wie ein Computerspiel mit Levels, Challenges, Gadgets, Credits und Upgrades. Nach acht Jahren Spielerfahrung, sagten sie, hätten sich verschiedene Typen herauskristallisiert – bei den Lehrern zum Beispiel die Hochmotivierten, die Lieblingslehrer, die Overhead-Generationen, bei denen Youtube zum Stummfilm wird, oder die Urgesteine, die aus dem Nähkästchen plaudern. „Wir haben von Euch allen gelernt“, so Nathanael Ott.

In der mit Musik und kurzem Abi-Film umrahmten Feier, gaben Vize-Landrätin Regina Bartusch, Bürgermeisterin Elke Zehetner und die Elternbeiräte Astrid Keller und Klaus Aigner den Abiturienten gute Ratschläge mit auf den Weg. Sie legten ihnen ans Herz, für Toleranz einzustehen, Rücksicht auf Schwächere zu üben, den Mut zur konstruktiven Kritik und zur Selbstkritik zu bewahren sowie an einer friedlichen und sicheren Zukunft mitzuwirken. Auf die Bühne kam auch Elternvertreterin Michaela Schott mit ihrer Familie. Eltern, Lehrer und Schüler seien die Bausteine des Erfolgs, sagten sie. Die Würze seien aber „Sehnsucht, Neugier, Begeisterung und Mut“.

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