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Strahlende Abiturientinnen: (v.l.) Michaela Kölbl, Amelie Herter und Franziska Mühllehner haben das Abitur mit einer Balance aus Lernen und Freizeit gemeistert. 

Sie haben Tipps für andere Schüler

Abiturientinnen aus Penzberg: Dreimal 1,0 - das geht nur miteinander

Alle Schüler können nun aufatmen: Die Sommerferien sind da, das Schuljahr vorbei. Die diesjährigen Abiturienten jedoch waren schon viel früher fertig und genießen seit Juni die Freiheit. Darunter sind drei Freundinnen, die eine glatte 1,0 erreichten. Sie können am lautesten aufatmen, immerhin hatten sie den größten Stress – oder?

Penzberg– Was ist das Geheimnis hinter einem Abiturschnitt von 1,0? Strenge Lehrer, Disziplin und Dauerlernen? Nichts von alldem, da sind sich die drei Freundinnen Michaela Kölbl, Amelie Herter und Franziska Mühllehner einig, die das Gymnasium Penzberg mit einer 1,0 im Abiturzeugnis verließen.

Sie haben teilweise nicht einmal mit der Note gerechnet, Michaela Kölbl sogar „definitiv nicht“. „Ich dachte, man nimmt mich auf den Arm, als mir meine Note gesagt wurde.“ „Mir ging’s ähnlich“, bestätigt Amelie Herter. Für Franziska Mühllehner lag es immerhin „im Bereich des Möglichen“, doch es war abhängig davon, wie die Abiturprüfungen ausfallen würden.

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Fest steht, dass keine von den Dreien ihren Schnitt unbedingt braucht. Michaela Kölbl will auf Lehramt studieren – ein Studiengang ohne Beschränkung durch einen Numerus Clausus. Amelie Herter sagt, sie sei sich noch nicht sicher. Im Gegensatz zu ihren Freundinnen macht sie aber erst einmal ein Jahr frei: Sie möchte nach Kanada reisen. Franziska Mühllehner beginnt im Oktober mit ihrem Psychologiestudium. Der Numerus Clausus für Psychologie liege bei 1,3 bis 1,4, jedoch gebe es auch Universitäten, die 1,0 verlangen. Obwohl es nicht unbedingt notwendig war, sei ihr 1,0-Schnitt praktisch: „Es stehen einem dann doch alle Türen offen.“

Amelie Herter bestätigt, es sei vorteilhaft, dass man für den Ort seines Studiums freie Wahl hat. „Der Druck ist weg“, findet Michaela Kölbl. So habe ein Schnitt von 1,0 schon etwas Erleichterndes.

Eine der Abiturientinnen aus Penzberg: „Unbedingt 1,0 wollte ich nicht“

Doch wie stark haben die Mädchen eigentlich darauf hingearbeitet? „Unbedingt 1,0 wollte ich nicht“, erzählt Franziska Mühllehner. Auch Michaela Kölbl hatte sich kein festes Ziel gesetzt: Man soll „das für sich Bestmögliche tun und dann zufrieden sein“. „Man hat gelernt fürs Gewissen“, erklärt Franziska Mühllehner lachend. Auch Amelie Herter erzählt: „Man hat gelernt, bis man sich gut gefühlt hat oder keine Lust mehr hatte.“

Alle drei finden, man brauche einen Ausgleich zum Lernen. Keine hat Schule über Freizeit und Freunde gestellt. Michaela Kölbl rät, man solle auf keinen Fall mit seinen Hobbys aufhören. Sie ist in den Osterferien, direkt vor den schriftlichen Abiturprüfungen, mit Amelie Herter in ein Leichtathletik-Trainingslager gefahren. „Diese Entscheidung bereue ich nicht“, sagt sie.

Auch die Gesundheit sollte nicht unter Schule leiden, finden die Drei. „Die Gesundheit ist das Wichtigste“, meint Michaela Kölbl. „Bevor man Kopfweh kriegt, sollte man raus an die Luft gehen“, stimmt ihr Franziska Mühllehner zu.

Was beim Lernen auch hilfreich sei, sind entspannte Eltern. „Meine Eltern haben sich recht viel rausgehalten“, erzählt Amelie Herter. Auch Michaela Kölbl berichtet, ihre Eltern hätten ihr „keinen Stress gemacht“. „Druck von außen bringt nichts“, findet auch Franziska Mühllehner,

Haben sie noch letzte Tipps für künftige Abiturienten? „Man soll nicht den Spaß am Leben verlieren auf Kosten der Schule“, antwortet Franziska Mühllehner. Michaela Kölbl rät, nicht die ganze Zeit an den Schnitt denken und „rumzurechnen“. Und sie erinnert sich , wie sie und ihre Freunde gemeinsam fürs Mathe-Abitur gelernt haben. Sie rät: „Man darf nicht versuchen, andere zu übertrumpfen, sondern sollte immer miteinander arbeiten – nicht gegeneinander.“  

Arabella Schäffler

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