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Optimistisch nach dem Infoabend waren Yvonne Schmerbeck (l.) und Juliane Malik (r.) vom Gründerteam. 

Organisatoren in Penzberg zufrieden nach Infoabend

„Aktive Schule“ in Penzberg findet Anklang

Der Plan, in Penzberg eine „Aktive Schule“ zu gründen, traf auf große Resonanz. Bei einem ersten Infoabend kamen rund 50 Besucher zusammen – die Initiatoren zeigten sich „sehr zuversichtlich“, die Schule im September starten zu können.

Penzberg – Seit längerem plant ein Team an Eltern, Erziehern und Lehrern die Gründung einer aktiven Schule in Penzberg, doch fehlt ihnen noch an Leuten. Ein Infoabend sollte helfen. Dort zeigten die Besucher sich durchaus interessiert.

Zunächst stellte Yvonne Schmerbeck, Vizevorsitzende des Trägervereins, das Konzept der aktiven Schule vor. „Das Kind steht im Mittelpunkt“, erklärte sie, und es bestimmt den Zeitpunkt und das Tempo seines Lernweges selbst. Die Kinder können aussuchen, was sie machen wollen – egal ob Fußball spielen, lesen oder basteln. „Sie werden in ihrer Entwicklung zu selbstständigen und eigendenkenden Personen.“ Unterstützt werden sie dabei von Lernbegleitern, die aber eher passiv agieren und dem Kind keine Richtung vorgeben. Das sei der wesentliche Unterschied zur Montessorischule: „Wir gehen in der Nicht-Direktive noch einen Schritt weiter.“ Das bedeutet, wenn ein Kind eine Woche mal kein Mathe lernt, muss es das nicht später nachholen. Sondern es bestimmt seinen Lernweg wirklich von Anfang bis Ende selbst. Vertrauen von Seite der Eltern und Lernbegleiter in das Kind seien daher essentiell.

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In der aktiven Schule gibt es außerdem keine Noten. Noten seien „nicht objektiv“ und „sie stigmatisieren“, so Schmerbecks Kritik. Als Notenalternative gibt es ein Lerntagebuch, in das Kind seinen Prozess festhält, ein Portfolio und eine Selbsteinschätzung. Gegen Noten und ein autoritäres Bildungssystem zeigten sich auch einige Besucher des Infoabends kritisch. Von Alternativangeboten wie eben der aktiven Schule „kann es nicht genug geben“, fand ein Zuhörer.

Unterstützung erhielt das Team außerdem von der Stadt: Bürgermeisterin Elke Zehetner und Geschäftsleiter Roman Reis „waren sehr unterstützend“, so Yvonne Schmerbeck. Reis habe ihnen beispielsweise ein Gebäude vorgestellt, nämlich das ehemalige Montessorischulhaus am „alten Bahnhof“. Zudem war Tomas Schindhelm, Schulleiter der Montessori, beim Infoabend anwesend und bot an, „beratend zur Seite zu stehen.“

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Momentan ist für die aktive Schule eine Gruppe mit 25 Erst- bis Drittklässlern geplant. Sobald die Grundschule gestartet ist, beginnen die Planungen für eine weiterführende Schule bis zur Mittelschule und anschließender Fachoberschule. Damit die Grundschule aber überhaupt im September starten kann, muss bis Ende März der Antrag bei der Regierung eingereicht werden. Das Team sei bereits „im regen Email-Verkehr“, so Schmerbeck. Anmeldungen für Kinder sollten idealerweise bis zum 26. Februar eingehen. „Man unterschreibt damit noch keinen Vertrag“ und könne jederzeit wieder abspringen.

Laut Elternsprecherin Juliane Malik gab es nach dem Infoabend schon einige Interessenten. „Wir wussten anfangs nicht, wie viele kommen würden.“ Letztendlich war der Sitzungssaal im Rathaus mit rund 50 Besuchern fast voll. Nach dem Abend sei Malik „sehr zuversichtlich“, dass die aktive Schule gegründet werden kann. Unterstützung kann es natürlich nie genug geben: Für die Gründung sucht das Team weiterhin interessierte Eltern, Erzieher, Pädagogen und Lehrer.

Bei Interesse

oder Fragen kann man sich an juliane.aktiveschule@gmx.de wenden. Mehr Infos und die Anmeldung findet man außerdem auf erle-erlebnis-lernen.de

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