Stellwerksstörung am Ostbahnhof: Erhebliche Beeinträchtigungen im gesamten S-Bahn-Netz

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Alkoholisiert Straftaten begangen

Vier Tage Arrest für Randalierer (21)

Ein 21-jähriger Asylbewerber wurde vom Weilheimer Jugendgericht zu einem viertägigen Jugendarrest verurteilt. Er hatte in Penzberg unter Alkoholeinfluss Straftaten begangen.

Penzberg „Wir sind ein Gastland für Sie. Man darf erwarten, dass Sie den nötigen Anstand walten lassen“, sagte die Vorsitzende Richterin Claudia von Hirschfeld. Aber davon war der gebürtige Iraner im vergangenen Jahr weit entfernt. Zunächst randalierte er unter Alkoholeinfluss in seiner Asylunterkunft und wurde schon vom Weilheimer Jugendgericht wegen seiner verübten Sachbeschädigung verurteilt. Damals musste er Sozialstunden ableisten. Das hielt den jungen Mann aber nicht davon ab, weiter Alkohol zu konsumieren – ein großes Problem bei ihm, wie sich weiterhin zeigte.

Im Juli 2017 ging der Angeklagte mit einem Freund in die Penzberger Spieloase. Dort trank man reichlich Bier und Jack Daniels. Nachdem der Freund bezahlt hatte, bestellte der Iraner noch weiter. Als die Bedienung abkassieren wollte, gab er an seine Geldbörse vergessen zu haben. „Er suchte aber gar nicht danach oder war irgendwie überrascht“, sagte die Mitarbeiterin. Der Mann habe auch arrogant auf sie gewirkt. Einen Ausweis wollte er nicht vorweisen. Die Frau rief daraufhin die Polizei. Der Mann bezahlte seine Zeche zwar ein paar Tage später. Das Gericht sah es jedoch als erwiesen an, dass er in betrügerischer Absicht gehandelt hat. „Hier bezahlt man sofort, nicht erst dann, wenn man Lust hat“, erklärte die Richterin dazu.

Weitaus schlimmer aber benahm sich der Iraner auf dem Penzberger Volksfest im September. Im Bierzelt legte er sich anscheinend mit einigen weiblichen Besuchern an. Genau konnte das nicht festgestellt werden. Fakt ist, dass die Security ihn aus dem Zelt beförderte und ihm Hausverbot erteilte. Der Iraner kam aber einige Zeit später zurück. Als die Sicherheitsbeamten ihn erneut hinauswerfen wollten, leistete er Widerstand. Polizeibeamte, die an diesem Abend auf dem Volksfest Dienst hatten, kamen hinzu. „Es war eine sehr aufgeheizte, aggressive Stimmung im Zelt“, sagte der zuständige Beamte.

Der Iraner beleidigte mehrere, ihm wegen seiner häufigen Besuche in der Ausnüchterungszelle bekannte Polizisten mit den Worten „Fucking Germany, fucking Merkel“. Er wurde daraufhin mit Handschellen fixiert, leistete aber erheblichen Widerstand, versuchte Kopfstöße und spuckte. „Ich bin seit zehn Jahren Polizist, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Beamte vor Gericht. Leid tat ihm vor allem die neue junge Kollegin, die an dem Abend den ersten Dienst hatte und doch ein wenig verstört war, als sie das Randalieren des Iraners mitbekam. Im Dienstwagen der Polizei war die Sache noch nicht zu Ende. Der Mann musste weiter fixiert werden und bedrohte die Beamten mit den Worten. „I‘ll kill you. I‘m Taliban!“ Eine Äußerung, die der Staatsanwalt heftig kritisierte. „Solche Reden nehmen wir hier sehr ernst“, sagte er.

Der Angeklagte, der 2015 aus Afghanistan nach Deutschland kam, schien nicht sonderlich beschämt, musste gar häufiger lächeln. Er meinte, sich an nichts mehr zu errinnern und berief sich auf seinen hohen Alkoholkonsum. Und genau hier sah der Jugendgerichtshelfer das Problem. Ein Suchtgespräch hielt er jedoch für schwierig, da der junge Mann die deutsche Sprache nicht beherrscht. Vor Gericht verständigte er sich mit Hilfe eines Dolmetschers. Einen Deutschkurs hatte er nach einem Monat abgebrochen. Die Richterin verhängte neben dem Jugendarrest auch noch ein neunmonatiges Alkoholverbot. „Wenn Sie sich nicht daran halten, gibt es einen Ungehorsamsarrest“, erklärte sie. Eine solche Strafmaßnahme erfolgt, wenn ein Verurteilter sich nicht an die richterlichen Weisungen oder Auflagen hält. Der Iraner nahm das Urteil an. Es ist somit rechtskräftig.

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Uli Deck

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