Das alte Gebäude der Penzberger Stadtbücherei, umgeben von Wohnhäusern. Es ist seit siebeneinhalb Jahren praktisch ungenutzt.
+
Das alte Gebäude der Penzberger Stadtbücherei, umgeben von Wohnhäusern. Es ist seit siebeneinhalb Jahren praktisch ungenutzt.

Gebäude steht seit Jahren leer

Was soll mit alter Bücherei geschehen? Stadt prüft drei Varianten

  • vonWolfgang Schörner
    schließen

Seit siebeneinhalb Jahren steht das Gebäude der früheren Stadtbücherei am Rathausplatz leer. Es gab zwar viele Ideen, aber keine wurde umgesetzt. Um vorwärts zu kommen, will die Stadt Penzberg nun drei Varianten prüfen: eine einfache Instandsetzung, eine umfangreichere Sanierung sowie einen Abriss und Neubau.

Penzberg – In dem Gebäude mit seinen zwei Etagen und dem Keller befand sich einst die Penzberger Stadtbücherei. In zwei Etappen zog sie im Januar und Oktober 2013 über die Karlstraße in die Rathauspassage um. Seitdem steht das Gebäude mit seinem Flachdach praktisch leer. Im Jahr 2018 diente es einmal kurze Zeit als Ausstellungsraum für den Hotel-Bürgerdialog und 2019 als Matratzenlager für Geoinformatik-Studenten. Ansonsten war das Haus ungenutzt. Diskutiert wird über dessen Zukunft schon lange. Es befindet sich einerseits an einer Stelle mit dem teuersten Quadratmeterpreis, wie es einmal in einer Stadtratsdiskussion hieß. Andererseits tut sich die Politik seit Jahren schwer, eine adäquate Nutzung zu finden. Zumal die Stadtbücherei einst auch deshalb umziehen musste, weil der Brandschutz im Argen lag. Knackpunkt ist das riesige Treppenhaus in der Mitte des Gebäudes, das viel Platz wegnimmt und zudem der einzige Fluchtweg ist.

Stadt Penzberg prüft Instandsetzung, Sanierung und Abriss

Diese Woche traf sich der Bauausschuss nun intern zu einer Ortsbesichtigung bei dem Gebäude. Im Raum stand zunächst offenbar auch die Frage, ob die Immobilie veräußert wird. Weil es sich also um eine Grundstücksangelegenheit handelte, sollte nach dem Ortstermin in der Ausschusssitzung nicht öffentlich diskutiert werden. Der Ausschuss schien sich mit einer Veräußerung aber nicht angefreundet zu haben. Jedenfalls gab Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) in der Sitzung öffentlich das Ergebnis des Ortstermins bekannt. Demnach wurde die Stadtverwaltung beauftragt, drei Varianten zu prüfen. Zum einen sei dies eine „minimale Instandsetzung“, um kurzfristig eine Nutzung zu ermöglichen, erklärte Korpan. Dabei kann es sich zum Beispiel ums Auswechseln der Fenster, um eine Fassadendämmung und eine Außentreppe wegen des Brandschutzes handeln. Von einer „Minimallösung“ sprach auch Stadtbaumeister Justus Klement. Das Gebäude würde in einen Zustand versetzt, in dem sich das Haus nutzen lässt. Die zweite Variante, die geprüft wird, betrifft eine Sanierung des Gebäudes samt einer Aufstockung Als dritte Variante untersucht die Stadtverwaltung einen Abriss und Neubau. Letzteres ist aber schwierig, weil schweres Abrissgerät über die Tiefgarage oder über den Rathausplatz zu dem Gebäude gebracht werden müsste.

Nutzung der früheren Stadtbücherei bleibt offen

Laut Korpan geht es darum, einschätzen zu können, welche Kosten bei den verschiedenen Varianten entstehen. Über eine künftige Nutzung sei bei dem Ortstermin nicht gesprochen worden. Diese Beratung folgt seinen Worten nach erst, wenn die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen. Der Anstoß für die Variantenprüfung war laut Korpan aus der Stadtverwaltung selbst gekommen, weil die Zukunft des Gebäudes schon seit Jahren ein Thema sei.

Als die Stadtbücherei 2013 auszog, war kurzzeitig im Gespräch, dass dort die Volkshochschule einzieht – sie hat mittlerweile Büro und Kursräume in der Rathauspassage. Auch der Asyl-Helferkreis hatte nachgefragt, ob er dort seine Radlwerkstatt unterbringen kann.

2015 arbeiteten Schüler ein Konzept für einen Jugendtreff aus, das später vom Jugendparlament aufgegriffen wurde. Überlegt wurde ebenso, das Gebäude als „Haus der Vereine“ zu verwenden, als Lager-, Büro- und Aufenthaltsfläche. Das Echo fiel damals laut Stadt aber gering aus. Auch von einer Begegnungsstätte, ob als Seniorentreff oder Mehrgenerationenhaus, war schon die Rede.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare