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Das Gericht sprach den Angeklagten frei.

Aus dem Gericht

Angeklagter aus dem Raum Penzberg: Freispruch nach Autobrand

Ein 24-Jähriger aus der Umgebung von Penzberg wurde beschuldigt das Auto seiner Exfreundin vorsätzlich in Brand gesteckt zu haben. Er wurde freigesprochen - weil es Zweifel an seiner Schuld gab.

Penzberg – Als wesentlichen Punkt sah das Schöffengericht am Amtsgericht Weilheim unter dem Vorsitz von Richterin Regina Sieh das fehlende Motiv des jungen Mannes. Dieser hatte sich schon vor über einem Jahr von seiner Freundin getrennt und lebt nun in einer neuen glücklichen Beziehung. Laut Aussagen aller geladenen Freunde war die Exfreundin kein Thema mehr für ihn. Auch die Handyauswertungen mit den diversen Chatverläufen der Beteiligten zeigten keinerlei Hinweise in diese Richtung. Die Exfreundin hatte zwar auch weitere Freunde beschuldigt, ihr Auto in Brand gesteckt zu haben. Ihren Exfreund rückte sie aber vor Gericht in ein besonders schlechtes Licht.

Der 24-Jährige soll sie in einer Penzberger Bar vor Zeugen gewürgt haben. Ein Freund des Angeklagten sei dabeigewesen. Dieser sagte vor Gericht nun aus, dass die Geschichte vollkommen erlogen war und konnte das auch anhand eines Gesprächs auf Facebook beweisen. Hier war nachzulesen, dass der Freund die junge Frau mit ihrer Anschuldigung konfrontierte und sie der Lüge bezichtigte. Es sei von ihr alles nur Spaß gewesen, war darauf die Antwort.

Die Glaubwürdigkeit der 22-Jährigen wurde damit laut Gericht deutlich in Frage gestellt. Auch hatte das Schöffengericht Zweifel, ob der Angeklagte zeitlich überhaupt in der Lage gewesen war, die Brandstiftung zu begehen. Er war zwar in der Nähe, als er in den frühen Morgenstunden vom Feiern aus einer Bar in Penzberg kam. „Aber das Zeitfenster kann nicht stimmen“, sagte die Richterin. Abgeglichen hatte man das anhand der Zeitpunkte der Telefonate und Chats der Beteiligten in dem Zeitraum der Tat, wann der Angeklagte zuletzt gesehen wurde, wann er von seinem Freund nach Hause gebracht wurde, und verglich das mit dem Zeitpunkt des Autobrandes.

Das Gericht folgerte, dass der Beschuldigte für die Brandstiftung keine Zeit hatte. Der Staatsanwalt, der sicher war, dass der junge Mann die Tat begangen hatte und eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten beantragte, begründete das mit dem seltsamen Verhalten des Angeklagten bei der Internetrecherche. Die Auswertung seines Computers hatte ergeben, dass der junge Mann schon kurze Zeit, nachdem er von dem Brand erfahren hatte, tagelang gezielt Suchbegriffe wie „Rechtshilfen bei einer Straftat“, „Brandstiftung“, „Verteidigung“ und ähnliche Begriffe eingegeben hatte, bevor er als Beschuldigter vernommen wurde. Die Verteidigerin des 24-Jährigen erklärte vor Gericht, warum ihr Mandant so handelte: „Er hatte Angst, dass seine Exfreundin ihn wieder anzeigt“, sagte sie. Das hatte sie ein paar Monate zuvor getan, weil die Außenspiegel ihres Autos abgetreten wurden. Die Anklage wurde aber fallengelassen.

Nach den Plädoyers sprach der junge Mann erstmalig bei seinem letzten Wort vor dem Urteil. „Wenn ich es gemacht hätte, hätte ich es auch gesagt“, erklärte er ganz ruhig und nahm dann gelassen den Freispruch hin.

Regina Wahl-Geiger

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