Eine kleine Statue der Justitia und Akten
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Ein 58-jähriger Penzberger musste sich vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten. (Symbolbild)

„Das vierte Mal mit der vierten Frau“

Penzberger verkraftete Trennung nicht und musste sich nun vor Gericht verantworten

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, hat ein 58-jähriger Penzberger ein Problem. Er kann sich einfach nicht damit abfinden. Wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz, Nötigung und Hausfriedensbruch musste er sich kürzlich vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten.

Penzberg – „Das ist ja nun schon das vierte Mal mit der vierten Frau“, schimpfte die Vorsitzende Richterin Karin Beuting mit dem Angeklagten, der ihr schon aus ähnlich gelagerten Fällen bekannt war.

Das Ende einer Beziehung verkraftet er nicht so, wie es sein sollte. Nachdem seine Freundin ihm im Februar dieses Jahr deutlich klar gemacht hatte, dass es aus war zwischen ihnen, fuhr er weiterhin zu ihrer Wohnung, begab sich auf ihre Terrasse, rief sie ununterbrochen an, sendete Nachrichten per Handy. Auch nachdem die verzweifelte Frau, die seitdem nach eigenen Angaben unter Schlafstörungen leidet, einen Gewaltschutz erhielt, stellte der Mann ihr weiterhin nach. „Ich habe ihr Briefe vorbeigebracht, die noch bei mir ankamen“, rechtfertigte der Mann seine Taten.

„Warum haben Sie nicht das Namensschild Ihrer Freundin vom Briefkasten entfernt? Dann wären keine Briefe mehr gekommen“, fragte Beuting nach. „Ja, das hätte ich auch machen können“, antwortete der Angeklagte eher verwundert, dass es auch diese Möglichkeit gegeben hätte. Er verstand einfach nicht, warum seine Ex-Freundin ihm nicht erklärt hatte, warum es denn nun aus sei. „Ich wollte doch nur reden“, war seine Antwort. „Aber Sie müssen sie trotzdem in Ruhe lassen“, erklärte ihm Beuting eindringlich.

Auch sein Verteidiger, der den Mann schon einige Male vertreten hatte, schien ob der Wiederholungstaten seines Mandanten etwas verzweifelt. „Die früheren ähnlichen Geschichten hängen an ihm wie ein Mühlstein. Aber die letzte Tat ist schon lange her“, gab der Verteidiger zu bedenken und plädierte auf eine Bewährungsstrafe.

Im Gegensatz zur Staatsanwältin, die 10 Monate Gefängnis beantragte. Richterin Karin Beuting setzte dann den zehnmonatigen Freiheitsentzug noch einmal zur Bewährung aus. Als Geldauflage muss der Angeklagte 2000 Euro an die Staatskasse zahlen. Und Beuting gab auch noch eine ungewöhnliche richterliche Weisung. Anhand eines Fotos muss der Mann nachweisen, das Namensschild seiner Freundin von seinem Briefkasten entfernt zu haben. Einen Stapel Briefe wurde der Frau vom Verteidiger noch im Gerichtssaal überreicht.

Die Ex-Freundin hat eine neue, dem Angeklagten unbekannte Wohnung. Außerdem teilte sie dem Gericht mit, dass sie bei der Post einen Nachsendeantrag gestellt hat.

VON REGINA WAHL-GEIGER

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