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Die Penzberger Architektin Anna Gmelin hat die Plattform „drawlk“ entwickelt und ein Start-Up gegründet.

Penzberg

Mit "drawlk" die Welt erobern

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Penzberg – Es ist, als ob zwei Menschen nebeneinander an einem Schreibtisch säßen, zum Beispiel ein Schüler und ein Nachhilfelehrer. Sie beugen sich über ein Blatt Papier, einen Deutsch-Aufsatz.

Der Lehrer beginnt ihn zu korrigieren, unterstreicht dort ein Wort, setzt hier ein Fehlerzeichen und erklärt dies dem Schüler. Nur, dass beide nicht an einem Tisch sitzen, sondern viele Kilometer voneinander getrennt sind. Jeder sitzt vor einem Computer, sieht aber, was der andere gerade aufzeichnet, und hört die Erklärungen. So funktioniert die neue Internetplattform „drawlk“ – ein virtueller Zeichentisch.

Die Idee für „drawlk“ stammt aus Penzberg. Der Name ist eine Wortschöpfung aus „draw“ und „talk“, also „zeichnen“ und „sich unterhalten“. Seit Anfang August gibt es diese Plattform. Anna Gmelin hat sie entwickelt und dafür ein Unternehmen namens „draw2talk“ gegründet, um dies rechtlich von ihrem Beruf zu trennen.

Anna Gmelin (41) ist eigentlich Architektin. Die gebürtige Starnbergerin, die in Dießen am Ammersee aufgewachsen ist, eröffnete im Jahr 2008 ihr Büro in Penzberg. Die Idee für „drawlk“ sei aus ihrer Büro- und Lehrtätigkeit entstanden, erzählt sie. Geht es zum Beispiel um Gestaltungsfragen, sei es wenig ökonomisch, jedes Mal zum Kunden zu fahren, wenn die Entfernung groß ist. Vor drei Jahren richtete sie daher einen Internetdienst ein, um zum Beispiel Zimmerermeister oder Bautechniker zu beraten. Über das System betreute sie auch Schüler der Fachschule für Bautechnik München, als diese sich Ideen für das alte Penzberger Metropol-Kino ausdachten (wir berichteten).

Nun ist Anna Gmelin einen Schritt weiter mit der „drawlk“-Plattform, über die beide Seiten in Echtzeit miteinander kommunzieren kön

nen. Quasi wie beim Telefon-Online-Dienst Skype, nur eben mit einer Zeichenfläche. Möglich wurde dies, weil sich die Technik seit 2013 weiterentwickelte. Für die Umsetzung holte sie sich die Hilfe des örtlichen Unternehmens „knoblach technologies“.

Der Vorteil sei, sagt Anna Gmelin, dass man „drawlk“ auf jedem Gerät mit so genanntem WebRTC-fähigem Browser verwenden könne, auch auf Smartphones. Eine App müsse nicht installiert werden. Und es sei bediener

freundlich. Man müsse sich nur über die Internetseite anmelden. Derzeit funktioniert „drawlk“ über Firefox und Google Chrome, sagt sie. Apple und Microsoft haben Updates angekündigt.

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, nicht aus dem US-amerikanischen „Silicon Valley“, sondern „Made in Penzberg“? „Ich würde mir wünschen, dass ,drawlk’ die Welt erobert“, sagt Anna Gmelin lachend, um gleich hinzuzufügen: Ihr sei es anfangs nicht darum gegangen, ein Start

up-Unternehmen zu gründen. Die Idee sei einfach aus der Praxis ihrer Arbeit entstanden. Es gehe ihr vor allem darum, die kreative Kommunikation zu fördern, „auch mal kritzeln zu dürfen“, sagt die Penzbergerin. „Es stört mich, dass alles nur noch mit Mausklicks geschieht. Das hemmt die Kreativität.“

Die Internetseite

ist unter www.drawlk.de und „www.drawlk.com“ zu finden.

Mehr dazu in der Montagsausgabe des "Penzberger Merkur" und "Weilheimer Tagblatt". 

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