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Der RVO setzt seine markanten roten Busse auf der Kochelseestrecke ein.

Auf der Kochelseestrecke

RVO-Busse müssen Züge ersetzen

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Pendler und Reisende müssen sich vom 29. Juli bis 9. September bei der Kochelseebahn auf Einschränkungen einstellen. Sechs Wochen lang fahren zwischen Tutzing und Kochel RVO-Busse statt Züge. Grund sind umfangreiche Arbeiten der Bahn entlang der Strecke.

Landkreis –   Durch den Schienenersatzverkehr verlängert sich die Reisezeit um bis zu 20 Minuten, teilte die DB Regio bei einem Pressegespräch mit. Damit in Tutzing die Anschlusszüge nach München und Weilheim erreicht werden, starten die Busse in Kochel circa 15 bis 20 Minuten früher als die üblichen Züge.

Wie berichtet, modernisiert die DB Netz die Technik. Dazu werden 35 Kilometer Kabel verlegt, elektronische Stellwerke in den Bahnhöfen Penzberg, Seeshaupt, Bichl und Kochel errichtet, Signale und Schranken erneuert. Gesteuert wird alles vom Stellwerk in Weilheim. Rund 20 Millionen Euro investiert der Konzern nach eigenen Angaben. Bis 10. September werden die Kabel auf der Trasse zwischen Unterzeismering und Kochel verlegt. Gearbeitet wird laut Bahn „Tag und Nacht“. Vor und nach den Ferien rücken die Bautrupps am Tag sowie in der Betriebsruhe von circa 0.30 bis 4.30 Uhr an. 2018 sind für September die Umbauten der Bahnübergänge, unter anderem in Iffeldorf und Penzberg, geplant. Am 17. November 2018 will die Bahn alle Stellwerke in Betrieb nehmen.

Hinter dem Bauvorhaben steckt viel logistische Vorarbeit. Für die Zeit der Streckensperrung muss ein Ersatz für im Schnitt rund 60 Zugfahrten täglich gefunden werden. Pro Fahrt eines Triebwagens mit seinen 229 Plätzen verzeichnet die Bahn 50 bis 60 Passagiere. In Spitzenzeiten sind es bis zu 100 Fahrgäste, sagt Jennifer Sauer, Teilnetzmanagerin Werdenfels. Die Sperrung erfolgt bewusst in den Ferien: So fällt eine hohe Zahl an Schülern für die Bustransporte weg.

Seit einem Jahr wird im Konzern an dem Großprojekt geplant und sich abgestimmt. „Wir machen eigentlich einen kompletten kleinen Fahrplanwechsel“, sagt Stefan Simons, Produktionsplaner bei DB Regio. Er nennt die Planung „sehr anspruchsvoll“. Seit Januar läuft die Organisation beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO), als DB Oberbayernbus eine 100-Prozent-Tochter der Regio-Sparte, der die Bustransfers übernimmt. Ein Problem: In der Ferienzeit wird es eng mit eigenen Fahrern. „Wir können nicht alles selber fahren“, sagt Ralf Kreutzer vom Betrieb Weilheim der Niederlassung West. Er rechnet an den 41 Tagen mit rund 60 000 Kilometern Fahrleistung. „Das ist schon eine Hausnummer.“ Der RVO greift deshalb auf lokale Busunternehmen aus Weilheim, Penzberg, Peißenberg und Kochel zurück. In den Spitzenzeiten von Montag bis Freitag sind acht Fahrzeuge im Einsatz, am Samstag vier und am Sonntag fünf. Auf der Strecke werden alle Bahnhöfe angefahren. Für Notfälle steht ein „Dispobus“ als Reserve bereit. Besonderer Service für Radfahrer: Alle zwei Stunden fährt ein Kleintransporter mit den Zweirädern hinter dem Bus her. Ebenfalls extra für die Penzberger „Roche“-Pendler hält der RVO ein Angebot bereit: Bahnticket-Besitzer können von Tutzing den regulären Linienbus 9614 nutzen, um nicht zu viel Zeit zu verlieren.

Die Kochelseestrecke fährt die Bahn im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Der Vertrag von 2013 läuft noch bis 2025.

Infos zum Fahrplan auf www.bauinfos.deutschebahn.com und www.bahn.de/streckenagent. Infotelefon unter 089/20355000.

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